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02. September 2007

Nachruf Hardturm

Folgendes Email erhielt ich heute von einem geschätzten Blogger:
"Lieber WDG,
ich bin ein friedlicher Mensch und ein GC-Fan (ist nicht einfach in dieser Stadt). Aber jetzt dieser Tagi-Artikel: http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/zuerich/786307.html
Ich möchte Deine fachmännische Meinung wissen, evtl. im Blog. Ich finde das so etwas von daneben. Wenn man dann den NZZ-Artikel vergleicht. Ich habe mein Tagi gekündigt. Was sagst Du dazu? Ist das ein Alki? Kennst Du diesen Journalisten? Ist das überhaupt einer?
Gruss, Don Stufi."
Ich habe dem verärgerten Don Stufi geschrieben, dass beim Tagi, soviel ich weiss, keine Alkis angestellt sind, jedenfalls nicht mehr als anderswo, und meine fachmännische Meinung darin besteht, keine zu haben, weil ich heute auf dem Brügglifeld war und mich beim Bierausschank fragte, wann dann endlich der Nachruf zum Aarauer Stadion geschrieben werden darf.
Über das Begräbnis des Hardturms habe ich mir, ehrlich gesagt, keine grossen Gedanken gemacht - bis nun das Email kam. Don Stufi schickte mir zudem die unten aufgeführte Parallelberichterstattung Tagi/Nzz - eine Art Exzerpt helvetischer Medienvielfalt und Meinungspluralität. Offenbar sei die TA-Sportredaktion von Protest-Emails überschwemmt worden, es habe viele Abo-Kündigungen gegeben. Auf Anfrage konnte die Sportredaktion gegen Mitternacht weder bestätigen noch dementieren. Sogar im FCZ-Forum sei der Artikel im TA nicht goutiert worden, schrieben mir Blogger (http://www.fczforum.ch/phpbb2x/bye-byw-hardturm-t15095.html).
Wer hat denn nun recht - Tagi oder Nzz?

TA:Im Hardturm gehen die Lichter aus. Das Stadion hatte mit GC zu Lebzeiten den falschen Klub und die falschen Fans.
NZZ:Die Saga des Hardturmstadions. Ein glanzvolles Kapitel helvetischer Fussballgeschichte geht zu Ende
TA: Der erste Hardturm — er wurde am 28. April 1929 eröffnet — war zu grossen Teilen aus Dreck gebaut.
NZZ: Das ursprüngliche Hardturm-Areal dehnte sich weit in Richtung Üetliberg und über die heutige Autobahn hinaus. Es war eine Riesenanlage mit einem Fassungsvermögen von anfänglich 30 000, später sogar 35 000 Zuschauern mit Rasensitzplätzen einen Meter direkt hinter der Outlinie, auf einem Areal von 58 000 m², auf dem sieben Fussballfelder Platz gehabt hätten.
TA: Auch wenn der FCZ und der FC Basel heute die grösseren Budgets haben als der Grasshopper-Club, den Ruf des unterkühlten Bonzenklubs ist GC nie losgeworden.
NZZ: Die enge Verbundenheit mit dem Fussvolk einerseits und die Bereitschaft der Mitglieder, bei finanziellen Engpässen helfend einzugreifen, verhinderten, was 2005 mit Servette geschah.
TA: Falls Zürichs Herz überhaupt ein bisschen für Fussball schlägt, dann eher für den FCZ. Jahrelanges Leiden in der Erfolglosigkeit, Fussball in einem Leichtathletikstadion (Letzigrund), Millionen von ein und demselben Bau- und Immobilienunternehmer (Sven Hotz) — das feuerte die Herzen der Fans anscheinend immer noch mehr an, schaffte mehr Identität als der Hochglanz der Hoppers — der in den letzten Jahren ziemlich verblasst ist.
NZZ: Aber der Hardturm hat nicht nur als Treffpunkt und Heimstätte der GC-Mitglieder funktioniert. Er hat auch als Bindeglied zu den Fans eine soziale Funktion erfüllt. Diesen wurde bei günstigen Eintrittspreisen hochkarätiger, attraktiver und auch internationaler Fussball durch die ersten Ausländer und die damaligen legendären GC-Grössen geboten. Für diese Fussball-Liebhaber war der Grasshopper-Club, der sich in den sechziger Jahren nach aussen öffnete, schon damals nicht der Klub der «Herren und Reichen», sondern der Verein, der den Matchbesuchern Spitzenfussball bescherte und unauslöschliche Mussestunden bereitete. Zu Freundschaftsspielen gegen zugkräftige Gegner erschienen oft 20 000 Zuschauer.
TA: Den guten, alten Hardturm wird das nicht kümmern. Seinen letzten echten Höhepunkt hatte er im Frühling ohne die Grasshoppers — die Meisterfeier des FC Zürich.
NZZ: Nach 78 Jahren, 47 Länderspielen, 5 WM-Finalrundenspielen (1954), gilt es am Samstag (gegen Xamax) definitiv Abschied zu nehmen vom guten alten Hardturm.

September 2, 2007, 12:22 vorm.
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Kommentare

Man sollte die Meinung von Samuel akzeptieren. Der Mann weiss was leiden heisst, Anhänger von einem Club zu sein, der alle 100 Jahre Meister wird, das ist wirklich eine Leistung. Ich bin sicher das Espenmoos wird seinen Platz in der Weltgeschichte einnehmen.

Kommentiert von: Rekordmeister | 05.09.2007 15:28:32

genau, beppo! du hast absolut recht. der hardturm ist wirklich so, wie ihn niels walter verabschiedet hat. marod, ohne jeglichen glanz, ohne stimmung, ohne reiz.
ihr zürcher solltet euch sowieso ein vorbild nehmen an unserem ESPENMOOOS;) da herrscht noch stimmung! leider müssen wir es auch bald verabschieden - mit sicherlich wohlgesinnteren medienberichten...

Kommentiert von: Samuel | 04.09.2007 22:45:47

Ja, Beppo

Wenn du das so siehst. Ich habe es anders gesehen in den 70ern und 80ern. Da konnte man einen Porsche-Korso an der Badenerstrasse beobachten, der sich zwischen Playboy- und anderen Bars im 4i und dem Letzigrund bewegte. Kaum aus der Provinz beim FCZ gelandet, hatten die Jungstars ihren Porsche. Und unter dem Publikum hatte es etliche Rotlichtfiguren, männliche und weibliche, die meisten im Besitz eines fetten Amischlittens.

Während bei GC doch einige neben dem Fussball ein Studium absolvierten.

Wo waren bzw. sind die Wichtigtuer? Und wie war das schon wieder mit dem schweren Autounfall eines FCZ-Spielers vor ein paar Monaten?

Bin übrigens weder GC- noch FCZ-Fan, aber ein langjähriger Beobachter der ZH-Fussballszene.

Kommentiert von: Bianconero | 04.09.2007 21:35:05

Nils Walter hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Früher schon war der Hardturm Besammlungsstätte für neureiche Wichtigtuer (damals fuhren sie geleaste Jeeps. Heute geleaste Audis). Und das Navi auf dem Grossmonitor. Und das Handy auf Bluetooth (und niemand ruft an, dann simulieren wir ein bisschen).
GC war immer nur die Attraktion auf den Fremdplätzen. Und nicht mehr. Und nicht weniger. Mit den (gefällten) Bäumen ist der Charakter des Hardtums gefällt worden.
Uebrigens Ricci und Travis sind auch solche Wichtigtuer. Nur mit noch mehr Schreibfehlern.

Kommentiert von: Beppo | 04.09.2007 20:00:20

sehr schön, dass sich wale ausschliesslich aufs rein deskriptive festlegt ... meines erachtens hatte walter gar nicht so unrecht ... als kind war ich oft im stadion, das waren noch zeiten ... die letzten jahre? - schall & rauch. der gcz ein besserer fca. da gibts übrigens die besseren bratwürste, oder?

Kommentiert von: pitsch | 04.09.2007 18:11:36

Guten Tag Herr XXX

.... hoppla, und Sie haben natürlich recht, in den vielen Antwortschreiben habe ich XXX mit XXX verwechselt. Kein Drama. Trotzdem Entschuldigung.

Und noch dies: Doch es hat uns sehr überrascht, dass der Artikel so viele Reaktionen ausgelöst hat. Es ist mir eine Lehre, das können Sie mir glauben.

Freundliche Grüsse
Niels Walter

PS: Muss ich jetzt Ihr erstes Schreiben noch an die Abo-Verwaltung weiterleiten? Wollen Sie Ihr Abo per sofort kündigen? Ich hoffe nicht. Wenn ja, dann werde ich Ihre Kündigung dem Abo-Dienst weiterleiten.

Kommentiert von: Travis | 04.09.2007 18:02:19

Zum letzten Spiel im Hardturm bleibt nicht viel zu sagen. Die Leistung des Heimteams war einfach unterirdisch und Erich Vogel tat mehr als gut daran den Jakupovic zurückzuholen.

Fazit des Spiels, um es in den Worten und im Stile von wdg zu sagen: Es war das erste Spiel des GC in dem man den Cabanas vermisste.

Bemerkenswert fand ich die GC-Fans in der Kurve. Diese präsentierten eine super Choreo zu Beginn des Spiels. Kann mich nicht erinnern so was im Hardturm je gesehen zu haben. Chapeux!

Spannend war auch zu beobachten, dass Muri beim letzten Spiel nicht auf der Trainerbank sass sondern auf der Tribüne neben Vogel. Gab es da Unstimmigkeiten zwischen Latour und Muri? Oder wollte Muri das letzte Spiel einfach nochmals von der Tribüne aus geniessen? Naja egal…

Ja und dann war noch das ganze drum herum. Kilchsberger stand erstmals dazu, dass er ein GC Fan ist. Er führte frech und witzig durchs Programm. Ehemalige Trainer kamen zu Wort wie etwa Konizeka oder Christian Gross. Letzter erntete, trotz seiner vielen unvergessener Erfolge mit GC, ein gellendes Pfeifkonzert.

Nachdem Spiel folgte auf der eigens aufgestellten Leinwand ein Rückblick auf die guten alten vergangenen GC-Tage. Auf dieser wurden viele Spieler in Grossaufnahme gezeigt nur einer nicht. Aber der hätte es eigentlich auch verdient. Nunez! Wie oft konnten wir dank ihm jubeln? Scheinbar ist er schon vergessen, schade.

Später war da noch Feltscher. Fand ich echt kuul wie er neben dem Fanzelt fast gleichaltrigen Autogramme gab. Feltscher bleibt dem GC hoffentlich noch lange erhalten, der Junge hat Potenzial.

Der Hardturm ist jetzt geschlossen und so mancher hat sein Souvenir mitgenommen. Angesteckt von der Massenbegeisterung habe auch ich mir als kleine Erinnerung ein Stück Rasen gekrallt.

Mal schauen, ob ich es nochmals ins Stadion schaffe in nächster Zeit. Denn Der Letzi mit seiner Laufbahn kanns nun wirklich nicht sein. Da sehe ich wohl im TV mehr.

Hier noch die offizielle Tagi Entschuldigung, falls das jemand interessiert...
http://www.gcz.ch/fileadmin/editors/ta_ges_03.09.07_Entsch.pdf


Kommentiert von: Ricci | 03.09.2007 23:27:45

Ein gewaltiger Sturm der Entrüstung ist durch den Tagi gefegt. Das zögerliche entschuldigen von Journalist Niels Walter und die faulen Ausreden von Journalist-Gott Hartmeier höchstpersönlich können die Wogen aber nicht richtig glätten - im Gegenteil.

NZZ oder die WoZ haben einen guten Abschieds-Bericht über den Hardturm und GC geschrieben, was der Tagi bis heute nicht fertig gebracht hat. (Wird es wohl nie können.)

Auf Radio Energy räumte heute der Chefredaktor Hartmeier den Fehler ein. (Wegen Abwesenheit soll er seiner Kontrollpflicht nicht nachgekommen sein! Wo war denn sein Stv.? Der "Lokalteil-Verantwortliche", der Lektor? Billiger gehts ja nimmer!

"Dieser Artikel wurde völlig falsch geschrieben und ist falsch herausgekommen. Er hätte eigentlich nicht erscheinen dürfen", so Peter Hartmeier.

Ist er aber. Und hat der Tagi etwas daraus gelernt. Ich glaube persönlich nicht daran. So what?, gell Peti.

Hartmeier informierte gleichzeitig, dass er bis Sonntag rund 200 Emails (!) in dieser Sache erhalten habe, "in der Nacht auf Montag sind nochmals rund 100 (!) eingegangen, die ich alle persönlich beantworten werde." - Genau mit einem Massenantwort-Email.

Niels Walter hat es sogar fertig gebracht, mich mit einem Falschen Nachnamen anzusprechen. Armer Herr Walter.

Bin ja ziemlich gespannt wie das Gespräch mit den Grasshopper Club-Verantwortlichen und den Tages-Anzeiger-Exponenten herauskommen wird.

WdG, bleib hier bitte am Ball. Eine "neutrale" (objektiv subjektiv) Berichterstattung muss (auch) hier sein! Die TA-Mafia muss genaustens überwacht werden. ;-)

Kommentiert von: Travis | 03.09.2007 19:32:13

Was für eine Fehlleistung vom Tagesanzeiger. Dem Journalisten gehört die Rote Karte gezeigt. Einen solchen Artikel von einer in Zürich ansässigen Zeitung ist unterste Schublade. Das so ein Schund gedruckt wird spricht wirklich nicht für den Tagesanzeiger. Der Artikel beweisst, dass die TA Sportredaktion keinen Podestplatz im Zürcher Blätterwald mehr belegt. NZZ, Blick und Weltwoche (nicht unbedingt in dieser Reihenfolge) haben der TA den Rang abgelaufen.

Der Artikel zeugt von einer Unverfrorenheit und Respektlosigkeit die seines gleichen sucht. Das der TA der sich Jahrelang despektierlich über Sven Hotz ausgelassen hat, genau den selben Sven Hotz als Model für Erfolg preist, zeigt wie nachhaltig Journalisten kommentieren können. In den guten Jahren war der Tagesanzeiger das Cluborgan des Hardturm Clubs, wie sich die Zeiten ändern. Ich freue mich über die Erfolge des FCZ, der Club hat lange genug gelitten und ich hoffe das diese Erfolgsjahre noch ein bisschen anhalten. GC jedoch ist nicht so tot und nicht so schlecht wie es einige Journalisten gerne sehen würden. Klar muss man bei GC auf jedem Platz der Superleague Angst haben zu verlieren, auch wenn der Gegner Thun oder Aarau heisst, aber ich bin überzeugt dass sich auch dieses Blatt wieder wenden wird und Zürich bald wieder zwei Spitzenclubs in der Liga haben wird.

Kommentiert von: Rekordmeister | 03.09.2007 17:36:54

Wer wissen will, was genau ein frustrierter (GC)Modefan ist, der kann sich ab sofort an Niels Walter vom Tagi wenden. (Siehe heutiger Tagi, Seite 13.)

Kommentiert von: Travis | 03.09.2007 11:28:09

Am Donnerstag gab es im Tagi (Stadtausgabe) ein Interview, in dem es auch um den Abschied vom Hardturm ging. Dort kam GC und das Stadion wesentlich besser weg.

Kommentiert von: aberaber | 02.09.2007 17:24:33

Sehr geehrter Herr XXX

Ich danke Ihnen für Ihr Mail. Sie haben Recht: Wir haben eine Fehlleistung begannen. Dafür entschuldige ich mich in aller Form. Ich bitte Sie, die morgige Ausgabe zu lesen.

Selbstverständlich werden wir auch eine Grundsatzdiskussion über unsere Berichterstattung über FCZ und GC und die jeweiligen Fans führen. - Wir legen Wert darauf, dass wir über die beiden Fussballklubs und ihre Fans genauso professionell berichten wie über alle anderen Themen, denen sich der Tages-Anzeiger widmet.

Ich bitte Sie, uns quasi nochmals eine Lese-Chance zu geben und grüsse Sie freundlich


Peter Hartmeier
Chefredaktor

Kommentiert von: Travis | 02.09.2007 14:34:05

Dass der "Tagi" viele Schweinezüchter in der (Sport)Redaktion arbeiten hat, wussten wir bereits. Dass er viele "Anti-Fussball-Experten" kritzeln lässt was das Zeug hält, ist für uns Fussballfans auch nichts Neues. Als nächstes könnte die herzige Lifestyle-Zeitung ja den FCZ als neuen Leibchensponsor unterstützen, dieses Engagement wäre dann wenigstens ehrlich und ziemlich offensichtlich. Kann die Reaktionen vieler Fussballfans verstehen, und bin froh, habe ich dieses Blatt nicht abonniert.....

Kommentiert von: roosch | 02.09.2007 13:50:23

Als lezte Woche vor dem CL-Spiel Liverpool-Toulouse die Familie von Rhys Jones in Everton-Trikots den Rasen der Anfield Road betrat, erhoben sich ausnahmslos alle Liverpool-Fans von den Sitzen und zollten ihnen den Respekt, den sie verdienen. Bei aller Rivalität und allem Wettbewerb, gibt es Momente, wo die Mitmenschen und der Respekt vor ihren Gefühlen, ihren Leistungen, ihrer Existenz im Vordergrund steht.

Dem Tagi-Autor, Niels Walter, scheint im Gegensatz zu den Liverpool-Fans dieses absolute Minimum an Zivilisiertheit offensichtlich zu fehlen. Auch viele treue Südkurven FCZ-Fans sehen das so.

Hinter dem Hardturm stecken Gefühle, Träume, Leistungen, ja, ein ganz wichtiger Teil der Existenz von mehreren Generationen.

Viele Menschen unterschiedlichsten Alters und Herkunft haben in diesen Ort ihre Energie und Emotionen gesteckt, leider sind auch Menschen dort ums Leben gekommen.

Auch alle "Anti-GC-Fans" oder selbst die grössten "GC-Hasser" sollten etwas Respekt vor der kulturellen Leistung dieses polyvalenten Vereins (GC ist nicht nur ein Fussballverein...), der für Weltoffenheit, Englischen Sportsgeist und Leistungsbereitschaft steht - er ist ein lebendes Statement gegen falsche Bescheidenheit und lokale Kleingeistigkeit.

Dass vor diesem Hintergrund ein "Journi-Bünzli" vom Tagi dem Ideologien und Schubladisierungen ganz offensichtlich wichtiger sind, als Menschen, kein Anhänger dieses Vereins werden konnte, ist keine Überraschung. Dass aber der Tages-Anzeiger diesen billigen Schund ausgerechnet am Tag der Abschiedsfeier abgedruckt hat, ist eine Schande. Kontroverser und kritischer Journalismus ist gut. (Siehe NZZ-Artikel.)

(Mit dem FCZ geht es sportlich seit genau dem Tag bergauf, als die im GC ausgebildeten Fredy Bickel und Harald Gämperle frischen Wind und neuen Geist in den Verein brachten.)

Ich als GC-Fan wünsche dem FCZ weiterhin viel "Fredy Bickel", und so wenig wie möglich "Niels Walter". Der Fussball gewinnt als Gesamtes mit dem Elan von Bickel. Und die (Fussball)Welt kann freilich auf Walter-Frust-Artikel in dieser Form wahrlich verzichten.

(Und sonst soll er einen Blog oder eine Kolumne machen. WdG gibt sicher diesbezüglich Nachhilfekurse für minderbegabte Journalisten mit Minderwertigkeitskomplexen.)

Kommentiert von: Travis | 02.09.2007 13:48:12

Als lezte Woche vor dem CL-Spiel Liverpool-Toulouse die Familie von Rhys Jones in Everton-Trikots den Rasen der Anfield Road betrat, erhoben sich ausnahmslos alle Liverpool-Fans von den Sitzen und zollten ihnen den Respekt, den sie verdienen. Bei aller Rivalität und allem Wettbewerb, gibt es Momente, wo die Mitmenschen und der Respekt vor ihren Gefühlen, ihren Leistungen, ihrer Existenz im Vordergrund steht.

Dem Tagi-Autor, Niels Walter, scheint im Gegensatz zu den Liverpool-Fans dieses absolute Minimum an Zivilisiertheit offensichtlich zu fehlen. Auch viele treue Südkurven FCZ-Fans sehen das so.

Hinter dem Hardturm stecken Gefühle, Träume, Leistungen, ja, ein ganz wichtiger Teil der Existenz von mehreren Generationen.

Viele Menschen unterschiedlichsten Alters und Herkunft haben in diesen Ort ihre Energie und Emotionen gesteckt, leider sind auch Menschen dort ums Leben gekommen.

Auch alle "Anti-GC-Fans" oder selbst die grössten "GC-Hasser" sollten etwas Respekt vor der kulturellen Leistung dieses polyvalenten Vereins (GC ist nicht nur ein Fussballverein...), der für Weltoffenheit, Englischen Sportsgeist und Leistungsbereitschaft steht - er ist ein lebendes Statement gegen falsche Bescheidenheit und lokale Kleingeistigkeit.

Dass vor diesem Hintergrund ein "Journi-Bünzli" vom Tagi dem Ideologien und Schubladisierungen ganz offensichtlich wichtiger sind, als Menschen, kein Anhänger dieses Vereins werden konnte, ist keine Überraschung. Dass aber der Tages-Anzeiger diesen billigen Schund ausgerechnet am Tag der Abschiedsfeier abgedruckt hat, ist eine Schande. Kontroverser und kritischer Journalismus ist gut. (Siehe NZZ-Artikel.)

(Mit dem FCZ geht es sportlich seit genau dem Tag bergauf, als die im GC ausgebildeten Fredy Bickel und Harald Gämperle frischen Wind und neuen Geist in den Verein brachten.)

Ich als GC-Fan wünsche dem FCZ weiterhin viel "Fredy Bickel", und so wenig wie möglich "Niels Walter". Der Fussball gewinnt als Gesamtes mit dem Elan von Bickel. Und die (Fussball)Welt kann freilich auf Walter-Frust-Artikel in dieser Form wahrlich verzichten.

(Und sonst soll er einen Blog oder eine Kolumne machen. WdG gibt sicher diesbezüglich Nachhilfekurse für minderbegabte Journalisten mit Minderwertigkeitskomplexen.)

Kommentiert von: | 02.09.2007 13:47:39

Das ist eben der Unterschied zwischen einem Lifestyle-Blatt mit angehängten Gratiszeitungen und stupidem Lokalradio/-fernsehen und einem wertkonservativen Weltblatt, das sich auf Fakten stützt.

Ich habe dem TA diesen Frühling nochmals eine Chance gegeben, er hat sie nicht genutzt. Dabei geht es nicht nur um Sport. Bin übrigens nicht GC-Fan, habe aber mit meiner Lieblingsmannschaft die stimmungsvollsten und hochstehendsten Spiele im Hardturm und nicht im Letzigrund erlebt.

Kommentiert von: Bianconero | 02.09.2007 09:34:41

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