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25. Mai 2007

N'Kufo und die Wikinger

Seit Wochen schon haben mich Leser dieses Blogs immer wieder aufgefordert, doch einmal mit Blaise N'Kufo zu sprechen. Offenbar liest auch Nationaltrainer Köbi Kuhn diesen Blog (danke, übrigens) - und so entschied er vor drei Tagen, mit N'Kufo zu reden, dem ehemaligen Nationalspieler, der bei Twente Enschede in Holland so viele Tore schiesst, wie ich in Zürich Parkbussen kassiere, also praktisch bei jedem Parkmanöver, und der wegen vermeintlichem Rassismus vor fünf Jahren sagte, er wolle nicht mehr für Köbi Kuhn spielen.
Drum liebe Blogger, vorerst mal vielen herzlichen Dank. Schickt mir bei Gelegenheit gleich die ganze Mannschaftsausstellung, ich werde sie mit Köbi Kuhn besprechen, er ist zurzeit offen für Ratschläge und neue Perspektiven.
Der Coach behauptet zwar, er sei selber auf die Idee gekommen, was vielleicht nicht ganz falsch ist. Denn heute, 25. Mai, ist N'Kufos Geburtstag, er wird 32. Ist es Zufall, dass die Pressekonferenz im Hotel Bern zu Bern genau an diesem Geburtstag stattfand? Warum nicht - sagen wir - am 25. Januar (das wäre mein Geburtstag, nebenbei).
Auf der messerscharfen Analyse solcher Details basiert der investigative Journalismus angelsächsicher Prägung, also seit Hengest und Horsa im 5. Jahrhundert die römischen Legionen in den Ärmelkanal warfen und Britanien bis zum Einmarsch der fiesen Normanen, also der Nordmannen, somit Wikinger, heute Dänen, sich einen Spielvorteil verschafften, indem sie schon Jahrhunderte zuvor in Augustinus von Canterburry einen Verbündeten gefunden hatten, der via Christiansierung den Heidenkult der Angeln und Sachsen in Frage stellte, um deren sozioreligösen Brunnen sukzessive trocken zu legen, worauf diese hätten allmählich geistig verdursten sollen, was aber nicht geschah, weil - und hier der Bogen zum investigativen Journalismus angelsächsicher Prägung und somit zum Schweizer Fussballverband - König Offa von Mercia, eine Art Köbi Kuhn des Frühmittelalters, der als erster König von England gilt, die Details an Pressekonferenzen, damals "Hofhalten" genannt, messerscharf zu analysieren wusste und den Angelsachsen bis zu Köing Heinrich II., der ab 1154 alles vergeigte, für weitere vier Jahrhunderte die Suprematie über Englands Stadien sicherte.
Jetzt bin ich ein bisschen abgeschweift, aber gewisse Sachen sind mir eben wichtig, wenn es um die Schweizer Nationalmannschaft geht, die an der Medieninformation von heute in Bern mit vielen vielsprechenden Neuerungen aufwartete.
Aber bevor ich mich weiter dazu äussere, was ich eigentlich vorhatte, gehe ich kurz schwimmen. Der See ist gleich um die Ecke, vielleicht kann ich nachher mit N'Kufo reden. Der Pressechef von Twente Enschede gibt mir um 21 Uhr Bescheid. Mal schauen, ob N'Kufo vielleicht wieder etwas Zeit hätte, ab und zu mal für die Nationalmannschaft zu spielen. Wie hatte Köbi Kuhn an der Pressekonfrenz heute gesagt: "Ob einer eine Diva ist, spielt keine Rolle, solange er zwei Tore schiesst pro Spiel."
Das gilt auch, sollte N'Kufo weiterhin ein Schwarzer sein. Aber zwei Tore müssen es schon sein, gäll.

Mai 25, 2007, 06:34 nachm.
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Kommentare

hehe, wale! danke, dass du auf den wunsch eingegangen bist!

dein heutiger blog-eintrag erinnert ein bisschen an die spielweise johann vogels! dies ist ein kompliment, gell!!!

grüsse aus dem ag

Kommentiert von: pitsch | 25.05.2007 20:24:53

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