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19. April 2007

Wenn der Orkan bläst

Ich mache es kurz: Ja, die Nationalmannschaft der Schweizer Sportjournalisten (NSSJ) hat überraschend verloren und eigentlich auch unfairerweise, denn wenn wir mehr Tore erzielt hätten, hätten wir gewonnen.
Allerdings: Es war nur ein Testspiel, und wie wir seit dem Testspiel der Schweiz gegen Kolumbien im Trainingslager in den USA dank Köbi Kuhn wissen, sind Testspiele zum testen da.
Am Dienstagabend testeten wir gegen die starke Weltauswahl der Fifa (u.a. mit ihrer Nummer 10, Andreas "Maradona, die Walze" Werz) zu erst einmal unsere Beweglichkeit. Beim Mannschaftsfoto zu Beginn des Spiels schafften es die Beweglichsten von uns in die Hocke.
Ponstan_2Tagi-Sportchef Fredy Wettstein gelangen in der ersten Halbzeit zwei Paraden, und beide Male konnte er ohne fremde Hilfe wieder aufstehen. Was für andere Dulix, ist für Fredy Ponstan. Fredy hat keine Kniegelenke mehr, aber Leidenschaft. Zur Pause lagen wir 0:2 in Rückstand.
Dann kam unser Joker Ratinho, der mit Kaiserslautern in der Bundesliga einst Meister geworden war. Er schoss zu Beginn der zweiten Halbzeit den Anschlusstreffer. Wie versprochen wollte auch ich ein Tor erzielen; einmal scheiterte ich halbrechts aus kurzer Distanz nach genialem Pass von Spielertrainer Peter Birrer (Neue Luzerner Nachrichten) am hervorragenden Torhüter der Weltauswahl, einmal von Ost-Südost kommend aus circa 17 bis 41 Metern (präzise Koordinaten sind mit Kontaklinsen bei Flutlicht nicht möglich) nach einer von Rainer Meier (Axpo, Ex-FC-Frick) ausgelösten Angriffswelle. Beim dritten und letzten Versuch stand ich in optimaler Position in des Gegners Strafraum. Ratinho hatte dirigiert: "Lange, in Mitte geh!" Doch der schlaue Ratinho benützte mich nur als geschicktes Alibi, um den Freistoss (der pfeilschnelle Andrea Naegli von Sat1/Teleclub hatte nur unfair gestoppt werden können) direkt aufs Tor zu schiessen - der Ball flog knapp an die Unterkante des Auffanggitters hinter dem Tor.Pele_fallruckzieher_2
Felix Bingesser (Sportchef der Aargauer Zeitung und Präsident der NSSJ) hatte das Pech, dass immer dort, wo er gerade zu einem Sprint ansetzen wollte, ihm jeweils "ein Orkan blasen entgegen" (Ratinho), er also irgendwie nicht vom Fleck kam, doch ehrlich gesagt, in der zweiten Halbzeit blies uns allen ein Orkan entgegen.
1:4 verloren die Sportjournalisten, womit einmal mehr bestätigt wäre, dass Schreiben einfacher ist. Beim anschliessenden Nachtessen, von der Fifa gesponsert (die Credit Suisse hatte die Dresses freundlicherweise geliefert), dankte uns der Delegierte der Weltauswahl für das faire Spiel. "Es ist unser erster Sieg dieses Jahr." Als Delegierter der Nationalmannschaft bedankte ich mich für das Essen. Gibt's nächstes Mal auch noch ein Dessert dazu, könnten wir der Fifa vielleicht auch noch einen zweiten Sieg schenken. Wir werden es im Mannschaftsrat besprechen.
Wir Journalisten sind zwar käuflich, aber unter einem gewissen Preis geht nichts. Sonst gewinnen wir wieder und zahlen das Essen dann halt selbst.
Argentinien_mit_taschen_2P.S. Indianer kennen keine Schmerzen, heisst es. Nur dumm, sind wir keine Indianer. Konnte heute zwar aufs Klo sitzen, aber dann kaum mehr aufstehen. Haben die mich blöd angeschaut im "Terrasse", als ich die Toilette nicht mehr verliess. Aber hat Spass gemacht, Jungs. Das nächste Spiel, vermutlich gegen die Kollegen aus Südamerika (im Vorfeld von Schweiz-Argentinien am 2. Juni), wird sicher leichter. Easy, wie das nächste Testspiel für Köbi Kuhn.

April 19, 2007, 12:34 vorm.
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