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25. April 2007

Wohin mit dem Ball?

Es ist ein fantastischer Abend, Sternenhimmel, milde 24 Grad um halb zehn am Abend, am Lago di Bracciano, nördlich von Rom. Mo und Irene, die Gastgeber, vor zwei Jahren von Hongkong hergezogen, er ein erfolgreicher Bänker, sie Psychologin, hatten beide die Nase voll von Entenbrust und Glasnudeln und kauften dieses Stück Land mit Seeanstoss, ein Garten so gross, dass man locker einen Fussballplatz daraus machen könnte (was leider nicht geschehen wird). Fünf Frauen, zwei Männer, das die unfaire Ausgangslage für die Diskussion, welcher ich mich mit diesem Blog kurzfristig entziehe. "Female Brain", das weibliche Gehirn, so der Titel eines erfolgreichen Buches, das eine der Frauen, Hanne, zurzeit liest (sie war in L.A. zu Besuch bei meiner Kollegin Beatrice Schlag, die ihr natürlich das Buch wärmsten empfahl). Im Moment steht es 5:2 für die Frauen oder anders: Männer stehen in der Evolutionsleiter den Affen näher als dies Frauen tun. Darum sind wir auch Fussballangefressen, stehen auf schnelle Autos, trinken Bier (also alles Dinge, die auch die Affen machen). Meine Frau hält gerade einen Monolog über die Dumpfbacken, die von ihren Sitzen hochspringen, wenn ein anderer Dumpfbacke ein Tor schiesst.
Zugegeben, gestern bin ich zweimal hochgesprungen (als Kaka gegen Manchester United buchte), dreimal bin ich sitzengeblieben, am Ende hiess es 3:2 für ManU gegen Milan. Und doch schwärmten die Gazetten auch heute vom "Maradona"-Tor Messis, dem Kleinen von Barcelona, der letzte Woche etwa 17 Gegner umspielte, bevor er den Ball ins Tor schlenzte. "Ich wusste nicht, wem ich den Ball zuspielen sollte", antwortete Messi auf die Frage, wie er nur auf die Idee gekommen war, so ein Tor zu schiessen.
Ich frage mich: Wieso sieht es immer anders aus, wenn die Schweizer Nationalspieler nicht wissen, wem sie den Ball zuspielen sollen?
Time out is over, ich muss zurück an den Tisch. Morgen gehe ich kurz mal bei Valon Behrami vorbei, der wohnt gleich hier um die Ecke. Am Wochenende findet das Römer Derby statt, mit dem Schweizer Internationalen in der Startformation für Lazio. Immerhin, hier hat er einen Stammplatz.

April 25, 2007, 10:48 nachm.
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Kommentare

Und, wie geht's dem Valon? Würde ihm auch in der Nati einen Stammplatz gönnen. Ob er in Italien wirklich spielt wie ein Flügelgott (man hört es häufig) und nur Köbi dies nicht mitkriegt, kann ich nur schlecht beurteilen. Tagi Online meint:

"Valon Behrami gehörte bei Lazio zu den schwächeren Akteuren, sein Gegenspieler Mancini überforderte den Tessiner in regelmässigen Abständen."

Kommentiert von: Erich Hänzi | 30.04.2007 11:12:55

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