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23. Mai 2007

Interview Adrian Knup

Das hat man davon: Die Schulden nicht pünktlich beglichen, und schon versiegen die Quellen (den Safranrisotto habe ich meiner Quelle erst letzte Woche bezahlt, nachdem sie mich schon vor einem Monat über die Veränderungen bei GC informiert hatte). Jedenfalls haben alle Zeitungen heute den Primeur auf der Titelseite, nur ich wusste nichts von Adrian Knup als neuen Teammanager (gut, ich hätte gestern abend auch «Sport aktuell« auf SF1 schauen können, als TV-Herold Alain Sutter die Nachricht von Knup überbrachte, dann hätte ich den Primeur auch gehabt).

Sei’s drum: Statt mich an Presseleute zu halten (SFV-Medienchef Benoit: «Bis zur PK am 25.Mai geht nichts raus!«), werde ich es wieder auf traditionelle Weise versuchen, also mit der Recherche am Glas.

Weil es jetzt (17.13 Uhr) aber auch für mich noch es birebizzeli zu früh ist, um in Bars rumzuhängen, mache ich’s mit der altbewährten Methode, der sogenannten Recherche am Telefon:

«Knup.«

«De Gregorio, Weltwoche. Einen lieben Gruss von meinem Freund Andrea Naegeli. Er hat mir Ihre Handynummer gegeben, nachdem er mir eine geschlagene halbe Stunde von Ihnen vorgeschwärmt hat. Sind Sie wirklich so toll, wie Andrea sagt?«

«Ich weiss nicht, was Andrea über mich sagte, aber es freut mich natürlich, dass er gut über mich spricht.« (Andrea Naegeli, das muss ich hier einmal kurz erwähnen, ist einer von ganz vielen tollen Kumpels, die beim Racing Club Zürich Fussball spielen, einem Verein wie es keinen zweiten gibt in Westeuropa. Fast alles ehemalige Studenten, einzelne inzwischen schon ergraut, wenn’s denn noch was zu ergrauen gibt, die auch im hohen Alter von 36, 37 Jahren in der 3.Liga spielen. Wiederum führen sie diese Saison die Tabelle an, und wiederum werden sie auf den Aufstieg in die 2.Liga verzichten müssen, weil Racing keine Juniorenmannschaft hat, aber genau das verlangt das Reglement, denn es darf nicht sein, dass man nur gut und erfolgreich spielt, man muss auch an die nachfolgenden 23 Generationen denken, weil nur so der Schweizer Fussball eine Chance hat, im Zeitalter der Postkernfusion von Kuhn und Köbi irgendwann mal eine grosse Mannschaft ausser Jamaika zu schlagen. Andrea arbeitete mit Knup zusammen bei Sat 1.)

«Sie sind der neue Bierhoff der Schweiz?«

«Ich weiss nicht, welche Aufgaben Bierhoff er im deutschen WM-Team hatte.«

«Welche Aufgaben werden denn Sie haben?«

«Das werde ich an der Pressekonferenz vom 25. Mai sagen.«

«Sie waren in den Medien nie ersthaft als Kandidat für das Amt des Teammanagers gehandelt worden. Wie konnten Sie das Ganze trotz Überwachungsanlagen und Medienspitzel geheimhalten?«

«Ich habe geschwiegen.«

«Das scheint mir eine effiziente Variante. Seit wann wissen Sie, dass Sie den Job bekommen?«

«Ich wurde vor drei Wochen vom Verband angefragt. Heute (Mittwoch, 23.5.) habe ich den Vertrag unterschrieben.«

«Kennen Sie Kuhn?«

«Wir hatten bisher noch nichts miteindander zu tun.«

«Ich bin froh, dass es mit Ihnen jetzt wieder bergauf geht mit der Schweizer Nationalmannschaft. «

«Ja, genau. Ein Teammanager, und die Probleme sind gelöst.«

«Schön, dass Sie das auch so sehen.«

«Im Ernst: Wenn der Teammanager die einzige Veränderung wäre im Verband, dann hätte ich den Job niemals angenommen.«

«Es gibt also andere personelle Veränderungen. Welche?«

«Ich kann Ihnen bis zum Freitag nichts sagen. An der Pressekonferenz werde ich dann Stellung zu allem nehmen.«

«Sie sagen das nur, damit überhaupt noch jemand an die Pressekonferenz geht. Ich habe keine Lust mehr, an die Pressekonferenz zu gehen, jetzt, wo alles klar ist.«

«Kommen Sie trotzdem, es ist noch nicht alles gesagt.«

«Also gut, Sie haben mich überzeugt, danke.«

«Bitte, gern geschehen.«

Nach diesem interssanten Exklusivinterview mit dem neuen Teammanager der Schweizer Nationalmannschaft Adrian Knup wollte ich vom SFV-Mediensprecher Pierre Benoit (derselbe, der sagte: «Bis zur PK geht nichts raus!«) wissen, welche anderen Veränderungen noch zu erwarten sind, und dieses Mal möglichst als Primeur.

«Benoit«

«De Gregorio, Weltwoche.«

«Ich bin beim Coiffeur. Rufen Sie mich in einer Stunde an.«

Mir gingen sofort alle Alarmlichter an. Beim Coiffeur? Was könnte das heissen? Wenn Köpfe rollen, dann wenigsten solche mit Frisur? Wird Benoit als Medienchef ersetzt?

Eine Stunde später war das Handy von Benoit immer noch abgestellt.

(So, jetzt habe ich wieder einmal viel geschrieben und etwas aufgeholt. Ich freue mich riesig auf die PK.)

Mai 23, 2007, 06:08 nachm.
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