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26. Mai 2007

Adrian Kuhn vs. Köbi Knup

Es ist immer dasselbe, wenn man dem Nationaltrainer gegenüber steht: Es ist wie seinerzeit, als man dem Schulhausabwart zur Begrüssung die Hand reichte, die zuvor das Luftventil seines Velopneus aufgedreht hatte. Man hat ein schlechtes Gewissen, weil man ihn eigentlich mag, und der arme Kerl jetzt mit einem Platten nach Hause fahren muss, aber man weiss, dass man ihm trotzdem wieder die Luft rauslassen wird.
Es sind solche Urinstinkte, die uns Menschen antreiben und die Darwin schon beschrieben hatte im Traktat über das Verhältnis von Velopumpe und Evolution ("About bike pump and evolution"). Die einen können Fahrrad fahren, die anderen nicht, eine natürliche Selektion.
Kann die Schweizer Nationalmannschaft Fahrrad fahren? Kann Köbi Kuhn Fahrrad fahren? (Apropos: Die Tatsache, dass in den Neunzigerjahren die Radprofis des Teams Telekom systematisch gedopt waren, wie verschiedene Geständnisse dieser Tage in Deutschland zeigen, ist eine weitere Bestätigung hierfür: Wer sich nicht dopt, hat keine Chance und bleibt in der Evolutionssstufe zurück, wer sich dopt, gewinnt; Darwin hätte das Doping befürwortet, denn schon die Höhlenbewohner in der französischen Dordogne oder im algerischen Tassili n'Ajjer müssen bekifft gewesen sein, als sie Mammuts jagten, denn nur wer 'stoned' war - daher der Ausdruck "Stein-Zeitalter" - und richtig Kohldampf hatte, konnte allen Ernstes daran denken, zum Frühstück einen Mammut aufzutischen.)
Aber zurück zur Ausgangsfrage: Ja, ich glaube, die Schweizer Nationalmannschaft hat die Chance, das Fahrradfahren zu lernen. Adrian Knup als neuer Teamberater jedenfalls hat sich an der Pressekonferenz von heute brillant geschlagen, eine perfekte Besetzung. Die Details der PK sind morgen in allen Zeitungen, drum hier nur kurz. Adrian Kuhn (der Versprecher stammt von einem Kollegen des Blicks, der damit unfreiwillig, aber präzis die neue Konstellation im Führerhauptquartier des SFV beschreibt) wird Köbi Knup im technischen Bereich, aber auch in der Medienarbeit ergänzen. Er werde als Teamberater proaktiv informieren, so wie er als Stürmer im Strafraum proaktiv agierte.
Auf die Frage, ob die Reorganisation irgendetwas mit den schlechten Leistungen der Nationalmannschaft der letzten Monate zu tun hat, verneinte Chefcoach Kuhn. Es habe einzig und allein damit zu tun, dass nächstes Jahr die EM in der Schweiz stattfindet und darum mehr Resourcen notwendig sind. Auch die Frage, ob er an Autorität verliere, jetzt, wo ihm verschiedene Leute, unter anderem auch Hansruedi Hasler, Technischer Direktor des SFV, zur Seite gestellt wurden, verneinte er. "Am Schluss entscheide immer noch ich allein", versicherte Kuhn an der PK.
Ich will ihm heute alles glauben.
Im Sinne einer positiven Berichterstattung, wie der Delegierte des Nationalteams Ernst Lämmli forderte, wünsche ich allen eine gute Nacht.
P.S. Nein, ich bin nicht bekifft. Nicht genug für ein Mammut-Spiessli, jedenfalls (für ein paar Zeilen hat's grad gereicht).
P.P.S Ja, N'Kufo hat ausrichten lassen, er wolle gerne reden, aber nicht mehr heute, weil er Geburi feiert, sondern morgen, zu früher Stunde, also für mich wie üblich so gegen 11, ungefähr.

Mai 26, 2007, 02:24 vorm.
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Kommentare

Das Communiqué des Verbands ist etwas dürftig ausgefallen.

Sie kündigten aber eine so genannte "40-Mann-Kaderliste" an, in der die potentiellen Euro Teilnehmer aufgelistet sind. Kannst Du vielleicht herausfinden, wo diese Liste publiziert wird?

Kommentiert von: cornel | 30.05.2007 12:38:50

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