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07. September 2007

Continental Breakfast gewinnt

Das "Turnier der Kontinente" begann für mich heute morgen um 10.30 Uhr. Kaffee, Orangensaft, Croissant, Spiegelei - nach einer halben Stunde war die Sache klar: Im Wiener Hotel Penta Renaissance ging der Continental Breakfast einmal mehr als klarer Sieger vom Platz. Chilenische Fleisch-Empanades haben um diese Zeit selten eine Chance (auch nicht die Variante mit Käsefüllung) und seit mir Thomas Bickel in Kobe rohen Fisch zum Zmorgen servierte, kämpft auch die japanische Spielalternative im Kontinentalvergleich für mich persönlich auf verlorenem Posten.
Zugegeben, man hätte das "Turnier der Kontinente" aus Schweizer Sicht auch etwas kostengünstiger gestalten können, zum Beispiel mit einem ausgedehnten Frühstück in Feusisberg über dem Zürichsee, wo die Nationalmannschaft regelmässig logiert. Doch angesichts der Tatsache, dass die morgendliche Mahlzeit ein kulturübergreifendes anthropologisches Phänomen ist, das etymologisch bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht, macht die Dislokation der Schweizer Nationalmannschaft nach Österreich in Hinblick auf die Euro 2008 durchaus Sinn.
Natürlich kann man einwenden, das Ganze sei auch aus sportlicher Sicht übertrieben. Muss Köbi Kuhn extra nach Wien fliegen, um seine Mannschaft heute gegen Chile und am Dienstag in Klagenfurt gegen Japan zu testen? Was lässt sich aus kontinentalperspektivischer Optik an neuen Erkenntnissen gewinnen? Wäre es nicht besser gewesen, vor eigenem Publikum zu spielen (überhaupt vor Publikum), was bei Länderspielen der Schweiz in der Schweiz normalerweise der Fall ist?
Den Kritiker des Kontinentalturniers sei Folgendes gesagt: Wo in Europa fällt das Laub schon Anfang September auf den Boden wie derzeit in Österreich? Wo lässt sich im Spätsommer bei 7 Grad im Schatten der Härtefall realitätsnaher simulieren als hier bei unserem Nachbarn? Wie lässt sich die Strapazierfähigkeit der Sponsoren, die Werbung platzieren, wo niemand hinschaut, eindrücklicher demonstrieren?
Für mich hat das "Turnier der Kontinente" am Buffet positiv begonnen.
Ab 18.00 Uhr geht's im Ernst-Happel-Stadion auf dem Rasen weiter.
Haben die perfekt servierten Spiegeleier von heute Morgen sportlich irgendwelche Aussagekraft, dann ist Zuversicht beim transkontinentalen Kulturaustausch von heute Abend durchaus angebracht.

September 7, 2007, 03:24 nachm.
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Kommentare

Apropos leere Stadien: Das Derby FCZ vs. GCZ scheint ebenfalls ein Desaster für die arrogante Führung um den FCZ zu werden. Die GCZ-Fans beugen sich den überrissenen Preisen (CHF 55!) nicht. Richtig so.

Die IG GC Züri war in den vergangenen Tagen bemüht, in Sachen Eintrittspreise für das Eröffnungsspiel des Stadion Letzigrund vom 23. September 2007 eine akzeptable Lösung zu finden. Die Geschäftsführung des FC Zürich war allerdings - bis auf die Tatsache, dass nun auch für GC Fans ein Familienticket angeboten wird – nicht bereit, die aus unserer Sicht überteuerten Eintrittspreise (günstigstes Einzelbillet CHF 55.00 !!) zu senken.

Das Rahmenprogramm, welches unter anderem als Rechtfertigung für die hohen Preise herangezogen wird, richtet sich zudem vornehmlich an die Fans des FCZ.

Wie bereits im Communiqué vom 29.08.2007 angekündigt, können wir die Eintrittspreise in der vom FCZ festgesetzten Höhe weder verstehen noch akzeptieren.

Aus diesem Grunde bietet die IG GC Züri ihren Mitgliedern und allen interessierten GC Fans eine attraktive Alternative zum Stadionbesuch an:

Wir werden das Fussballderby FCZ – GCZ in den ehemaligen Industriehallen des Maag Areals im Kreis 5 live auf Grossleinwand übertragen.

Für einen Eintrittspreis von CHF 10.- bietet sich die Gelegenheit auch ohne Stadionbesuch den Match gemeinsam und in stimmungsvoller Atmosphäre zu geniessen.

Zusätzlich ist mit einem kleinen aber feinen Rahmenprogramm zu rechnen.

Ein Vorverkauf wird ebenso wie detaillierte Informationen ab Mitte der kommenden Woche zur Verfügung stehen.

Vorwärts GC Züri
IG GC Züri

Kommentiert von: Derby FCZ vs. GCZ | 07.09.2007 19:05:52

Ein ganz herrlicher Bericht! Wunderschön verpackt. Danke, WdG. Ich habe mich auch schon mehrmals nach dem Sinn der Stadion-Lokalität in der nahen Ferne Oesterreich gefragt. (Aber die Sinnfrage ist ja bekanntlich eine ganz eigene...) Oder meint der Fussballverband an der Euro '08 werden die Schweizer Kicker ebenfalls vor leeren Rängen tschutten? Muss dieser Ernstfall geübt werden? Warum in die "Ferne" schweifen, wenn wir doch hier ganz schmucke (auch kleinere) Fussballstadien haben. Diese wichtigen "Randregionen" würden sich sicher über einen Schweizer Natibesuch freuen und das Stadion mit Emotionen und vollen Rängen beglücken...

Kommentiert von: Travis | 07.09.2007 15:39:33

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