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13. Juni 2007

Matthäus: "Schweiz? Bin interessiert."

Lothar Matthäus, mit 150 Länderspielen Deutscher Rekordhalter, wurde heute bei Red Bull Salzburg als Co-Trainer entlassen. Die offizielle Begründung: "Unterschiedliche Auffassungen" mit Cheftrainer Giovanni Trapattoni. Ist das der wahre Grund? Ich habe bei Matthäus kurz mal nachgefragt:

"Herr Matthäus, zusammen mit Trapattoni wurden Sie mit Red Bull Salzburg souverän Meister. Und jetzt der Knall. Was ist passiert?"

"Dazu will ich mich nicht äussern."

"Die Trennung überrascht aber schon. Eine Topsaison hingelegt, dann weg."

"Ja, es ist eine Überraschung, in der Tat. Ich war die letzten drei Wochen in den Ferien, jetzt dies. Aber ich bin Profi genug, das wegzustecken. Entlassungen sind Teil des Geschäfts."

"Was werden Sie machen?"

"Ich habe mir das noch gar nicht überlegt. Meine Frau hat einen Job in Salzburg, meine Tochter geht hier zur Schule, uns gefällt es sehr, wo wir grad sind. Ich habe keine Eile."

"Ihr Vertrag läuft bis 2008. Trotzdem: Sie sind kein Typ fürs Tulpensetzen."

"Nein, mit Sicherheit nicht. Ich werde im Fussball bleiben, wo ich meinen nächsten Job annehmen werde, das weiss ich im Moment aber nicht."

"Wäre die Schweiz was für Sie?"

"Die Schweiz? Bin interessiert, wieso nicht? Ich kann nicht behaupten, dass ich der absolute Fachmann bin, aber ich weiss doch ziemlich viel über euren Fussball, der in den letzten zwanzig Jahren eine sensationelle Entwicklung durchgemacht hat. Ein Angebot aus der Schweiz würde ich mir sicher genau anschauen. Aber wie gesagt, ich steh nicht unter Druck."

"Sie haben mit Giovanni Trapattoni seinerzeit in Italien eine wunderbare Erfahrung gemacht: Meister mit Inter Mailand gegen Maradonas Napoli. Jetzt diese Kampfscheidung bei Red Bull. Bereuen Sie es, bei Salzburg angeheuert zu haben?"

"Im Nachhinein ist man immer klüger. Nein, aber bereuen tue ich nichts, es handelt sich auch nicht um eine Kampfscheidung, wie Sie sagen, zumindest hoffe ich, dass es keine wird. Wir hatten eine sensationelle Saison mit Red Bull Salzburg, daran ändert auch dieser unschöne Abgang jetzt nichts.Und was Italien anbelangt: Diese Erinnerung lass ich mir durch nichts und von niemanden trüben."

"Ein Urteil zu Johan Vonlanthen, den Sie bei Salzburg betreuten."

"Ich wollte ihn unbedingt haben, und es hat sich gelohnt. Johan hat bei Salzburg fantastisch gespielt, dass wir heuer Meister geworden sind, ist auch ihm zu verdanken. Wo er noch Defizite hat, ist in seiner Konstanz. Er muss stabiler werden, das heisst seine Leistungen, die sind nicht immer beständig, aber wenn er das spielt, was er kann, dann ist er eine Wucht. Ich denke, es tut ihm gut, jetzt etwas geordnete Verhältnisse zu haben und etwas länger an einem Ort zu arbeiten."

"Vielen Dank für das kurze Gespräch! Bis demnächst in der Schweiz."

"Kann gut sein, schaun mer mal."

Juni 13, 2007, 05:05 nachm.
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Kommentare

Guten Tag Herr De Gregorio,

unter

file:///Users/thomasstaenz/Desktop/Red%20Bull%20Salzburg%20Tischtuch%20haben%20fertig%20-%20Sport%20-%20sueddeutsche.de.webarchive

lesen Sie wie es wirklich war!

Kommentiert von: thomas staenz | 17.06.2007 12:32:36

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