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14. November 2007

Rocco Siffredi und der FC Thun

"Rocco, ich bin's Walter. Hast du kurz Zeit?"
"Walter?"
"De Gregorio, Weltwoche, Zürich. Vor zwei Jahren am Comersee. Ich durfte ein paar Tage an deinem Pornoset verbringen, als Journalist, meine ich. Später haben wir uns..."
"...ja, klar, entschuldige. Hast du das alte Käfer-Cabrio noch?"
"Nein, habe ich verkauft. Hör mal, der FC Thun..."
"Scusa, Walter, wenn ich dich unterbreche, aber ich bin grad am Drehen. Ruf mich bitte nächste Woche an."
"Ich wollte dich als Experte nur kurz fragen....hallo? ...Rocco?"
Das war heute Nachmittag.
Um 22 Uhr, gerade eben also, habe ich's nochmals versucht.
"Rocco, eine Minute nur. Beim FC Thun gibt's einen Kerl mit 25 cm...."
"...ich bin immer noch am Drehen, habe Verständnis bitte."
"Rocco?...."
Das mit den 25 cm war natürlich nur eine Provokation, doch Rocco Siffredi, 43, Star der internationalen Pornoszene, ist vermutlich tatsächlich am Drehen.
In mehr als 1300 Hardcore-Filmen hat der Süditaliener, mit richtigem Namen Rocco Tano, mitgemacht; seit drei Jahren arbeitet er nur noch als Regisseur und Produzent. Sein Markenzeichen: Eine Erektion von 30 cm (er selber sagt, es seien nur 23 oder 24 cm. Vgl. Weltwoche vom 17.11.2005).
Rocco steht auf Gangbangs, und sonst steht er auf Sex.
Ich hätte von ihm als Fachmann gerne Antworten auf folgende Fragen gehabt, die das schockgefrorene Land derzeit in Bann halten:
1. Wieso haben plötzlich auch Männer im Berner Oberland Lust auf Sex?
2. Und wieso gehören sogar Fussballprofis dazu?
3. Ist ein Blowjob mit Zahnspange gefährlich?
Nun kann der geneigte Leser einwenden, was das alles mit Fussball zu tun hat. Ich fragte mich das tatsächlich auch, heute beim Training der Schweizer Nationalmannschaft in Freienbach SZ. An der anschliessenden Medienkonferenz habe ich dann kapiert, dass es in der Schweiz kein Fussball mehr geben kann, bis diese Fragen nicht beantwortet sind. "Säg emoll, Gygax, was meinsch denn du zu Thema Groupies?" - "Hand ufs Herz, Haki: Chönscht dr vorstelle, dass....?"
Es ist die tiefste Krise in der Geschichte des Schweizer Fussballs, scheinbar, und so taten meine geschätzten Kollegen von den lokalen Radiostationen und Fernsehsendern, was man in einem solch dramatischen Fall zu tun hat: Man interviewt nicht nur die Spieler, sondern auch die drei Mädchen, die sich an diesem bitterkalten Tag nach Freienbach verirrt hatten. "Für Tele Mumpitz aus Freiebach, dr Möngu Max."
Dummerweise hat Rocco alle Hände voll zu tun, mit Sicherheit hätte er uns weisen Rat gewusst.
- Soll man beim FC Thun fortan auf Kinderrabatt verzichten?
- Wer regelt beim Gangbang den Verkehr, wer hat Vortritt?
- Und was meinte Köbi Kuhn eigentlich mit Rotationsprinzip?
Ich hoffe, das Land erholt sich bis zur Euro 08 wieder.

November 14, 2007, 11:34 nachm.
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Kommentare

Kann sein, dass ich was verpasst oder überinterpretiert hab, aber ist WdG nicht bekennender GC-Fan ist?

Kommentiert von: Natischer | 20.11.2007 22:10:15

@simon: Wie könnte WdG einen Fussball-Log schreiben, ohne selber Fan zu sein, Leidenschaft für das Runde Leder zu spüren und sich dann auch einem Klub angehörig zu fühlen?
Ein Gelegenheits-Fan, ein 'immer auf der Seite der Gewinner' Anhänger würde sich in dieser Materie doch zu Tode langeweilen.
Um über Fussball zu schreiben, muss man Fussball lieben. Kennst Du einen wirklich Fussballbegeisterten, der nicht für einen Klub fiebert? Ich nicht.

Kommentiert von: Jürg | 20.11.2007 11:59:28

Jürg et al: Die Frage ist nicht, ob Wädi objektiv und subjektiv verwechselt. Das Problem ist von grösserer Ernsthaftigkeit: Ist er ein Fussballfan und versteht unsere Leiden, Glücksgefühle, unsere Melancholie, oder ist er für die, die gerade "schönen Fussball spielen", also Juve in den 80er Jahren (Ära Boniperti), Ajax in den 90ern, Rosenborg jetzt, und dazwischen ein bisschen Brasilien, Portugal, Nigeria, usw. Oder sehe ich das zu eng?

Kommentiert von: Simon | 19.11.2007 18:02:56

@simon, young boy:

Traut ihr einem Journalisten so wenig Distanz zur Materie zu, dass er nicht SOWOHL Fan eines Vereins ALS AUCH ausreichend objektiver Beobachter der Szene sein kann?

Ich persönlich, als GC Anhänger, kümmere mich nicht darum, ob WdG für den FCZ, Basel oder die Fiorentina ist. Seine Berichte und Kommentare sind so ausgewogen und von Realismus, Pragmatismus und bisweilen wohltuendem Sarkasmus und Ironie begleitet, dass er jede Farbe tragen kann. Hauptsache er schreibt so weiter.

Kommentiert von: Jürg | 19.11.2007 11:04:04

Ja, es ist schon ein Jammer, wie dieser FC Thun seit dem Auftritt in der CL vorgeführt wird. Wenn ich denke, noch erst gerade vor ca. 2 Jahren (?) habe ich diese begeisternden Spiele gegen Dynamom Kiew und Malmö im Stadion miterleben dürfen. Aber vermutlich war diese Erfolgswelle nur durch eine Verkettung von glücklichen Umständen möglich, getragen von 2 guten Trainern, die damals einfach zu diesem Club gepasst haben. Wo ist jetzt eigentlich der Schönenberger, und was ist aus ihm geworden? Schon seltsam, wenn ich denke, wie der den kleinen FC Thun gegen diese guten bis Klassemannschaften eingestellt und ins Spiel geschickt hat. Ich verstehe nicht, dass der nicht bei einem Club wie z.B. dem FC St. Gallen landet. Aber vermutlich ist er zu wenig angepasst. Wenn ich denke, wie der nach dem Weggang von Thun im Sportstudio jeweils auf den Punkt analysiert hat - ganz im Gegensatz etwa zu den überangepassten «Susi Suter» und früher auch «Adrian Knapp» bei SAT1. Da wusste/weiss man zuweilen bereits im voraus, was die uns wieder auftischen werden. Ja bloss niemandem auf Die Füsse treten, dann klappt's vielleicht auch mit dem Job beim SFV nach der aktiven Karriere. Wie hat doch Hakan Yakin festgestellt: Die «Suse Suter» sei ein Dummschwätzer. Aber im Fall des Yakin hatte er für einmal Recht, und der «Kleine Yakin» rennt nun mit etlichen Kilos weniger wie ein Hase auf dem Kunstrasen herum und nicht mehr wie ein Tanzbär im Berner Bärengraben.

Im Grund ist also der Hakan durchaus kritik- und lernfähig. Vielleicht gewährt ihm der Köbi Kühn am nächsten Dienstag sogar ein paar Minuten Auslauf auf dem Naturrasen ...? Was meint ihr? Wollen wir ein Online-Wettbüro eröffnen? Wie viele Minuten darf der Hakan rotieren? Aber wer von uns verhandelt vorher mit dem «JAkob»?

Auch beim FC Thun ist man auf Wiedergutmachung aus. Offenbar hat man ein Freundschaftsspiel gegen die «Swiss Football-Girls» geplant, ganz unter dem Motto: «Feuer frei! Aus allen Lagen und Positionen soll voll Rohr geschossen werden, was das «Zeug» hält. Hauptsache, das Runde muss ins Eckige. Fussball kann so einfach und faszinierend sein - wenigstens gemäss Aushang im Internet unter:

http://hopp-schwiiz2008.ch/ch_nationalteam.html

Mal sehen, was der Köbi Kühn gegen Nigeria wieder für eine unwiderstehliche «Rotationsstrategie» aus dem Hut zaubern wird: «Geht's auf's Feld und gewinnt's das nächste Mal - nicht dass uns auf den Schulreislis noch die Ziele ausgehen. Das Ziel ist unser Weg - and we are the champions!» Oder so ähnlich zumindest. Mal sehen, welche talentierten Buben auf der Strecke bleiben werden. Birdy Vogel und Valon Behrahmi, wir vermissen euch jedenfalls schon heute! Schöne Weihnachten.

Wie man wohl beim FC Thun Weihnachten feiern wird? Die besten Wünsche jetzt schon aus dem UNTERland und «Stöhne Weihnachten» auch ins OBERland».

P.S.: Männiglich mag sich vielleicht fragen weshalb im Nick «Null-Null vor 69»? Die Antwort ist sehr simpel und einfach:

«Alles ist eins - ausser der Nullen.»

Kommentiert von: Netz-Agent-0069 | 17.11.2007 03:37:27

@travis

jaja, genau. das passiert(e) natuerlich nur beim FC Thun. deshalb muessen sie auch absteigen, diese boesen boesen.

nur als kleines beispiel von vielen unzaehligen:
noch vor wenigen jahren sangen die gegnerischen fans bei gc-spielen (zur viva-españa-melodie): ganz gc hat sie schon gefi**t, Anita Buri.

ok, die Buri war aelter als 15, aber sonst?

Kommentiert von: chuncho | 16.11.2007 19:44:50

WDG wird sicher sein Herz beim ein oder anderen Verein haben, ist ja klar... Aber er wird wahrscheinlich hier nicht Stellung beziehen, das ist nicht seine Aufgabe. Er macht hier seinen Job, und der ist nun mal nicht "Fan sein", sondern Journalismus (oder was auch immer... :-)).

Du würdest dich z.B. als FCZ-Fan sicherlich auch aufregen, wenn der Sportkommentator bei einer Live-Übertragung FCZ-FCB für den FCB schwärmen und das zum Ausdruck bringen würde. Oder?

Kommentiert von: Young Boy | 16.11.2007 18:06:46

völlig richtig, simon. neutrale fussballfans sind etwas gleich spannend wie fans die für die "roten" oder die "blauen" sind! (nichts gegen liverpool und chelsea fans, natürlich...)

Kommentiert von: de philippe | 16.11.2007 17:16:20

@ Young-Boys: Die eine Frage ist doch, ist WDG parteiisch? Und die zweite, viel wichtigere: Falls er nicht Fan von einem Klub ist, wie kann er denn richtig über Fussball berichten? Kann man sich für den Sport per se interessieren, ohne für ein Team zu schwärmen? Ist das nicht das gleiche, wie wenn er sagen würde: "Ich finde sex toll, aber ich mache ihn nicht gerne?" Fussball definiert sich über das Fan-sein, über den Subjektivismus, die Emotionen. Oder sehe ich das falsch?

Kommentiert von: Simon | 16.11.2007 14:22:00

wdg è tifoso dalla juve!

Kommentiert von: de philippe | 16.11.2007 08:44:31

Fussballer sind Fussballer. Das alte gute Klischee. Die St. Galler sind die grössten Gewinner - wenn der FC Thun absteigt, denn dieser Verein hat da oben nix zu suchen. Und die Fussballer dort können andere Sachen offensichtlich besser, als Fussball spielen.

Und trotz allem, das Thema Sex interessiert halt schon. Ist doch nicht alltäglich, dass ein Fussballklub faktisch von einer viel zu jungen Frau "sexuell" beliefert wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das "Mädchen" in der Kabine unter der Dusche nie ein Thema war. Jetzt ist sie es, bestimmt.

Die brauchen eine Domina und keinen Fussballlehrer...

Kommentiert von: Travis | 15.11.2007 19:42:04

Simon: WDG wird sich nicht äussern. Sein Job ist es nicht, "Fan" zu sein. Er soll Insider-Infos beschaffen, Kontakte pflegen und veröffentlichen. Sprich, er soll objektiv sein und eine Aussensicht einnehmen. Es gibt genug, die subjektiv an das Ganze heran gehen. Sobald er FCZ-Fan ist, haben GC- und FCB-Fans ein Problem mit ihm und umgekehrt. Das wollen wir doch nicht wirklich, oder? Wir wollen "neutrale" Infos zur Unterhaltung und zur subjektiven Meinungsmachung...

Kommentiert von: Young Boy | 15.11.2007 17:10:44

Jungs, nimmt es euch nicht Wunder, von welchem Club WDG Fan ist? Merkt ihr,wie er sich um die Anwort druckt? Auch wir müssen dorthin gehen, wo es weh tut...

Kommentiert von: Simon | 15.11.2007 16:31:00

Mario Gomez (VfB Stuttgart) schiesst mit seinem «Mittelteil» Tore und zimmert den Bayern einen rein. Er geht dorthin, wo es weh tut. Geni(t)al jubelte die deutsche Journaille.

Knup kontrolliert als Gatekeeper den Infofluss der Nati. Tröpfchenweise wie bei Prostatabeschwerden fliessen uns nun wieder die News zu: jetzt machen die Natistars also Beckenbodentraining mit einem neuen Fitnesstraining und stärken ihren Rumpf. Merke: Rumpf ist Trumpf.

Heute hat in Thun Trainer van Eck das Training auf Geheiss von Präsi Weder aufgenommen, so als ob nichts wär. Mit Rumpfbeugen und Gomez-Abstaubern?


Kommentiert von: | 15.11.2007 16:13:39

Nachtrag:

Immerhin dürfen wir uns rühmen: die Schweiz hat den geilsten Fussballverein der Welt!

Kommentiert von: Tschutti-Fan | 15.11.2007 11:52:12

Thun oder nicht tun, das ist hier die Frage.

Die Geschichte zeigt, warum Fussball doch eigentlich besser ist als Sex, nicht nur weil man dabei die Hosen nicht runterlassen muss, wie der FC Thun das nun so schön beweist.

Hier ein paar Steilvorlagen, warum die Profis des FC Thun eigentlich das tun sollten, wofür sie bezahlt werden:

- Beim Fussball jubeln alle, wenn er drin ist.
- Nach dem Match gibt's kein Nachspiel.
- Die ganze Schweiz dabei zugucken darf.
- Die Fussballer wissen, wo der Anstosspunkt ist.
- Die Latte immer gerade steht.

(Bernd) Schuster, bleib bei deinen Leisten!

Kommentiert von: | 15.11.2007 11:37:29

Na ja...

Wollen die Sportjournalisten endlich auch mal das Lieblingsthema aller behandeln? Endlich haben sie die Möglichkeit, über Sex zu schreiben oder wie? :-)

Dann macht, was ihr nicht lassen könnt, aber kommt früh genug wieder zurück zum Kerngeschäft! So kann ich dann auch wieder freudig mitschreiben...

Kommentiert von: Young Boy | 15.11.2007 11:14:00


whuazaaaa!!..absolut der lacher und warscheinlich der beste blog ever!! endlich ein richtiger bericht zur Sache...who cares and what the **** !!

Kommentiert von: ...dr Möngu Max | 15.11.2007 11:02:00

Herrlich gebloggt, lieber WdG und Sämi! Vielleicht sollte der FC Thun den Gilbert Gress anstellen, der wusste doch schon immer, wie man den Spielern Sex vor dem Spiel verbietet. Nun wäre noch das Danach zu regeln. Dann hätten die Spieler im Stadion gar nichts mehr zu Lachen...

Kommentiert von: Tschutti-Fan | 15.11.2007 10:50:31

HAAA!! Walter's Best!!! Wieder mal treffend getroffen!!

Das Schönste an dieser Idioten-Story ist aber der Präsi vom FC Thun, Dr. Kurt Weder. Wo kann man solch bünzlige Opas mit einer so lässigen Sonnenbrille kaufen??

Ich sehe die ganze Sache halb so schlimm: Die wollten es halt einfach thun...

Kommentiert von: sämi | 15.11.2007 08:58:28

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