26. Dezember 2007

P.S: Frohe Weihnachten!

Nein, ich war nicht in der Karibik (ich bin kein Fussballer, und künstliche Titten habe ich auch keine), und in Kirgisien war ich auch nicht (Mamma weiss nicht spontan, wo das ist, wie sie sagt, und befürchtet drum, dass ihre Gebete mich nicht erreichen in solchen Gegenden).
Ich war die ganze Zeit hier, das heisst in Bethlehem, denn seit meine proaktiv katholische Mutter vor einer Woche nach Zürich kam, im Gepäck 34 Flaschen Wein, Lasagne, meinen Vater, Radicchio Trevisano, zwei Bananenschachteln Kriegsproviant, durfte ich das Haus, wo mit Mamma plötzlich der Heilige Geist zurückgekommen scheint, nicht mehr verlassen.
"Zuerst wird gegessen!" Jeder Antrag, zwischendurch vielleicht das Zvieri ausfallen zu lassen, war nach eingehender Prüfung aller möglicher Varianten von meiner Mutter verworfen worden.
Morgen reist sie wieder heim, glücklich, dass ihr Sohn wieder etwas Farbe hat im Gesicht und zwei, drei Kilos mehr auf den Rippen, was ihn, wie sie glaubt, ohne Probleme durch diesen harten Winter bringen sollte.
Grazie Mammina! Du kochst göttlich.
Heute sprach der Papst seinen bekannten sozialkritischen Segen Urbi et Orbi, was übersetzt soviel heisst wie "taubstumm und blind", also uns alle betrifft, die wir mit geschlossenen Augen durch die Welt gehen, unfähig, das Leid zu sehen, das uns umgibt, geschweige denn, dieses Leid auszusprechen.
Zum Beispiel:
Wieso trifft Nkufo mit seinem Klub regelmässig in des Gegners Gehäuse, am letzten Wochenende zum elften Mal (!), und in der Nationalmannschaft orientiert er sich an den synoptischen Evangelien? ("Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Kufo ins Tor komme.")
Auch das hat der Papst heute damit gemeint: Fragt nach, wenn ihr das Leid seht, und redet darüber.
Nkufo wäre die Geschichte, die ich erzählen würde, würde ich noch erzählen.
Hat sich der Aufstand um St.Blaise gelohnt?
Andere werden die Antwort geben müssen, denn mit diesen Zeilen verabschiede ich mich.
„Niemand kann zweien Herren dienen. Entweder er wird einen hassen und den andern lieben, oder wird einem anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Frank dienen und dem Roger.“ (Mt. 6:24)
Mit anderen Worten: Ich wechsle als Assistenztrainer an die Dufourstrasse und kann somit weder die Fussball-Kolumne noch diesen Blog bei der Wewo weiterführen. Scholastiker beider Glaubensrichtungen haben die Sache geprüft, aus neutestamentarischer Sicht ist nur diese eine Lösung möglich.
Es wurde behauptet, ich hätte mich dem schönen Mammon hingegeben und den Weg des Geistes verlassen, ohne darauf hinzuweisen, dass ich fortan einen grösseren Obulus entrichten werde in Form von Tributzahlungen, die allen Mitbrüdern zugute kommen werden in Zürich, wo überall nach Gold geschürft wird in der Stadt, aber später dann an jener Stelle doch nur wieder eine neue Strasse geteert ist.
Nein, es ist dies nicht der einzige Grund, Kirche zu wechseln. (Vgl. dazu: Jochen Weiß: Mammon. Eine Motivgeschichte zur Religiosität des Geldes. Dissertation, Universität Mannheim 2004.)
Wer monokausalen Erklärungen misstraut, wage drum in Zukunft einen Blick auf anderes Papier. Vielleicht lohnt es sich.
Vorderhand bleibt mir nichts anderes übrig, als allen zu danken, die hier mitgemacht haben. Abgemacht war, bis zum EM-Titel der Schweizer zu bloggen. Ich bitte um Nachsicht, die Waffen frühzeitig zu strecken.
Am 20. Februar findet der nächste Fussball-Talk im El Lokal statt. Die Kulturinsel an der Sihl ist religionslos, bis zur EM ziehen wir das zumindest in diesem Rahmen voraussichtlich wie versprochen durch.
Bis dann wünsche ich allen weiterhin offene Ohren und offene Augen!
Grazie & arrivederci, wdg
P.S. Frohe Weihnachten!


26. Dezember 2007, 01:30 Uhr
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11. Dezember 2007

Apropos El Lokal und Modefan

Der vorvorletzte Kommentar erinnert mich daran, daran zu erinnern, dass am kommenden Mittwoch, 12. Dezember, der letzte Fussball-Talk in diesem Jahr stattfindet. Wie immer im El Lokal (www.ellokal.ch), ab 20 Uhr. Die Gäste:
1. Murat Yakin. Er wird uns sagen, wann es bei GC knallt (diese Woche noch?), wann er seine Trainerdiplome alle hat (WM Patagonien 2054?) und wieso sein Ruhepuls aufgerundet 17 ist.
2. Johnny Leoni. Er wird uns verraten, ob er auf Italo-Western steht, in welcher Sprache er sich mit Tihinen ganz hinen in der Verteidigung abspricht und was er von einem hält, der solch dämliche Fragen stellt.
3. Hansruedi Hasler. Er ist der Königsmacher im SFV, offiziell Technischer Direktor genannt. Er ist Erfinder des 40-er Kaders, des Rotationsprinzips und Köbi Kuhns.
Es ist die letzte Gelegenheit vor Weihnachten, sich bei Glühwein und Manderinli gemeinsam über das Wesentliche im Leben zu unterhalten.
Was mir diesbezüglich schon lange auf der Zunge brennt, der Modefan, hier nur nebenbei:
Ich werde verdächtigt, ein Modefan zu sein, vom Blogger Simon, der im Büro gleich hinter mir sitzt und Brunner heisst, ein Agent Provocateur (keine Unterwächse, nein!) und GC-Fan. Er kann nicht fassen, dass man nicht für eine einzige Mannschaft ist, denn er lässt sich von einem hermeneutischen Trugschluss blenden und alimentiert aufgrund falscher Prämissen, aber gezielt die Polemik, die eigentlich Kernkompetenz ist von dem, der vor ihm sitzt.
Modefan ist, wer heute dem Fussball zujubelt, morgen dem Synchronschwimmen, übermorgen dem Sackgumpen, dann an der WM wieder dem Fussball und zwischendurch nur Roger Federer.
Fussballfan hingegen ist, wer der sublimen Ästhetik des footballs verfallen ist, obwohl sie selten offenbar ist, wer die epische Tragödie erkennt, die sich hinter einem verschossenen Elfmeter verbirgt und gleichzeitig die Jubelfanfaren der Helden im Ohr hat, die Chorgesänge gregorianischer Bärte und die Glocken von Jericho, wer die philosophische Tiefe in einem 4-4-2 sucht und nie findet und trotzdem Kind und Frau und Haus abends verlässt, um sich bei Minusgrad den Hintern abzufrieren in einem halbleeren Stadion, weil er weiss, dass selbst beim ärgsten Gekicke ein perfekt getretener Freistoss möglich ist, ein überraschender Spielzug, ein magistrales Tor, wofür sich dann alle Frostbeulen der Welt gelohnt haben, wer als Halbbelichteter belächelt wird von den Synchronschwimmfans, weil nicht allein der graziös in Form gebrachte spitze Zehe die Kür entscheidet, sondern die Fähigkeit, den Zeh dergestallt in Position zu bringen, dass der Ball die richtige Reise nimmt, ja, diese Krankheit ist weder blau noch rot und weiss, sondern unheilbar polychrom, was fahnentechnisch komplex und nur dialektisch zu lösen ist, aber ein Höchstmass an Endorphinen garantiert, endogenem Morphin, ein körpereigenes Opioid, das euphorisierend wirkt im Gegensatz zur Kirche, die Dopingfahnder Marx als lähmendes Opiat entlarvte und weltweit vergeblich zu verbannen suchte statt Fussball zu spielen mit Engels, kurz: Spielt es eine Rolle, wessen Farbe ein Messi trägt, ein Kaka oder Ronaldinho solange sie uns teilhaben lassen an ihrem Leben, das nicht ist von dieser Welt? Spielt es eine Rolle, welches Shirt ein Maradona trug, als die Bälle ihm gehorchten wie keinem anderen nach ihm? Soll man umgekehrt die Übersicht eines Blinden feiern, weil er zufälligerweise die richtigen Stulpen trägt?
Ich erklär mich schuldig, ja, ich bin ein Fussballhedonist, frei von jeder Farbe, frei von jeder Mode, bis tief in die Knochen konservativ, denn eins nur strebe ich an, hüben wie drübn, den grösstmöglichen Lustgewinn. Ob GC, FCZ, Thun oder Avellino Calcio - wer drei Pässe ohne Fehler spielen kann, hat mich praktisch schon im Sack.
Zu viel verlangt?
(Bei Italien mache ich eine Ausnahme, aber auch nur an WM-Finals!)

11. Dezember 2007, 00:10 Uhr
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06. Dezember 2007

Natascha Campus

Ich habe heute kurz mal vorbeigeschaut im GC Campus in Niederhasli. (Wie die Zürcher wohl spielten, hiesse der Ort Obertiger oder Superbären?) Jedenfalls wollte ich mir ein Bild machen von der Vorbereitung aufs Derby vom Sonntag. Sozusagen ein Besuch im Keller wie seinerzeit bei Natascha Campus (ich habe heute grad eine Pressemitteilung erhalten, dass die Wienerin eine eigene Talkshow erhalten soll und ich herzlich eingeladen bin, darüber zu berichten, was ich hiermit geschickt gemacht habe).
Insgesamt waren im GC-Kampusch total ein Journalist (inkl. mir) vor Ort, was aber Trainer Hanspeter Latour nicht daran hinderte, das Training trotzdem durchzuführen. Man kann nicht immer vor grosser Kulisse zaubern, und ganz allein waren die Jungs ja nicht.
Der Besuch hat sich sehr gelohnt und ja, um dem hartnäckigen Simon in diesem Blog zu antworten, früher gehörte GC zu meinen Lieblingsvereinen, als die Grasshüpfer noch Fussball spielten.
Vielleicht ist es bald wieder soweit, liebe GCler.
Jedenfalls muss ich nach dem heutigen Ausflug meine Meinung über Latour revidieren: Der Mann ist voll engagiert, geduldig und hat ein grosses pädagogisches Potential.
"I tüüfi spüue... nei, nei ...auä...valà, so gheits .. u hinge, u vore, u däte... u nomou...u hinge, u ache..u äha...u uhu..."
Zugeben, alles habe ich nicht verstanden, drum habe ich Verteidiger Gulliermo Vallori nach dem Training gefragt, was der Trainer ihm denn an Taktischem alles mitgegeben habe fürs Derby. Eine geschlagene Viertelstunde hatte Latour nämlich am Schluss der Übungseinheiten auf den 25-jährigen Spanier Vallori eingeredet. Er verstehe kein Deutsch, sagte mir der Spanier in seiner Muttersprache, aber er wisse, dass sogar Schweizer mit dem Dialekt des Trainers Mühe hätten.
"Wie weisst du denn, was der Trainer von dir verlangt?" - "Ich spüre, was er mir sagen will. Und nächstes Jahr nehme ich sowieso einen Deutschkurs."
Zuversichtlich stimmt auch die Neuverpflichtung in der GC-Verteidigung. Nicht so gross wie Vallori, aber stämmiger und mit Wollmütze bis tief in die Stirn. 1:0 gewann das A-Team das Abschlussmätschli gegen das B-Team von GC, der neue Spieler war einer der Besten der siegreichen Mannschaft: Seine Pässe waren präzis, ansatzlos und scharf getreten, sein Stellungsspiel makellos, seine Präsenz auf dem Platz war (entgegen Kubis Kritik, GC fehlten Persönlichkeiten) dominant, er strahlte Ruhe und Sicherheit aus. Kurz: Die langersehnte Verstärkung für GC.
Ich fragte den überragenden Spieler nach dem Training, ob er sich aufs Derby freue. "Ja, aber ich werde nicht spielen", sagte Murat Yakin. Und übrigens habe nicht das A-, sondern das B-Team das Mätschli gewonnen, seine Mannschaft eben, aber gegen den FCZ werde das A-Team einlaufen.
Das macht rein alphabethisch Sinn.
Ich habe Muri eingeladen, am kommenden Mittwoche, dem 12. Dezember 2007, beim Fussball-Talk im El Lokal mein Gast zu sein. Er soll uns erklären, wie es möglich ist, dass ein Frührentner wie er im GC-Spiel nach wie vor den Takt angeben kann, und wenn's nur bei einem Trainingsmätschli ist.
Vielleicht liegt's daran, dass er Latour nicht nur spürt, sondern auch versteht. Und sich immer schön ans Gegenteil hält. Oder vielleicht spürt er das Gegenteil von dem, was dieser sagt.
Meine Wettchancen mit Erich Vogel sind jedenfalls intakt, denke ich.
Der FCZ verlor heute 0:1 gegen Moskau, GC verlor 0:1 gegen GC, beide Teams stehen beim Derby unter grossem Erwartungsdruck. Oder wie Max Merkel sagen würde. Man verliert, gewinnt oder trennt sich unentschieden. Mehr liegt im modernen Fussball fast nicht mehr drin.

6. Dezember 2007, 23:13 Uhr
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03. Dezember 2007

Auswärtsspiel gegen die Türkei

Schwierig für die Schweiz wird das Auswärtsspiel gegen die Türkei in Basel. Trotz Heimvorteil für die Türken sollte die Mannschaft von General Terim aber zu knacken sein. Wie sagte Terim gestern nach der Auslosung auf allen Kanälen von SF? Zuerst Freundschaft, dann Fussball.
Die Frage bleibt: Wie werden die Tickets verteilt, damit wenigstens gegen Portugal ein paar Schweizer Fahnen im Stadion wehen?
Apropos Fahnen: Meine Frau ist CH-Portugiesin, ich bin Niederlassung-B-Italo, dank erleichterter Einbürgerung bald Appenzeller, mein Sohn bleibt Römer - das Dilemma der richtigen Fahne wird mir bei jedem Sonntagsbrunch bewusst, wir verzichten drum beim Käffele grundsätzlich auf den Fahnengruss.
Der Holländer Leo Beenhakker zum Beispiel ist ein polnischer Heiliger, er sammelt weltweit Fahnen, in seinem Keller hat er auch eine von GC. Überall auf der Welt hat Don Leo schon gearbeitet, aber festlegen würde er sich nie. Ich traf Beenhakker am Abend vor der Auslosung bei einem Galadiner in Luzern:
"Herr Beenhakker, Gratulation im Nachhinein zu Ihrem Erfolg mit Polen." - "Vielen Dank. Es ist ein wunderbarer Erfolg." - "Wie ist das Leben als Heiliger?" - "Für mich hat sich nach dem Erfolg mit Polen nichts geändert, aber die Leute verehren mich tatsächlich wie einen von Gott Gesalbten. Ehrlich gesagt, es ist mir ein bisschen zu viel." - "Mit GC gelang Ihnen seinerzeit nichts Wunderliches, trotzdem schwärmen alle Spieler von Ihnen. Wieso?" - "Wir hatten eine gute Stimmung im Team." - "Thomy Bickel lässt Sie übrigens grüssen." - "Thomy, ein hervorragender Spieler! Wie auch Alain Sutter, Sforza, Gren, die jungen Murat, Ramon und Johann Vogel. Wir hatten ein Topteam." - "Wir sind angehalten worden, während der Gala keine Interviews zu führen, drum gehe ich jetzt wieder ans Dessertbuffet. Wollen Sie auch ein Schoggimousse?"
Don Leo, an meinem Nebentisch sitzend, wirkte den ganzen Abend lang sehr entspannt, als würde er ahnen, dass ihm die Götter am Tag darauf Deutschland zuteilen würden. Götter, die offenbar eine andere Vorstellung haben vom Begriff "Traumlos" als wir hienieden. Polen-Deutschland ist eine Traumbegegnung, Italien hat mit Frankreich und Holland ein Traumlos bekommen. Je schwieriger die Aufgabe, um so mehr Gefallen scheinen die Götter am Fussball zu haben.
Wir sollten ihnen nicht widersprechen.
Die Schweiz kann gegen die Türkei auswärts in Basel gewinnen, schwieriger wird das Eröffnungspiel gegen Tschechien zu Hause in Basel. Zu Portugal darf ich mich nicht äussern, aber wir werden wieder bittere Tränen vergiessen - zusammen am Public Viewing. Tickets fürs Stadion werden immer rarer.

3. Dezember 2007, 10:01 Uhr
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30. November 2007

Wette mit Erich Vogel

Beim Talk im El Lokal am vergangenen Mittwoch habe ich mit Erich Vogel folgende Wette abgeschlossen: Sitzt nächste Saison weiterhin Hanspeter Latour auf der Trainerbank von GC, verkaufe ich Bratwürste beim ersten Heimspiel der Zürcher. Beginnt GC hingegen die neue Saison ohne Latour, steht Erich Vogel einen Abend lang hinter dem Tresen im El Lokal.

Hätte ich vor Wochen eine ähnliche Wette zu Assistenstrainer Murat Yakin gemacht, Erich Vogel müsste noch diese Weihnachten den Zapfhahnen im El Lokal bedienen. Denn entgegen den hundertprozentigen Versicherungen, dass das GC-Trainer-Trio mit Latour, Yakin und Grüter nicht  zur Disposition stehe, wurde Muri zuerst von der Trainerbank auf die Tribüne verbannt und jetzt gar aus der Mannschaft gekippt.

Die offizielle Version wird natürlich anders lauten - Muri sei weiterbefördert worden zum Chefscout oder so. Tatsache ist: Nach knapp einem halben Jahr wird bei GC - was kaum jemanden verwundert, ausser bei GC - das Trainer-Dreigestirn neu positioniert. Ob’s nützt? Kaum, an welchem Tag Erich Vogel nächste Saison Bier ausschenkt, werde ich aber bei Zeiten durchgeben.

Kubilay Türkyilmaz, der ebenfalls im El Lokal zu Gast war (Erich Vogel: "9 von 10 Penalties, die Kubi für uns rausgeholte, waren erfunden!"), benennt das Problem bei GC wie folgt: "Die Mannschaft hat keine Persönlichkeit, weil sich keine Persönlichkeiten unter den Spielern befinden." Zu seiner Zeit sei es sicher nicht einfach gewesen für Erich Vogel und Trainer Christian Gross, Spieler wie ihn zu verwalten, "aber immerhin hatten wir Erfolg". Kubi, Subiat, Esposito, Murat Yakin, Moldovan, Comisetti, Lombardo, Johann Vogel - sie alle seien zum Teil unbequeme Spieler gewesen und schwierig im Unterhalt, aber wenn es darauf angekommen sei, dann hätten sie Charakter gezeigt und ein Spiel noch umgebogen.

Otmar Keller (schreibt sich tatsächlich so!), einst Konditionstrainer bei GC, diesen Sommer im erfolgreichen Segelteam von Alinghi, seit November nun für die Physis der Schweizer Nationalmannschaftspieler zuständig, versichert, dass Kubi durchaus gute Trainingsbereitschaft zeigte. "Er wollte immer der Schnellste sein." Und vor allem: "Keiner wie er konnte die Kraft einteilen und im richtigen Moment lossprinten." Mit anderen Worten: Er stand 90 Minuten faul rum und knallte sie in letzter Sekunde ins Lattenkreuz. Kubi formuliert es anders: "Wäre ich öfters und länger gerennt, hätte ich keine Kraft mehr gehabt für den Torschuss."

Was den Formstand der Schweizer Nationalmannschaft anbelangt, gibt sich Otmar Keller zuversichtlich, obwohl er zugibt, dass er nicht mehr sehr viel machen kann. Die Zeit sei knapp bis zur EM, und weshalb er erst jetzt engagiert worden sei, müsse man andere fragen. Bis zur Euro 2008 jedenfalls, so Keller, würden Köbi Kuhns Spieler fit sein. "Otmar ist doch gar nicht für die EM 2008, sondern für die WM 2010 angestellt worden", behauptet Kubi zwar, angestellt nämlich vom zukünftigen Nationaltrainer Christian Gross. "Er hatte mit Otmar bei GC zusammengearbeitet. Otmar ist der Beste, darum liess ihn Gross für die WM 2010 schon mal anbinden."

Leider ging uns irgendwann mal das Bier aus und damit verbunden die analytische Tiefenschärfe, um diese und andere Fragen am Tresen weiter zu vertiefen. Kurz nach 1 Uhr verliess ich das El Lokal. Erich Vogel ist noch etwas länger geblieben. Vermutlich, um sich die taktische Anordnung der Zapfsäulen zu merken - die Wette gilt!

P.S. Der nächste und letzte Talk in diesem Jahr findet bereits am 12.12.2007 statt.

30. November 2007, 15:05 Uhr
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27. November 2007

Kubi im El Lokal

Am kommenden Mittwoch, 28. November, findet der nächste Fussball-Talk im Zürcher El Lokal statt (www.ellokal.ch). Mit dabei unter anderem Kubilay Türkyilmaz und Erich Vogel. Da wir noch keine Konzession haben für die Eurovision und CNN nicht Schweizerdeutsch überträgt, werden wir den Abend weiterhin genuin-klassisch gestalten - Fragen werden am Ort beantwortet, also am Tresen oder auf der Bühne. Podcast und so Sachen sind noch in der Evaluationsphase IIa, aber merci für die Nachfrage. Alle Blogger sind besonders herzlich eingeladen, am Mittwoch auf ein Bier vorbeizuschauen. An dieser Stelle ein Kompliment: Trotz fahrlässiger Betreuung meinerseits entwickelt sich dieses Forum prächtig - kontrovers, ungeschminkt, überraschend. Dafür möchte ich mich bei allen Fussball-Tifosi und anderen Typhus erkrankten Protoanarchisten bedanken: Die Regeln sind da, um missachtet zu werden - zumindest in diesem Blog. Keine Denkschranken, kein Taktieren, kein Jonglieren mit dem Luftballon. Der Fussball lebt von den Fans und nicht umgekehrt. Jeder ist ein Experte bis der empirische Beweis erbracht ist, wo beim Ball oben und unten ist. Der Fussball-Talk im El Lokal orientiert sich an dieser agnostischen Leitplanke. Kein Fussball-Gott über uns - ausser George Best, seelig.
Französisch- resp. Italienischkenntnisse würden übrigens nicht schaden am nächsten Mittwoch: Kubi spricht zwar Deutsch, aber auf Französisch oder Italienisch versteht man ihn.

27. November 2007, 00:14 Uhr
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25. November 2007

Traumlos?

Sorry, wenn ich wieder mal kurz in die Diskussion eingreife. Der Kleine ist im Bett, der Grosse büffelt auf ein Chemie-Ex, meine Frau ist noch in Berlin, und auf SF1 singen Vico Torriani und Beni Kalkutta liegt am Ganges. Beste Zeit für ein paar grundsätzliche Gedanken zur WM-Auslosung, die heute in Südafrika stattgefunden hat.
Die Tagesschau sprach von Götter, die der Schweiz wohlgesinnt sind, von Traumlos und dergleichen
Das Gegenteil ist der Fall. Als Fussballfan hätte ich mir keine langweiligere Gruppe vorstellen können. Griechenland und Israel als attraktivste Gegner, dann Moldawien, Lettland und Luxemburg. Riesenheuler!
Alles sympathische Gegner, es würde gar keine richtige Schadenfreude aufkommen, sie zu besiegen.
Würde. Denn ich zweifle, ob die Schweiz sich in dieser vermeintlichen Zwergen-Gruppe so locker an die WM 2010 chügele kann.
Das Problem der Schweizer Nationalmannschaft, neben ein paar anderen Problemchen, ist, dass sie das Spiel nicht gestalten kann. Eine richtige Nummer 10 fehlt, Hakan Yakin hätte das Potential dazu, aber es ist schon alles gesagt über ihn.
Die Schweiz hat dieses Jahr (Ausnahme: Deutschland) gegen grosse Gegner wie Argentinien und Holland ordentlich gespielt, nicht weltmeisterlich oder stratosphärisch gut, wie bisweilen zu lesen war, sondern ordentlich, ansprechend. Gegen alle anderen, vermeintlich schwächeren Gegner, sah das Team von Köbi Kuhn schwach aus.
Mit anderen Worten: Ist der Gegner attraktiv und eine grosse Nummer im Weltfussball, scheinen die Schweizer ihr Potential, das individuell durchaus vorhanden ist, anzapfen zu können, auch als Kollektiv. Bei vermeintlich schwächeren Gegner gelingt dies nicht.
Nicht gegen die Grossen hat die Schweiz bisher versagt, sondern gegen die Kleinen!
Russland hat bei der EM-Quali in Israel verloren, obwohl die Israeli bereits out waren. Griechenland hat mit Rehagel wieder an jene Leistungen angeknüpft, die die alten Attiker zum EM-Titel puschten.
Moldawien? Moldovan ist zwar Rumäne, aber vielleicht haben die Moldawier ja auch ein paar Jungs, die tschutten können. Lettland? Luxemburg? Gibt keine Lorbeeren, wenn man sie besiegt, aber viel Prügel, wenn man verliert. Schlechte Voraussetzungen!
Mag ja alles falsch sein, aber mit Mannschaften wie Italien, Frankreich oder auch Deutschland - nicht gleich alle in derselben Gruppe, wohlverstanden - hätte die Schweiz, denke ich, paradoxerweise grössere Chancen auf eine WM-Qualifikation 2010 als jetzt mit diesem Traumlos.
Irgendwie befürchte ich, waren die Götter hinterhältig mit der Schweiz - verkauft ihr eine Arschkarte als Lottosechser!
Warten wir mal ab, was bei der EM-Gruppenauslosung am 2. Dezember passiert. Daumen drücken, dass die Schweiz grosse Kaliber zugelost bekommt - und dadurch aus sich herauswächst.
P.S. Auf SF1 wird grad Mani Matter gefeiert - ein Spielmacher, wie ihn die Schweizer Fussballer heute bräuchten. Virtuos, einfallsreich, überraschend, selbstsicher, bescheiden. Wäre Matter Fussballer, mit seinem Spielwitz hätte er jeden noch so dichten Verteidigungsriegel ausgeheblt.
Man muss es einfach sagen: Die Berner sind ganz gross!
Was das mit Fussball zu tun? Eben leider nichts.

25. November 2007, 21:10 Uhr
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21. November 2007

Petric und Rakitic

Nach dem Rohrkrepierer von gestern (CH-NIG), ein fantastisches Spiel heute (ENG-KRO)!
Womit im Nachhinein auch klar ist, weshalb sich Petric und Rakitic für Kroatien entschieden hatten.
Nicht Geld oder Blumensträusse gaben den Ausschlag, sondern die Perspektive, guten Fussball zu spielen. Als gute Fussballer, die sie sind, fiel den beiden Ex-Baslern die Entscheidung leicht.
Das Hornussen überlassen sie weiterhin Köbi Kuhn.
P.S. Würde mich wunder nehmen, wie lange die Schweizer auf dem tiefen Boden von Wembley durchgehalten hätten. 50 Minuten? Eine Viertelstunde?

21. November 2007, 23:14 Uhr
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20. November 2007

Matchbericht CH-NIG 0:1

Mangels Match entfällt der Matchbericht heute.

20. November 2007, 22:43 Uhr
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19. November 2007

Beni for ever!

Der Sonntagsblick erinnerte gestern daran, dass Beni Thurnheer dem Blatt einst versprochen hatte: "Mit dem 1000. Nati-Tor wird Schluss sein." Beni ist 58 Jahre alt, der Nationalmannschaft fehlen noch 34 Tore zur Tausenderpackung. Persönlich finde ich, hätte es Beni verdient, schon mit 65 in Pension zu gehen. Aber versprochen ist versprochen!

19. November 2007, 18:12 Uhr
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14. November 2007

Rocco Siffredi und der FC Thun

"Rocco, ich bin's Walter. Hast du kurz Zeit?"
"Walter?"
"De Gregorio, Weltwoche, Zürich. Vor zwei Jahren am Comersee. Ich durfte ein paar Tage an deinem Pornoset verbringen, als Journalist, meine ich. Später haben wir uns..."
"...ja, klar, entschuldige. Hast du das alte Käfer-Cabrio noch?"
"Nein, habe ich verkauft. Hör mal, der FC Thun..."
"Scusa, Walter, wenn ich dich unterbreche, aber ich bin grad am Drehen. Ruf mich bitte nächste Woche an."
"Ich wollte dich als Experte nur kurz fragen....hallo? ...Rocco?"
Das war heute Nachmittag.
Um 22 Uhr, gerade eben also, habe ich's nochmals versucht.
"Rocco, eine Minute nur. Beim FC Thun gibt's einen Kerl mit 25 cm...."
"...ich bin immer noch am Drehen, habe Verständnis bitte."
"Rocco?...."
Das mit den 25 cm war natürlich nur eine Provokation, doch Rocco Siffredi, 43, Star der internationalen Pornoszene, ist vermutlich tatsächlich am Drehen.
In mehr als 1300 Hardcore-Filmen hat der Süditaliener, mit richtigem Namen Rocco Tano, mitgemacht; seit drei Jahren arbeitet er nur noch als Regisseur und Produzent. Sein Markenzeichen: Eine Erektion von 30 cm (er selber sagt, es seien nur 23 oder 24 cm. Vgl. Weltwoche vom 17.11.2005).
Rocco steht auf Gangbangs, und sonst steht er auf Sex.
Ich hätte von ihm als Fachmann gerne Antworten auf folgende Fragen gehabt, die das schockgefrorene Land derzeit in Bann halten:
1. Wieso haben plötzlich auch Männer im Berner Oberland Lust auf Sex?
2. Und wieso gehören sogar Fussballprofis dazu?
3. Ist ein Blowjob mit Zahnspange gefährlich?
Nun kann der geneigte Leser einwenden, was das alles mit Fussball zu tun hat. Ich fragte mich das tatsächlich auch, heute beim Training der Schweizer Nationalmannschaft in Freienbach SZ. An der anschliessenden Medienkonferenz habe ich dann kapiert, dass es in der Schweiz kein Fussball mehr geben kann, bis diese Fragen nicht beantwortet sind. "Säg emoll, Gygax, was meinsch denn du zu Thema Groupies?" - "Hand ufs Herz, Haki: Chönscht dr vorstelle, dass....?"
Es ist die tiefste Krise in der Geschichte des Schweizer Fussballs, scheinbar, und so taten meine geschätzten Kollegen von den lokalen Radiostationen und Fernsehsendern, was man in einem solch dramatischen Fall zu tun hat: Man interviewt nicht nur die Spieler, sondern auch die drei Mädchen, die sich an diesem bitterkalten Tag nach Freienbach verirrt hatten. "Für Tele Mumpitz aus Freiebach, dr Möngu Max."
Dummerweise hat Rocco alle Hände voll zu tun, mit Sicherheit hätte er uns weisen Rat gewusst.
- Soll man beim FC Thun fortan auf Kinderrabatt verzichten?
- Wer regelt beim Gangbang den Verkehr, wer hat Vortritt?
- Und was meinte Köbi Kuhn eigentlich mit Rotationsprinzip?
Ich hoffe, das Land erholt sich bis zur Euro 08 wieder.

14. November 2007, 23:34 Uhr
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11. November 2007

Hitzfeld, reloaded!

Gestern machte Ottmar Hitzfeld beste Werbung in eigener Sache.
Er verlor mit Bayern in Stuttgart 1:3.
Besser hätte es aus Schweizer Sicht nicht laufen können.
Wird Hitzfeld nun doch Kuhns Nachfolger?
Es ist schon einige Jahre her, als ich Ottmar Hitzfeld zu einem längern Gespräch getroffen habe. Zusammen mit Peter Herzog, der ihn von Aarauer Zeiten her kannte, besuchte ich ihn in München, wengie Tage vor dem denkwürdigen Champions-League-Final 1999 gegen Manchester United, das die Bayern 1:2 verlieren sollten (Sheringham in der 91. und Solskjaer in der 93. schiessen die Engländer in der Nachspielzeit noch zum Titel!).
Hitzfeld wirkte in der Bayern-Mensa an der Säbenerstrasse 51 - wir hatten eine Art Fleisch-Pilz-Ragout - ausgesprochen entspannt und redefreudig.
Auszüge aus dem Interview, das in der SonntagsZeitung erschien:
"Herr Hitzfeld, als ausgebildeter Rechenlehrer behaupten Sie, Fussball sei kalkulierbar. Also auch der Erfolg?"
"Wenn ich sage, Fussball sei kalkulierbar, dann meine ich damit, dass der Erfolg grundsätzlich nichts Zufälliges ist. Man kann die Voraussetzungen schaffen, um erfolgreich zu sein. Davon bin ich überzeugt. Wäre es anders, hätte ich als Trainer keine Aufgabe mehr."
"Ohne Zweifel scheint Ihre Karriere kalkuliert zu sein. Als Amateurspieler haben Sie sich damals gleich selbst beim FC Basel angeboten."
"Was eigentlich gar nicht meinem Naturell entspricht. Als Junge war ich sehr schüchtern. In der Schule habe ich mich nie getraut, den Finger zu heben, weil ich Angst hatte, etwas Falsches zu sagen. Nur wenn ich zu tausend Prozent sicher war, dass die Antwort richtig ist, habe ich mich gemeldet."
"Als Sie sich beim FC Basel meldeten, waren Sie tausendprozentig überzeugt, dass dies richtig ist?"
"Ich wusste, dass ich einen eisernen Willen habe und dass ich an mir arbeiten kann. Und das ist sicher eine gute Voraussetzung, um erfolgreich zu sein. Als Kind hatte ich einen Sprachfehler, sagte statt Klasse etwa Kasse, verwechselte Wörter und dergleichen. Aber ich habe an mir gearbeitet, habe mich weiterentwickelt. Dass ich das konnte, dass ich diese Fähigkeit habe, gab mir das nötige Selbstvertrauen, um als relativ unbekannter Fussballer beim damals grossen FC Basel persönlich anzuklopfen."
Das Gespräch weitete sich aus, Hitzfeld erzählte von seinem Vater, wie dieser zuerst von ihm verlangte, Unkraut zu jäten und zusammen mit seinem Lörracher Jugendfreund Werner "Winnetou" Schepperle Lindenblüten zu pflücken, bevor er zum Fussballspiel gehen durfte.
Meine Meinung über Hitzfeld musste ich seit jenem äusserst angenehmen Treffen nicht wesentlich reviedieren. Hinter der Fassade der lockeren, zuvorkommenden und durchaus harmoniebedürftigen Person verbirgt sich ein absolut ehrgeiziger, zielorientierter Pragmatiker. Oder wie es Hitzfeld damals sagte: "Ja, meinem Ziel ordne ich alles unter. Nur so geht es!"
Der Erfolg gab ihm recht: Als Spieler des FCB wurde er zweimal Schweizer Meister, einmal Cupsieger und 1973 Torschützenkönig. Als Trainer gewann er alles, was man gewinnen kann: je zweimal Meister und Cupsieger mit GC, zweimal Deutscher Meister und Champions-League-Sieger mit Dortmund, nochmals ein paar Meisterschalen mit Bayern, erneut ein Champions-League-Titel (nach der Niederlage gegen ManU holte er den CL-Pokal mit Bayern 2001 doch noch), zweimal Welt-Trainer des Jahres.....
Seit zehn Jahren wird Hitzfeld immer wieder in Verbindung mit der Schweizer Nationalmannschaft gebracht. Bei jedem Trainerwechsel fällt sein Name. Das wird die nächsten zehn Jahre so bleiben. Denn er wird nicht kommen.
Und das ist auch gut so!
Noch heute verwechselt Hitzfeld Klasse mit Kasse - allerdings bewusst. Für 70 Millionen Euro kaufte er bei Bayern diese Saison neue Spieler ein. Ginge es auch billiger? Und vor allem: Was, wenn er die Spieler nicht im Delikatessenladen kaufen kann, sondern aus einem Aldi-Sichtungskader aussuchen muss? Irgendwie wird einem bei diesem Gedanken Köbi Kuhn fast sympathisch.
Hitzfeld sagt, er bleibe bei Bayern, solange der Stress erträglich sei. Erst, wenn es ihm zu strub würde, könnte er aus gesundheitlichen Gründen einen Wechsel in Betracht ziehen.
Einen Wechsel in die Schweiz, um hier eine ruhige Kugel zu schieben?
Der Hauptgrund aber, der gegen einen Nationalcoach Hitzfeld spricht:
In der Schweiz hat Ottmar nur zu verlieren. Auch wenn er mit Bayern in die Kreisliga absteigen würde, den Nimbus des Heros, die Aura des Allmächtigen - in der Schweiz kann er ewig darauf zählen.
Soll er das sichere Rückzugsgebiet für gemütliche Golftage in Engelberg fahrlässig aufs Spiel setzen?
Für das hat Hitzfeld zu oft Lindenblüten gepflückt.
Aber bitte, wir können gern weitermachen beim Lämmlitheaterli.
Who's next?

11. November 2007, 14:31 Uhr
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07. November 2007

Cüpli-Euphorie

Vor der WM letztes Jahr drängten sich hunderte Kinder, ebenso viele Mütter, Väter, Grossväter, Uronkels, Taufpaten, Bänker, Schreiner, VBZ-Kontrolleure, HSG-Absolventen, Gartenbauinspektoren, Fischer, Lehrerinnen, CEOs, Lastwagenfahrer, Gentechforscher, Betreibungsämtler und sogar noch ein paar Fussballfans ans Trainingsgelände der Schweizer Nationalmannschaft in Feusisberg.
Geblieben sind die Fussballfans.
Heute könnten die Nationalspieler nach dem Training jeden einzelnen Besucher persönlich begrüssen.
Es wird in diesen Tagen über die mangelnde Euphorie im Land debattiert. Auslöser, die unsägliche Vorstellung der Fialas und Fiaskos an einer gutgemeinten internationalen Sportarena. Zugegeben: Auch mir frieren die Eier ab, wenn ich einen Weibel über Emotionen im Sport reden höre. Derlei Experten habe ich noch nie an einem Training der Nationalmanschaft in Feusisberg gesehen, auch nicht bei schönem Wetter, aber ich sehe sie regelmässig auf der VIP-Tribüne. Je näher die EM rückt, um so dichter füllt sich die Ehrenloge im Stadion.
Meine lieben Sportsfreunde, die Sache ist einfach: Die Schweiz ist und bleibt ein Land der Cüpli-Fans. Ich rede nicht von den Leuten, die den Fussball leben, sondern von den Leuten, die reden, sie lebten den Fussball.
Können die Medien etwas daran ändern? Man kann versuchen, die Spielberichte zu peppen. Jeder Fussballprofi wird konsequent als Star bezeichnet, jeder Ball, den Müngli Max zu stoppen in der Lage ist, wird bejubelt, jede Aktion als Geniestreich bewertet. Voraussetzung: Man geht davon aus, dass Fussballfans alles Deppen sind. Womit wir mit solch friesierten Berichten dann wieder jene Leute ansprechen würden, die wir eigentlich gar nicht ansprechen möchten: die Cüpli-Fans.
Was können die Fussballfans machen, um die kollektive Begeisterung für den Grossevent zu entfachen?
Sie müssen gar nichts machen.
Nur hoffen, dass die Schweiz an der EM tatsächlich teilnimmt und nicht einfach nur dabei ist.
Meine Lieblingsfloskel unserer Berufsgattung: Hand aufs Herz.
Also, liebe Blogger, liebe Sportsfreunde: Hand aufs Herz - was interessiert's euch, ob ihr mit ein paar Kumpels die EM geniesst oder mit zehntausenden Temporäreuphorikern auf dieser oder jener Fan-Meilie herumtollt?
Persönlich schaue ich mir wichtige Spiele, an denen ich nicht live dabei bin, am liebsten zu Hause an - alleine.

7. November 2007, 12:11 Uhr
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04. November 2007

Kokain

Zurzeit befasse ich mich mit Kokain.
Also mit Spitzensport.
Sniffen Tennisspielerinnen so oft wie Fussballprofis?
Oder halten sie's wie die meisten Spitzensport-Kokser, die ich kenne: grundsätzlich nur in den Ferien?
Hingisova Martina beschäftigt auch uns bei der Wewo.
Die Kollateralschäden fürs Kerngeschäft: Reduzierte Blogfrequenz bei anhaltend hohem Suchtpotential.
Bitte drum um Entschuldigung für meine defensive Präsenz derzeit, liebe Sportsfreunde, und um Nachsicht!
Apropos: Die Idee eines eigenen Fussball-Blog-Forums, die in verschiedenen Kommentaren hier in latent manifester Anarchomanier angeregt wird, finde ich interessant. Überall liest man, das Bloggen sei die Zukunft, auch im Medienbetrieb. Wie es mit diesem Blog weitergehen wird, weiss ich noch nicht, ich werde aber zu gegebener Zeit informieren. Ab 1.1.2008 stehe ich - wie die New York Times letzthin vermeldete - "auf der anderen Seite des Rubicons". Die Shanghai Post würde sagen: "He moved!"
Bevor ich diesen angebrochenen Tag weiterhin Martinas Grundlinie widme, hier noch etwas Branchenklatsch:
1. Murat Yakin soll schon zum zweiten Mal bei der Trainerprüfung durchgefallen sein, so ein hartnäckiges Gerücht (vgl. www.rinarsson.ch). Muri dementiert selbstverständlich. Auf Anfrage bestätigt nun Hansruedi Hasler, Technischer Direktor des SFV: "Murat Yakin hat nur einmal die Prüfung abgelegt und diese mit besten Noten bestanden." Die erfreuliche Meldung: Muri hat nur das A-Diplom (bis 1. Liga), er muss also noch den Instruktor machen, dann die Uefa-Pro-Lizenz. Es geht somit noch mindestes drei Jahre, bis wir ihn als Assistenten der Tribüne vermissen werden.
2. Das Gerücht, GC habe auch gestern wieder verloren, stimmt hingegen. Womit die stabile Arithmetik (gleich viele Punkte wie Spiele) nur leicht aus dem Gleichgewicht geraten ist: 15 Spiele, 14 Punkte. Es ist ja erst November, nicht?
Ab Mittwoch, sobald das Trübbacher Schneewittchen auch von uns in den Schlaf geschaukelt ist, werde ich mich wieder vermehrt hier einklinken.
Pazienza, pergo!
Und weiter so. Ich lese eure Kommentare mit Spannung.

4. November 2007, 16:19 Uhr
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31. Oktober 2007

Kubi: "Alex Freis Karriere am Scheideweg."

"Kubi, sorry, wenn ich um 22 noch anrufe. Bist du noch wach?"
"Ich stehe erst grad auf."
"Willst du dich erst frisch machen?"
"Nein, ist okay, ich glaube, ich bleib zu Hause. Um was geht's?"
"Ich muss wieder etwas Fleisch haben am Knochen."
"Was?"
"Alex Frei. Er soll erneut operiert werden, vielleicht."
"Hüfte?"
"Wade."
"Sie sollten ihm lieber die Hüfte wieder schräg stellen, bringt mehr."
"Finde ich nicht lustig. Der arme Kerl leidet."
"Ich mache keinen Witz. Seit die Ärzte ihm die Hüfte gerichtet haben, zerrt er sich an der Wade. Ist logisch. Alex hat seine Muskeln ein Leben lang falsch belastet, das heisst eigentlich richtig, aus seiner Sicht jedenfalls. Jetzt erst belastet er seine Muskeln falsch, also richtig, aber eben falsch."
"Hör mal, ich rufe später vielleicht nochmals an."
"Was ich sagen will: Alex hat jetzt eine richtige Hüfte, aber die falschen Muskel dazu. Haben die Ärzte, die ihn operierten, denn nicht gewusst, dass dies zu Problemen führen muss?"
"Wird Frei an der EM spielen?"
"Muskelrisse sind für jeden Spieler problematisch, für Stürmer ganz besonders. Sie leben von der Schnellkraft, von der Spritzigkeit. Was Alex jetzt braucht, ist Geduld. Doch genau das ist das Problem, vermute ich. Er hat sie nicht, er kann sie nicht haben, nächstes Jahr ist EM und bei Dortmund ist Petric gut drauf, ein Mitkonkurrent. Bei Galatasaray ist mir Ähnliches passiert. Ich hatte Probleme an den Adduktoren, wollte aber nicht aussetzen, weil es mir lief. Meine Ungeduld hat mich noch viel mehr Geduld gekostet - ich war lange verletzt."
"Die EM, ein Fluch?"
"Wegen der EM riskiert Alex, genau das zu verpassen, wovon er träumt - die EM nämlich."
"Sagt sich leicht von aussen."
"Die Karriere von Alex befindet sich an einem Scheideweg. Alex ist 28, er kann noch vier, fünf Jahre auf höchstem Niveau spielen, sofern sein Körper mitmacht. Natürlich lässt es sich von aussen leicht sagen, aber Alex muss aufpassen, dass er seine berufliche Zukunft jetzt nicht aufs Spiel setzt, indem er auf Biegen und Brechen an der EM dabeisein will."
"Sollte er Forfait geben für die EM?"
"Das müssen die Ärzte ihm sagen. Ich kenne seine Krankengesichte nicht im Detail, aber wenn er sich immer wieder verletzt, dann kann man sich die Frage durchaus stellen, ob er seine Prioritäten überdenken sollte."
"Frei fehlen noch zwei Tore, um deinen Rekord von 34 Treffern in der Nationalmannschaft zu egalisieren. Wird er es schaffen, eine neue Bestmarke zu setzen?"
"Ich würde es ihm gönnen."
"Eine stilvolle Antwort. Und nun die ehrliche."
"Natürlich hänge ich an meinem Rekord, aber nicht auf Kosten der Gesundheit eines Spielers."
"Magst du Frei?"
"Ich mochte ihn, als wir gemeinsam beim FC Luzern spielten, am Ende meiner Karriere. Er war damals sehr bescheiden."
"Spürt man, dass Frei in der Nationalmannschaft fehlt?"
"Immer weniger. Das spricht für die Nationalmannschaft und auch für Marco Streller."

31. Oktober 2007, 22:50 Uhr
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29. Oktober 2007

Auslanderfahrung!

Aus dem Tagi von heute, Rubrik "Die Schweizer des EM-Sichtungskaders":

- Pirmin Schwegler (Leverkusen): Verletzt
- Christoph Spycher (Frankfurt): Fehlte am Freitag beim 0:0 gegen Hannover wegen einer Verletzung
- Ludovic Magnin (Stuttgart): Verletzt
- Alex Frei (Dortmund): Verletzt
- Xavier Margairaz (Osasuna): Sass beim 2:2 gegen Valladolid auf der Ersatzbank
- Fabio Celestini (Getafe): Beim 0:2 in Santander nicht im Aufgebot
- Fabio Coltorti (Santander): Ersatz gegen Getafe
- Valon Behrami (Lazio Rom): Fehlte beim 0:1 gegen Udinese wegen einer Grippe
- Reto Ziegler (Sampdoria): Beim 0:2 in Catania Ersatz
- Johan Djourou (Birmingham): Beim 3:2 seines Klubs gegen Wigan wegen einer Verletzung nicht im Einsatz
- Blerim Dzemaili (Bolton): Er verbrachte das Wochenende in Zürich. Er befindet sich im Aufbautraining und hofft in einem Monat, im Nachwuchs zu debütieren.
- Philippe Senderos (Arsenal): Fehlte beim 1:1 im Spitzenspiel gegen Liverpool wegen einer Verletzung
- Gelson Fernandes (Manchester Citiy): Stand beim 0:6-Debakel gegen Chelsea nicht im Aufgebot
- Julian Esteban (Rennen): Verletzt
- Stéphane Grichting (Auxerre): War beim 0:0 gegen St-Etienne Ersatz
- Daniel Gygax (Metz): Ist weiterhin verletzt und fehlte beim 0:0 im Heimspiel gegen Nancy
- Patrick Müller (Lyon): Ist weiterhin rekonvaleszent und fehlte beim 3:2-Sieg des Meisters bei PSG
- Johan Vonlanthen (Salzburg): Sass nach seiner Verletzung im Länderspiel gegen Österreich auf der Bank

P.S. Mario Eggimann (Karlsruhe) spielte als einer von wenigen Schweizer Kaderspielern letztes Wochenende gegen Rostock durch. Er kann es sich leisten, in der Bundesliga jeweils über 90 Minuten im Einsatz zu stehen. Wenn die Schweizer Nationalmannschaft spielt, darf er sich ausruhen.

29. Oktober 2007, 11:33 Uhr
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25. Oktober 2007

238 Länderspiele

Ciriaco Sforza, Johann Vogel und René Botteron, meine Gäste beim gestrigen Fussball-Talk im El Lokal, kommen zusammen auf insgesamt 238 Länderspiele. Und keiner von ihnen hat mit der Nationalmannschaft noch irgendwas zu tun. Ein gutes Zeichen für den Schweizer Fussball, wenn er auf diese Erfahrung verzichten kann.

Kann er darauf verzichten?

Die FCZ-Ikone Botteron arbeitet heute in einer Privatbank in Basel. "Aus Diskretionsgründen und aus Sicherheit kann ich nichts über meine genaue Funktion sagen", so Botteron. Immerhin: Auf die Frage, ob seine Arbeit bei der Bank Dreyfus im legalen Bereich liege, sagte der Mann, der seine Fussballkarriere mit nur einem Fuss bestritt (rechts Innen- und Aussenrist): "Ja."

Johann Vogel erklärte gleich zu Beginn des Talks, dass er am Marathon in Luzern nun doch nicht teilnehmen werde (heute in den Zeitungen nachzulesen). Und vor allem: "In die Schweiz komme ich sicher nie als Spieler zurück." Aufschlussreich seine Aussage, dass er zusammen mit Köbi Kuhn die Mannschaftsaufstellung des Nationalteams machte. Man kann es auch positiv sehen: Immerhin scheint der Trainer auf seinen Captain gehört zu haben - bis er ihn schliesslich abseilte. Fragt sich, wer heute dem Trainer die Aufstellung diktiert (abgesehen von Alice, was ich allerdings nicht glaube): Kuhns Berater Erwin Zogg oder Assistenztrainer Michel Pont? Oder Captain Alex Frei?

Kuhn hat versprochen, bei einem der nächsten Talks als Gast teilzunehmen. Er wird Gelegenheit haben, seine Sicht der Dinge darzulegen, wenn er denn das Angebot annimmt. Zum Beispiel: Wieso zum Henker redet er nicht mit seinen Führungsspielern, wenn er nicht mehr mit ihnen plant. Ciriaco Sforza bestätigte gestern, was schon Johann Vogel sagte: Auch er sei, so Sforza, als Captain der Nationalmannschaft 2001 von Kuhn abserviert worden, ohne dass der Trainer ihm die Gründe hierfür im persönlichen Gespräch erläuterte: "Ich habe es aus den Medien erfahren." Im Fall von Captain Vogel nahm Kuhn immerhin den Telefonhörer in die Hand und sagte es im durch die Muschel - wir erkennen eine deutliche Steigerung in der Kommunikation.

Der nächste Talk findet am 28.November statt - einer der Gäste: Kubilay Türkyilmaz. Zu Beginn seiner Karriere war das Gespräch mit ihm wie Kartenlesen. Heute spricht er auch Deutsch, wenn er will. An alle militanten Nichtraucher: Kubi nuckelt an der Zigarre, auch während des Talks. Dafür fährt er einen Diesel mit doppeltem Partikelfilter. Ist fair, oder?

25. Oktober 2007, 16:55 Uhr
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22. Oktober 2007

Johann Vogel im El Lokal!

Liebe Blogger
Vor drei Wochen hatte ich ein Quiz gestellt, letzte Woche nun gab der Tagi die richtige Antwort: Ja, Johann Vogel nimmt am kommenden Wochenende in Luzern am Marathon teil.
Glückwunsch zum Primeur, liebe Kollegen!
Offen bleibt die Frage, wieso sich der ehemalige Captain der Nationalmannschaft freiwillig einer solchen Tortur unterzieht. Langeweile? Midlife Crisis praecox? Angestautes Testosteron?
Überhaupt: Was macht Johann Vogel eigentlich?
Bisher lehnte der Profi von Betis Sevilla Interviewanfragen ab mit Verweis auf seinen Gerichtstermin Anfang November in Spanien. Solange er mit seinem Arbeitgeber keine Einigung gefunden habe, könne er nichts sagen. Mit anderen Worten: Ein Transfer kommt nicht in Frage, auch nicht zurück zur AC Milan.
Doch wie stehen die Chancen, dass Vogel überhaupt wieder spielen wird? Schmeisst er alles hin, oder wird man ihn unter neuer Führung gar wieder in der Nationalmannschaft sehen?
Adrian Knup, Teamberater von Köbi Kuhn, sagte mir vor ein paar Tagen am Telefon (vgl. letzten Blogeintrag), dass den Schweizern zurzeit ein Spieler wie Vogel fehle.
Wie auch immer: Johann Vogel scheidet die Geister, nach wie vor.
Wer sich ein eigenes Urteil bilden will, und vielleicht selbst ein paar Fragen hat, kommt am nächsten Mittwoch, 24.10., in die Zürcher Kulturoper El Lokal (www.ellokal.ch).
Johann Vogel wird einer meiner Gäste sein im Fussball-Talk "Zona Cesarini", ab 20.15 Uhr.
Bis übermorgen.
Grazie & bacimani, wdg

22. Oktober 2007, 21:45 Uhr
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18. Oktober 2007

Knup: "Ein Spieler wie Vogel fehlt."

Was macht eigentlich Adrian Knup? Die Frage wurde mir in letzter Zeit oft gestellt, auch in diesem Blog. Der neue Teamberater der Nationalmannschaft bleibt überraschend blass. Ausser bei den Pauseninterviews wird er in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Hat sich sein Engagement gelohnt? Welche Ratschläge gibt er Köbi Kuhn? Werden seine Ratschläge ernst genommen? Wie sieht seine Zwischenbilanz nach vier Monaten aus? Ich konnte mit Knup heute Abend kurz am Telefon reden.

"Adrian, was machst du eigentlich in der Nati?"
"Mein Jobprofil ist bekannt. Ich bin unter anderem die Schnittstelle zwischen den Medien und dem Trainer. Ich versuche, Köbi Kuhn bei der Öffentlichkeitsarbeit zu entlasten und ihm beratend zur Seite zu stehen."
"Nimmst du Einfluss auf die Mannschaftsaufstellung?"
"Die Mannschaftsaufstellung ist Sache des Trainers. Er entscheidet, wer wann spielt."
"Du hast im technischen Bereich nichts zu sagen?"
"Wir reden über einzelne Spieler. Ich sage dem Trainer, was ich grundsätzlich von diesem oder jenem Spieler halte, ich rede mit, wenn es um fussballerische Dinge geht, aber entscheiden, wie gesagt, tut er allein."
"Teilst du seine Entscheidungen? Zum Beispiel das Rotationsprinzip – ist es sinnvoll?"
"Grundsätzlich ist es sinnvoll, ja. Es geht darum, sich ein möglichst komplettes Bild vom Sichtungskader zu machen."
"Mario Eggimann wurde letzten Monat gegen Japan drei Minuten vor Spielende eingewechselt, gegen Österreich und die USA diese Woche dann aber nicht mehr aufgeboten. Das ist doch lächerlich!"
"Eggimann hatte zuvor eine Halbzeit lang gegen Chile gespielt."
"Das reicht, um sich ein komplettes Bild von ihm zu machen?"
"Das Rotationsprinzip finde ich, wie gesagt, grundsätzlich richtig. Aber zugegeben, irgendwann macht dieses Prinzip keinen Sinn mehr. Das weiss auch Köbi Kuhn. Die Zeit der grossen Rochaden ist vorbei. In den kommenden Spielen wird die Mannschaft auf den Rasen gehen, die der Trainer als Idealvariante im Kopf hat. Allerdings muss man berücksichtigen, und das soll keine Ausrede sein: Viele Rotationen waren und sind nötig, weil sich immer wieder Spieler verletzten."
"Man kann sich des Gefühls nicht total erwehren, Kuhn habe seine Stammformation schon lange auf Papier gebracht und veranstalte das Personenkarussell nur, um Medien und Öffentlichkeit ruhig zu stellen. Ganz daneben?"
"Jeder Trainer hat genaue Vorstellungen, wie und mit welchem Personal er spielen lassen will. Aber zu behaupten, Kuhn veranstalte nur eine Art Showlaufen, finde ich übertrieben. Es stimmt ganz einfach nicht. Nochmals: Er ist oft gezwungen, Spieler zu ersetzen, die sich verletzt haben."
"Hat man sich von dir zuviel erhofft?"
"Ja sicher, jetzt kommt der Knup, und alles wird anders. Wir haben ein Spielerreservoir wie die Brasilianer."
"Gegen die USA hätte auch das bestehende Reservoir reichen sollen. War eine Katastrophe, einverstanden?"
"Berauschend wars nicht."
"Die Schweiz schafft es nicht, zwei Spiele in Folge ansprechend zu gestalten. Woran liegts?"
"Mangelnde Erfahrung vielleicht. Mit Sicherheit müssen wir es bis zur Euro schaffen, Kontinuität in unser Spiel zu bringen. An einem Turnier kann man es sich nicht leisten, jedes zweite Spiel zu verbocken."
"Erfahrene Mannschaften zeichnen sich aus, dass auch Spiele wie gegen die USA über die Runden gebracht werden, also wenigstens ein Unentschieden herausschaut."
"Obwohl viele Nationalspieler im Ausland engagiert sind, fehlt insgesamt eine gewisse Abgeklärtheit, die nötige Ruhe. Die kommt mit der Routine, und die wiederum hat mit dem Alter zu tun. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir trotz allem eine relativ junge Mannschaft haben."
"Du bist seit diesen Sommer Teamberater. Gab es seither Momente, in welchen du an Johann Vogel gedacht hast?"
"Deinen Intimfreund?"
"Ich dachte an Vogels Rolle als Routiniers."
"Spass beiseite. Ja, ich habe an ihn gedacht. Wir müssen uns nichts vormachen: Genau so ein Spieler fehlt uns heute. Einer, der das Spiel im entscheidenden Moment verlangsamen kann, der den Ball verstecken kann, Ruhe ins Spiel bringt."
"Die Akte Vogel ist definitv geschlossen?"
"Ja, ich denke schon. Was passiert ist, geschah vor meiner Zeit, drum möchte ich mich nicht weiter dazu äussern. Es bringt auch nichts, den Abwesenden nachzutrauern. Wir müssen einen Spieler mit den Qualitäten Vogels finden, und wir werden ihn finden."
"Fabio Celestini, den man für diese Aufgabe zu recyclen versucht hat, enttäuschte bisher. Margairaz drückt im Klub die Ersatzbank, Inler hat viele Qualitäten, zeigte gegen die USA aber überraschende Unsicherheiten...
"...du kannst aufhören, ich übe öffentlich keine Einzelkritik."
"Es bleibt unter uns Bloggern."
"Wer sagt, dass wir mit Vogel nicht auch verloren hätten gegen die USA? Aber unabhängig davon: Vogels Verdienste für die Nationalmannschaft sind gross, das ist unbestritten. Doch der Trainer hat entschieden, und das gilt es zu respektieren. Auch für mich."

18. Oktober 2007, 19:42 Uhr
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17. Oktober 2007

Matchbericht CH-USA 0:1

...aber das Essen in der VIP-Lounge war gut.

17. Oktober 2007, 22:29 Uhr
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15. Oktober 2007

Senderos luminoso

Philippe Senderos spielte gegen Österreich so katastrophal wie Valon Behrami im vorletzten Spiel gegen Japan. Doch weil Senderos ohne Sonnenbrille in der Nationalmannschaft (und bei den Journis) einckeckt, kommt niemandem in den Sinn, die Gründe seiner schwachen Leistung in seinem Charakter zu suchen - zurecht nicht.
Ich habe jedenfalls keinen Satz gefunden, in ca. 7,5 Kilo Sonntagspapier, der darauf angespielt hätte.
Müsste man die Charakterfrage vielleicht nicht mal jenen stellen, die selektiv nach Charakterschwächen forschen? Und die dann entsprechend hart oder nachsichtig über Akteure urteilen?
Zurück zu Senderos: Der leuchtende Pfad in der Schweizer Verteidigung ist am letzten Samstag erloschen, wenn er denn je aus eigener Kraft geleuchtet hat. Reflektiert Senderos nur das Licht, das sein Nebenmann auf ihn abstrahlt? Patrick Müllers Absenz, Österreich zeigte es, ist schwerwiegend - als Regisseur der Schweizer Verteidigung bleibt Müller unersätzlich.
Doch vielleicht hat Senderos einfach nur einen sackschwachen Tag eingefangen. Dies möglichst schnell herausfinden, wäre in Hinblick auf die Euro 2008 durchaus von Vorteil.
Senderos trägt keine Sonnenbrille, er ist grundsätzlich also in Ordnung.

15. Oktober 2007, 09:44 Uhr
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13. Oktober 2007

Matchbericht CH-AUT 3:1

Köbi Kuhn liess in der ersten Halbzeit ohne Verteidigung spielen und wurde für seine mutige Offensivtaktik am Schluss belohnt: klarer 3:1-Revangesieg gegen Habsburg.

13. Oktober 2007, 22:23 Uhr
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12. Oktober 2007

Die alternative Elf

Alex Frei verletzt, Patrick Müller verletzt, Philipp Degen verletzt (macht aber nichts), Daniel Gygax verletzt, Blerim Dzemaili verletzt.
Fabio Coltorti ohne Spielpraxis, Gelson Fernandes ohne Spielpraxis, Xavier Margairaz ohne Spielpraxis.
Mario Eggimann mit Spielpraxis, aber ohne Aufgebot.
Valon Behrami mit Spielpraxis, aber ohne Lust.
Ivan Rakitic mit Spielpraxis und falschem Pass, Mladen Petric mit Spielpraxis und falschem Pass.
Johann Vogel ohne Spielpraxis und ohne Aufgebot.
Wäre eine schöne Alternativ-Elf.

12. Oktober 2007, 16:16 Uhr
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08. Oktober 2007

Goeri Behramis Freizeitbeschäftigung

"Mein Grundsatz besagt: Halte dich nur an Dinge, von denen du etwas verstehst", sagt Gigi Oeri im Interview mit Sonntag - und redet dann doch über Fussball.
Für einmal aber ist sie wunderbar! Ein köstliches Interview haben da meine Kollegen hingebaggert, namentlich Arthur Rutishauser und Francois Schmid-Bechtel, der beim BLICK noch Francois Schmid hiess (eigentlich mit Cedille, aber ich finde das Strichli unterm C nicht auf meinem Compi, sorry).
"Dieser Mensch hat nun wirklich alle lächerlich gemacht", sagt die FCB-Präsidentin. Dieser Mensch ist Erich Vogel.
Ein Giftpfeilchen auch nach Genf, ins leere Stadion: "Dafür kommt bald die gesamte Verbandsspitze aus dem Welschland."
Von der Schweizer Nationalmannschaft hält sie soviel wie weiland Valon Behrami, der von "Schuelreisli" gesprochen hatte. Gigi Oeri alias Valon Behrami: "Die Schweizer Nati wirkt für mich im Moment manchmal ein wenig wie eine Freizeitbeschäftigung."
Über Köbi Kuhn schliesslich sagt Goeri Behrami: "Er ist zu weich."
Bitte Interview nachlesen, es lohnt sich.
Und herzlichen Dank an die beiden Kollegen.
Die haben ja einen richtig kleinen, kleinen Frechdachs ausgegraben.
Oder seh ich's falsch? (Bin eben grad ein bisschen in Venedig und leicht euphorisiert von den proteinhaltigen Langusten in der Osteria da Mario in der Ca' de Volpi....)


http://www.sonntagaz.ch/pages/index.cfm?dom=152&rub=100212531&arub=100212531&orub=100212531&osrub=100212531&Artikel_ID=101669134

8. Oktober 2007, 20:26 Uhr
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04. Oktober 2007

Chiumiento: "Bin keine Memme!"

Davide, langsam taust du wieder auf. Wieso ausgerechnet in Luzern?

Hier spüre ich das Vertrauen des Trainers.

Bist du eine Memme?

Ich war 15 Jahre alt, als ich damals von zu Hause wegging, um im Ausland zu leben. Eine Memme geht mit 15 nicht ins Ausland.

Wenn das Ausland Juventus Turin heisst, dann schon.

Ein Weichei wäre in diesem Alter bei den Eltern geblieben. Ich bin keine Memme. Aber interessant, dass du fragst. Immer wieder habe ich in den letzten Jahren gelesen, ich sei zu sensibel für den Profifussball. Erfreulich, dass mich alle so genau kennen!

Es heisst auch, du seist arrogant. Sahst dich schon in der Squadra Azzurra.

Ich habe in der Tat lange gehofft, für die italienische Nationalmannschaft zu spielen. Ich habe es versucht, es hat nicht geklappt. Ist es arrogant, wenn man versucht, seine Ziele zu erreichen?

Bei Juve hättest du nie eine richtige Chance bekommen, behaupten italienische Journalisten, die ich gefragt habe. Die falsche Lobby, sagen sie.

Ich kann nicht grundsätzlich widersprechen. Aber als Opfer sehe ich mich nicht.

Juve holt dich, aber gibt dir keine richtige Chance. Verstehe ich nicht.

Am Jugendturnier in Viareggio wurde ich 2003 als bester Spieler gewählt. Juves Sportdirektor Luciano Moggi bot mir daraufhin statt dem Ausbildungsvertrag einen Fünfjahres-Profivertrag an. Ich war 18 und hatte nach dem Turnier andere interessante Angebote. Moggi wollte mich sozusagen präventiv vom Transfermarkt wegnehmen. Ich sollte in erster Linie nicht für andere Vereine spielen, erst in zweiter Linie wurde gefragt, ob ich bei Juve eine Chance bekommen sollte.

Der berüchtigte goldene Käfig?

Na ja, so golden war er nicht.

Militärischer Drill für geringen Sold?

Als ich mit 15 nach Turin ging, war es hart, ja. In den ersten Jahren hatte ich oft Heimweh, wäre gerne wieder zurück in die Schweiz zu meiner Familie. Ich habe mich dann langsam angepasst, Moggi hat mir mit allerlei Versprechen den Kopf verdreht. Moggi kann sehr gut und lange reden.

Doch unterschrieben hast du.

Kann man als 18-Jähriger einen Fünfjahresvertrag bei Juve ablehnen? Nein. Aber ich hätte es tun sollen. Es war ein grosser Fehler. Ich wurde bei Siena parkiert. Ein halbes Jahr lief alles gut, dann wurde der Trainer gefeuert, und ich kam nicht mehr zum Zug. Dann wurde ich an Le Mans ausgeliehen. Anders als in der Schweiz berichtet, ging es in Frankreich ganz gut. Ich spielte, schoss gegen Marseille ein sehr schönes Tor. Die Franzosen wollten mich übernehmen, aber Juve verlangte eine zu hohe Ablösesumme.

Fünf Millionen Euro sollen es gewesen sein.

Wie auch immer. Es war zu viel. Letztes Jahr kam ich dann zurück in die Schweiz. Bei YB fühlte ich mich fremd. Diesen Sommer wechselte ich schliesslich zu Luzern. Mag komisch klingen, aber erstmals seit langem habe ich richtig entschieden. Trainer Ciriaco Sforza setzt auf mich, er will, dass ich Verantwortung übernehme, er nimmt mich ernst.

Das tat YB-Trainer Andermatt nicht?

Welcher Trainer?

Andermatt.

Trainer?

Kling das nun abschätzig oder nur arrogant?

Lassen wir das. Über YB will ich nicht reden, das Kapitel ist abgeschlossen.

Zweimal hast du Köbi Kuhn abgesagt. Würdest du es ein drittes Mal tun?

Mein Ziel ist es, an der EM für die Schweiz zu spielen.

Ist ziemlich unverfroren für einen, der bis zur U-21 für die Schweiz spielte und dann als Grosser plötzlich für Italien kicken wollte.

Es war kein Entscheid gegen die Schweiz, sondern für Italien. Es blieb ein Traum. Auf die Gefahr hin, abermals eingebildet zu wirken: Ich kann nicht verstehen, weshalb ich sogar für die U-21 Italiens nie ein Thema war. Es gab Spieler, die hatten selbst in der Serie B Mühe, sich durchzusetzen, wurden aber immer wieder für die U-21 aufgeboten. Ich spielte in der Serie A, wurde aber nicht mal für ein Probetraining berücksichtig.

Wärst du denn EM-tauglich?

Ich bin auf dem Weg zurück.

Und wenn's zur Euro nicht reichen sollte, nachher gibt es ja einen neuen Nationaltrainer, nicht? Mit 22 hast du noch ein paar Jährchen vor dir.

Kommt drauf an, wer neuer Trainer wird.

Christian Gross.

Das ist schlecht für mich. Gross steht nicht auf Kleine.

Gross steht auf gute Fussballer.

Nicht, wenn sie klein sind.

Dann wird's schwierig. Apropos: Wie war denn Alex Del Piero so?

Mir gegenüber war er immer sehr korrekt. Er ist die Integrationsfigur schlechthin bei Juve.

Glaubst du, der hätte bei Christian Gross auch keine Chance?

Im Moment ist Köbi Kuhn der Trainer. Diese Hürde ist schwierig genug.

4. Oktober 2007, 00:31 Uhr
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03. Oktober 2007

Johann Vogel läuft Marathon, Ronaldinho ist Franzose

Kleines Quiz zur Auflockerung. Zwei Behauptungen, eine stimmt:
1. Johann Vogel hat sich für den Marathon in New York angemeldet, die Startnummer hat er schon bekommen. Weil er am 5. November einen Gerichtstermin hat in Spanien wegen seiner Lämpen bei Betis Sevilla, nimmt er nun Ende Oktober beim Marathon in Luzern teil.
2. Der Tages-Anzeiger schreibt heute (Seite 39) im Matchbericht Stuttgart-Barcelona (0:2): "Ronaldinho, der zuletzt in der Meisterschaft dreimal gefehlt hatte, zeigte sich in bester Spiellaune und als erstklassiger Passgeber. Aber auch der Franzose verpasste die längst fällige Führung." Ronanldinho ist brasilianisch-französicher Doppelbürger, es droht ein transatlantischer "Fall Rakitic".

3. Oktober 2007, 17:06 Uhr
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29. September 2007

Ringelreihen: neu mit Germano Vailati

Habe zwischen Viagra-Spam und Radio-Vatikan-Newsletter soeben das provisorische Aufgebot für die beiden nächsten Länderspiele der Schweiz in meiner elektronischen Post entdeckt. Am 13. Oktober tritt die Nationalmannschaft in Zürich gegen Österreich an, am 17. Oktober in Basel gegen die USA.
Nicht drei, dieses Mal stehen sogar vier Torhüter im provisorischen A-Kader: Neben Zuberbühler, Coltorti und Benaglio neu auch der Keeper des FC Sion, Germano Vailati. (www.football.ch)
Womit sich die Frage aufdrängt, wann endlich der Ringelreihen aufhört!
Irgendwann muss sich Köbi Kuhn entscheiden, wen er denn nun im Tor haben will. Offiziell will er sich erst Ringel_1Anfang nächsten Jahres festlegen, spätestens im Februar.
Das Warten hat zwei Gründe: Entweder hofft Köbi Kuhn, dass sich irgendwann mal irgendeiner der Kandidaten deutlich absetzt von der Konkurrenz; doch weshalb bietet er dann einen Johnny Leoni fürs Trainingscamp in Wien und Klagenfurt auf, wenn er ihn dann nicht spielen lässt in Wien und Klagenfurt?
Oder er hat längst entschieden und tut so, als würde er alle Optionen testen; doch bringt es was, an einem Rotationsprinzip mit hohem Placeboeffekt festzuhalten ausschliesslich mit dem Ziel, interne wie externe Kritiker ruhig zu stellen?
Beides könnte in die Hosen gehen.
Denn erstens zeichnet sich nicht ab, dass sich irgendein Torhüter in den verbleibenden drei, vier Länderspielen bis Ende Jahr durchsetzt (zumal kein Kandidat je die Chance bekommt, zwei Spiele hintereinander im Tor zu stehen). Zweitens verzögert Kuhn damit das Einschleifen der Mannschaft, insbesondere der Verteidigung.
Für Zubi spricht die WM 2006: Trotz einigen Patzern im Vorfeld der WM und einer negativen Presse war er in Deutschland einer der besten Schweizer. Im entscheidenden Moment hat er seine Leistungen gebracht, hielt den Kasten rein - bis zum Russischen Roulette mit der Ukraine. Ein anderer Vorteil: Zubi hat eine laute Stimme (dazu gleich mehr).
Für Benaglio spricht: Was sich Zubi und auch Coltorti mit harter Büez erarbeitet haben, macht Benaglio irgendwie mit links. Vom Talent her ist er der Beste, doch auch er überzeugte in der Nationalmannschaft bisher nicht. Wirkt unsicher beim Herauslaufen. Zudem hat er feuchte Hände, aber dafür gibts ja Goliehändschen.
Für Coltorti spricht: Kommt mir grad nichts in den Sinn.
Und jetzt also Germano Vailati, 27 Jahre alt, fussballerisch gross geworden im Tessin (Lugano, Locarno, Bellinzona), 2006 Cupsieger mit Sion. Ex-Nationalgoalie Marco Pascolo kümmert sich im Wallis um ihn. Mangels Alternative wurde er in letzter Zeit in Fachkreisen (u.a. El Lokal) als Kandidat herumgeboten, jetzt folgt das provisorische Aufgebot.
Wieso muss sich Kuhn möglichst schnell entscheiden? Weil vom Torhüter auch das Verhalten der Hintermannschaft abhängt. Beim letzten Talk im El Lokal sagte GC-Captain Boris Smiljanic auf die entsprechende Frage: "Es ist für einen Verteidiger nicht dasselbe, ob A oder B im Tor steht." Es geht um die Abstimmung, ums blinde Verstehen, wie das politisch unkorrekt (inzwischen wieder korrekt) heisst.
Die laute Stimme Zubis hat den Vorteil, dass man ihn hört, und das wiederum hat den Vorteil, dass die Viererkette in der Abwehr weiss, wie sie sich zu bewegen hat. Der wichtigste Mann in der Schweizer Verteidigung ist Patrick Müller. Er ist der Dirigent, taktisch perfekt, diszipliniert, mit ihm in der Abwehr spielt Senderos um eine Klasse besser, und auch die Aussenverteidiger wissen, wo sie zu stehen haben. Fehlt Patrick, muss der Torhüter diese Rolle übernehmen, noch präziser als sonst. Alle Torhüter im Schweizer Kader wissen ihre Vorderleute zu führen, doch Zubi redet häufiger und lauter als die anderen. Ohne Müller, brauchts um so mehr einen Weichensteller im Tor.
Auf die Frage eines Gastes im El Lokal, wer denn seiner Meinung nach der beste Torhüter der Schweiz sei, wollte Boris nicht antworten. Vielleicht getraut sich die Leserschaft dieses Blogs etwas mehr.
Meine Bitte an die Blogger drum: Wer soll die Nummer 1 in der Schweizer Nationalmannschaft sein?
Und entscheidet bitte nicht nach Vereinsfarben. Wenn ihr sagt, Möngi Meier sei eine Pfeiffe, dann nennt die Alternative und sagt wieso.
GC-Mittelstürmer Eldin Jakupovic (schoss heute gegen YB in letzter Sekunde den 3:3-Ausgleichstreffer mit einem herrlichen Kopfball) kann übrigens auch berücksichtigt werden bei dieser Umfrage: GC setzt den ehemaligen Mittelstürmer von Lokomotive Moskau seit ein paar Spielen theoretisch auch als Goalie ein.

29. September 2007, 23:21 Uhr
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27. September 2007

GC: "The shit hit the fan!"

War heute im Letzigrund, wo es spannend wurde auf der neuen Leuchttafel. St.Gallen-GC 2:2, Halbzeit; St.Gallen-GC 5:3, Endresulat. Ich traute meinen Linsen (Dailies Focus, -3,5) nicht.
Unten auf dem Letzi-Rasen, der eigentlich aus Bayern stammt, spielten FCZ und FCB, 2:2, auch okay, aber richtig dramatisch wurde es auf der riesigen Anzeigetafel, wo die Zwischen- und Endergebnisse der anderen Partien der "Super" League eingeblendet wurden.
GC verliert also auch gegen den Tabellenletzten, somit relativitätstheoretisch sozusagen quasi lichtgeschwindigkeitsmässig versetzt praktisch fast einsteinig gegen sich selbst.
Kurz: GC ist neuer Tabellenletzter.
Ist das nun ein GC-Bashing, wenn man das so feststellt?
Musste mir in den letzten Tagen von Freunden, die offiziell GC-Fans sind, die Mütze waschen lassen. Immer diese Stänkerei gegen die Grasshoppers!
Wenn es den GC-Fans recht ist und Finanzier Spross auch - ich habe kein Problem damit.
Drum hier die positive Sicht der Dinge: Zum Glück war GC-Captain Smiljanic nach seiner Sperre gegen St.Gallen wieder dabei: gab nur fünf Gegentreffer.
Beim letzten Talk im El Lokal (www.ellokal.ch) sagte mir Boris, dass er nicht drei Jahre warten will, bis GC wieder Fussball spielt. Befürchte, dass ihm der Bart wächst, bis es soweit ist.
Kann mir jemand folgende (ernst gemeinte) Frage beantworten: Wann war GC nach zehn Runden jemals Tabellenletzter? Ich mag mich nicht erinnern, bin allerdings erst 42 Jahre alt.
Vogel sagte mir vor ein paar Wochen im Gespräch: Mit einem anderen Torhüter hätte GC mindestens fünf Punkte mehr auf dem Konto. Er bezog sich auf die schwachen Leistungen von Coltorti, der inzwischen weg ist. Für ihn kam Jakupovic. Mit einem anderen Torhüter hätte GC heute vielleicht auch in St.Gallen gepunktet. Jakupovic sah alt aus. Doch die Frage ist: Wer hat die Mannschaft zusammengestellt? Die Torhüter bestätigt, ausgewechselt, neu verpflichtet? War es der ehemalige Torhüter (Kernkompetenz) Latour? Oder Erich Vogel?
Hätte GC mit einem anderen Sportchef womöglich mehr Punkte auf dem Konto als mit einem anderen Torhüter?
Meine lieben Freunde: "The shit hit the fan" (die Scheisse hängt am Ventilator), sagen die Amis, wenn bei uns Hopf und Malzen verloren ist. Zwei Möglichkeiten hat man in einer solchen Grenzsituation: Ventilator abmontieren oder dem auf den Grund gehen, was am Ventilator hängt.


27. September 2007, 01:14 Uhr
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23. September 2007

FCZ-GC 4:0

Nach dem heutigen Derby verbessert GC seine Bilanz: An Punkten sind es zwar acht geblieben, und nur noch ein einziger Punkt trennt GC von Schlusslicht St. Gallen, aber eine kontinuierliche Entwicklung nach oben ist doch erkennbar: Statt acht, hat GC seit heute neun Spiele auf dem Konto!
Man soll jeden Aufwärtstrend feiern, sagte mir ein Freund aus der PR-Branche einst.*
Aber nun ernsthaft: Hanspeter Latour gab heute der SonntagsZeitung ein aufschlussreiches Interview. "Die Zusammenstellung des Trainerstabes habe ich nicht gemacht", sagt er, und sagt damit schon alles. Der Trainer hat nicht nur einen, sondern zwei Assistenten und weder den einen noch den anderen hat er offenbar gewählt. Dachte bisher immer, dass der Trainer seine Assistenten selber bestimmt, hätte durchaus Vorteile, vielleicht, irgendwie. Aber gut möglich, dass uns GC-Sportchef Erich Vogel, der, welcher zusammenstellte, neue Führungsmaximen näher bringt. Merci, gell.
Apropos: Im Interview steht 6 x in Klammern (lacht) und 1 x (lacht noch immer). Galgenhumor oder Dummheit? Merkt Latour nicht, dass ihm die Trainerbank unterm Hintern wegbrennt?
Würde mich interessieren, was die Blogger dazu meinen: Schaffts Latour noch in den Winter? Habe eine private Wette laufen nämlich, die ich vermutlich verlieren werde: War sehr optimistisch und wettete, er werde erst Ende Saison gefeuert.
*Über 1000 GC-Fans boykottierten das Derby aus Protest über die zu hohen Eintrittspreise (ab 55 Franken). Einer der Boykott-Organisatoren sagte gerade auf Radio 24: "Es war ein Erfolg." Na dann, herzlichen Glückwunsch auch an die Adresse von GC für den erfolgreichen Tag.

23. September 2007, 23:58 Uhr
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22. September 2007

Zona Cesarini, El Lokal

Er habe sich in seinem Arbeitsvertrag mit YB eine Parkplatzgarantie im Stade de Suisse in Bern festschreiben lassen, verriet Hakan Yakin am vergangenen Mittwoch beim Fussball-Talk im El Lokal.
"Und deine Mannschaftskollegen kommen mit dem Tram?"
"Nein, aber sie müssen einen Parkplatz suchen. Ich habe mir vertraglich einen Parkplatz zusichern lassen."
"Trotzdem bist du zu spät zur Teamsitzung erschienen und von Trainer Andermatt als Strafe auf die Bank verbannt worden."
"In der Regel bin ich pünktlich."
Dass es so ist, bewies Hakan Yakin an diesem Mittwoch. Um 20 Uhr hatten wir im El Lokal abgemacht, um 20 Uhr oder sogar ein paar Minuten früher war er dort. Offenbar muss ich ziemlich verdutzt dreingeschaut haben, als ich ihn sah.
"Hättest nicht gedacht, dass ich komme, was?"
Hakan Yakin entkräftete an diesem Abend so manches Vorurteil ihm gegenüber.
Er könne ja reden. Er sei intelligent. Er habe sogar Witz. Das Feedback auf seinen Besuch im El Lokal war durchwegs positiv. Auch wenn die Meinungen über Yakins fussballerische Performance der letzten Wochen im Publikum geteilt blieben - einig waren sich alle über seinen öffentlichen Auftritt: "He has guts!" Hakan macht eine schwierige Phase durch - Kritik im Klub und in der Nationalmannschaft, schlechte Presse, Meniskusprobleme -, aber er stellt sich den Fragen, kämpft mit offenem Visier wie Lancelot unter König Artus, der das Visier erst wieder runterzog, als es ihn gelüstete, die unberührte Guinevere im Fleische zu erkennen, was ihm die Membership der Tafelrunde kostete und das Recht, dem Heiligen Gral den Ofen heiss zu machen, sozusagen.
Etwas weniger verschwurbelt:
Nach der 1:5-Niederlage gegen den FCZ hatte ich Hakan Yakin in meiner Weltwoche-Kolumne vor ein paar Wochen wegen seiner pomadigen Darbietung versenkt. Irgendwie hatte ich während des Talks plötzlich ein schlechtes Gewissen - war ich zu hart gewesen?
"Jetzt ist die Gelegenheit, mir eins über den Scheitel zu ziehen, Hakan."
"Du hast dich über meine neue Pferdeschwanzfrisur lustig gemacht, beim Spiel...
"....Schweiz-Holland. Du musst das nicht so ernst nehmen."
"Habe ich aber und bin gleich zum Coiffeur. Ist's recht so?"
"Ist ganz ok, aber bist du zu dick?"
"Nein, ich habe sogar abgenommen. Als ich beim FCB spielte, war ich vier Kilo schwerer."
Wir alle hatten während des Talks unser Kampfgewicht erhöht, übrigens, die Bratwürste, die es im El Lokal statt dem Pausentee jeweils gibt, sind die besten der Stadt.
GC-Captain Boris Smiljanic, mein anderer Gast, erklärte, weshalb er sich bis heute noch nicht bei Alex vom FC St.Gallen entschuldigt hat, den er beim Saisonauftakt (2:0 für GC) nach einer Verteidigungsaktion in die Obhut der Spitalpfleger gab.
"Ich habe mich nicht entschuldigt, weil ich mich nicht entschuldigen werde. Sonst müsste ich mich nach jedem Spiel bei meinen Gegnern x-fach entschuldigen."
"Du schlägst pro Spiel nicht x-fach Gegner KO. Bei diesem einen hättest du dich entschuldigen können."
"Es tut mir leid, was passiert ist, aber es war keine Absicht. Alex behauptete, ich hätte damit seiner Familie geschadet. Das ist Blödsinn."
Boris Karloff, der 1931 das Monster von Frankenstein spielte, teilt sich mit Boris Smiljanic, der 1976 geboren wurde (und bei GC einen Vertrag bis ungefähr 2058 unterschrieb), nur den Vornamen. Ansonsten verhalten sich beide umgekehrt reziprok zueinander. Karloff sieht nur schrecklich aus, ist aber in Wahrheit ein lieber Siech. Gerade umgekehrt Smiljanic.
Sieht der Boris natürlich anders.
"Ich bin nicht brutaler als andere Verteidiger."
"Acht Punkte in acht Spielen für GC - musst du als Führungsspieler auch auf deine Kappe nehmen, nicht?"
"Ich kann nicht zufrieden sein mit unseren Leistungen, und drei Jahre will ich nicht warten, bis wir wieder top sind."
"Wann wollt ihr wieder einmal ein Derby gewinnen?"
"Was heisst 'wieder einmal'?"
"Ich meine am Sonntag. Habt ihr eine Chance?" (Die Frage, notabene, hatte ich am Mittwoch gestellt, also einen Tag vor der Niederlage des Schweizer Meisters FCZ gegen die C-Junioren von Empoli.)
"Jedes Derby hat eine eigene Geschichte."
Inzwischen war auch Fritz Peter, ehemaliger GC-Präsident, zur Tafelrunde gestossen. (Fritz hatte Ottmar Hitzfeld zu GC geholt. Er bestätigt, dass sein Freund Otti durchaus ein Kandidat für die Schweizer Nationalmannschaft sein könnte, wäre nicht schon klar, dass - ich behaupte das jetzt einfach mal wieder - Christian Gross Köbi Kuhn ablösen wird.)
Fritz Peter erklärte, weshalb der neue Vize-Präsident von GC und Sportchef Erich Vogel eine schlechte Wahl sei (Vogel wird die Gelegenheit haben, bei einem nächsten Talk seine Sicht der Dinge dazulegen, wenn er denn sein Versprechen einhält und ins El Lokal kommt) und der Fisch immer vom Kopf her stinke. Er sprach eloquent und geschliffen, bis ihn eine Dame im Publikum unterbrach: "Ich habe vergessen, wie der Herr heisst und was er gemacht hat. Aber könnte ich seine Telefonnummer haben?"
Gelächter.
"Mein Sohn sitzt an der Bar gleich hinter Ihnen, er wird Ihnen gerne weiterhelfen."
Nach dem Talk unterhielt sich der stets charmante Fritz Peter dann doch persönlich mit dem attraktiven Mädel, aber das El Lokal verliess er - an dieser Stelle die Bitte, keine folgenschwere Gerüchte in Umlauf zu setzten! - zusammen mit seinem Sohn Micha.
Überhaupt war die rege Beteiligung des Fachpublikums erfreulich.
"Hakan, wir haben zusammen mal Playstation gespielt. Damals sagtest du mir, du würdest oft Karaoke singen." Hakan erkannte meinen Kollegen Simon Brunner und nickte. "Könntest du uns nicht etwas vorsingen, jetzt?"
Wieder Gelächter.
"Äh, lieber nicht. Ich will euch das nicht antun."
Gegen 23 Uhr verabschiedete sich Hakan unter grossem Applaus. Wenn's ihm mit YB in letzter Zeit auch nicht mehr gelungen ist - im El Lokal hat er mit seiner offenen, unprätentiösen Art gepunktet. Ebenso Boris, der noch etwas länger an der Bar hängen blieb und sichtlich entspannt mit Gästen weiter diskutierte.
Um es auch hier nochmals zu sagen: Der Talk am Mittwoch war etwas GC-lastig, doch FCZ-Captain Hannu Tihinen hatte abgesagt. Er sei zwar nicht mitgereist nach Empoli, aber sein Gesicht sei nach seinem ca. 17. Nasenbeinbruch (dieses Mal im Cup gegen Drittligist Herrliberg) immer noch geschwollen. Per SMS schrieb er: "Ich sehe zu schrecklich aus, um mich in der Öffentlichkeit zu zeigen. Ein andermal gerne."
Ich schrieb ihm zurück: "Die Finnen haben im Winter 1940 den Russen getrotzt, da kannst du wegen einer platten Nase nicht kapitulieren."
Und überhaupt: Seit die finnische Monster-Hardrockband Lordi letztes Jahr den Eurovision Song Contest gewonnen habe, könne uns nichts mehr erschrecken.
Hannu blieb hart: "Es geht unmöglich. Ich muss mir fürs Derby eine Lordi-Maske verpassen lassen."
Ich bin gespannt, ob man den Unterschied merkt.
Den ganzen Talk werde ich als Sound-Attachement ins Netz hängen.
Für die, die auch Bilder zum Talk sehen wollen, kommen am 24. Oktober wieder ins El Lokal (www.ellokal.ch) zur nächsten Zona Cesarini.

22. September 2007, 00:17 Uhr
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18. September 2007

In eigener Sache

Morgen, 19.9., findet der nächste Fussball-Talk im El Lokal statt (www.ellokal.ch). Als Gäste unter anderem dabei: GC-Captain Boris Smiljanic, der uns verraten wird, wie er am kommenden Sonntag im neuen Letzigrund endlich wieder einmal ein Derby gewinnen will (d.h. seine Kollegen, denn er ist gesperrt) und YB-Captain Hakan Yakin, der derzeit durch die Hölle geht - Probleme in der Nationalmannschaft, Probleme beim Klub, Probleme am Miniskus. Ich sellber hatte ihn in einer meiner letzten Weltwoche-Kolumnen hart angegriffen - und doch stellt sich Haki der Diskussion. Respekt, Mann! Alles andere morgen ab 20.15. Tribünenplätze limitiert, also zeitig zum Bier erscheinen. A domani, wdg

18. September 2007, 21:12 Uhr
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17. September 2007

P.S. Inler

1. Wenn man um Mitternacht noch Interviews führt, kann es passieren, sorry. Ich gehe davon aus, dass Udinese in der Regel tatsächlich nicht, wie im letzten Blog geschrieben, ein 4-4-3 spielt (danke für den Hinweis!), sondern vermutlich ein 4-4-2 oder 3-4-3, also ohne überzähligen Spieler. Für Juve hat’s gestern auch mit fairen Mitteln gereicht.

2. Nein, ich glaube nicht, dass sich Inler bewusst ist, was für eine Rückennummer er gewählt hat. Das heisst: Die 88 ist für ihn eine 88 und kein verschlüsseltes H.H. (Heil Hitler!). Davon gehen auch die italienischen Journalisten aus, für die Inlers Rückennummer bei Udinese kein Thema ist - ganz im Gegensatz zu Juves Torhüter Buffon. Auch er trug mal die 88, er hatte aber auch ein Unterleibchen an mit einem faschistischen Spruch drauf ("Boia chi molla!" "Wer absprint, ist ein Verräter!"). Für die Öffentlichkeit war klar, dass dies kein Zufall sein konnte. Darauf angesprochen, tat Buffon so, als sei ihm sowohl die verschlüsselte Bedeutung der 88 als auch der faschistische Spruch auf dem Leibchen unbekannt. Er entschuldigte sich dafür, das Thema wurde begraben.

3. Zur Leistung Inlers gegen Juve schreibt die Gazzetta dello Sport heute: "Una partitona." "Ein Riesenspiel!" Die Repubblica: ""Ottimo acquisto." "Hervorragender Einkauf."

4. Beim FC Aarau hatte Inler unter Trainer Andy Egli keine Chance, erst beim Meister FCZ, in der Nationalmannschaft und jetzt in der Seria A konnte er sich durchsetzen. Es geht also auch umgekehrt.

17. September 2007, 14:32 Uhr
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Inler: "Gegen Juve mein bestes Spiel."

Juventus Turin hat heute in der dritten Runde der Serie A die erste Niederlage kassiert: 0:1 gegen Udinese, vor eigenem Publikum. Das Tor in der zweiten Minute nach der Pause bereitete Gökhan Inler vor, der 90 Minuten durchspielte. "Lo svizzero bravo in fase di interdizione e anche nel costruire il gioco", schreibt Repubblica Online. "Der Schweizer gut in der Defensive und auch im Spielaufbau." Auch die Nachrichtenagentur Ansa lobt den Ex-FCZler. "Ottimo in coppia con D'Agostino." Sehr gut habe er mit dem anderen zentralen Mittelfeldspieler Udineses, D'Agostino, harmoniert.
Ich erreichte Gökhan Inler kurz vor Mitternacht auf seinem italienischen Handy.
"Sorry, wenn ich um die Zeit noch anrufe."
"Kein Problem. Wäre ich schon im Bett, würde ich nicht abnehmen."
"Gratuliere zum Auswärtssieg gegen Juve."
"Vielen Dank."
"Ein perfektes Spiel von Udinese?"
"Wir spielten sehr gut, aber nicht perfekt."
"Du hast nach dem Spiel durchwegs positive Kritiken erhalten. Wie beurteilst du selbst deine Leistung gegen Juve?"
"Es ist schwierig, mich selber zu beurteilen. Aber nach Inter und Napoli habe ich gegen Juve mein bisher bestes Spiel in der Serie A geliefert, denke ich."
"Du hast den Siegestreffer eingeleitet."
"Ja, aber unabhängig davon: Es lief mir heute auch sonst gut."
"Überhaupt scheinst du dich bei Udinese sofort integriert zu haben. Haben sie dich als Schweizer überhaupt ernst genommen am Anfang?"
"Was soll ich sagen? Der eine oder andere konnte mit meinem Namen nicht viel anfangen, das ist aber auch irgendwie normal. Ich kann nicht erwarten, dass sie mir in Italien den roten Teppich ausrollen. Inzwischen schätzen mich bei Udinese alle, und die Gegenspieler nehmen mich ernst."
"Wie hat Del Piero bei Juve gespielt?"
"Technisch ist er Weltklasse, das sieht man sofort. Wir haben trotzdem gewonnen."
"War es heute ein spezielles Spiel gegen Juve?"
"Es war ein Spiel, auf das ich mich sehr gefreut habe, aber ein spezielles Spiel war es nicht. Das heisst: Ich habe mich nicht besonders vorbereitet. Ob gegen Juve oder gegen den FC Thun: Ich nehme jeden Gegner ernst und versuche, das Beste zu geben."
"Gegen Juve gleich wie gegen den FC Thun? Kann ich mir nicht vorstellen."
"So ist es aber."
"Der Hauptunterschied zur Schweizer Super League?"
"In Italien wird härter gespielt."
"Unfairer?"
"Nein, aber mit mehr Körpereinsatz. Und im Schnitt sind die Spieler technisch besser."
"Jeder kann den Ball stoppen?"
"Können die Spieler in der Schweiz auch, aber in Italien haben sie noch ein paar Tricks mehr drauf als den Ball stoppen. Das macht das Spiel automatisch schneller."
"Kein Problem für dich, offenbar."
"Nein. Ich war überzeugt, dass ich mithalten kann."
"Woher kommt deine Selbstsicherheit?"
"Ich bin mental stark. Klingt jetzt vielleicht etwas altklug, aber der Kopf entscheidet, was mit den Beinen passiert."
"Wie sind die Trainings mit Udinese?"
"Sie dauern länger, sind taktisch intensiver. Wir haben kein starres Spielsystem, sondern passen uns - mehr als ich mir das aus der Schweiz gewöhnt war - dem Gegner an."
"Massgeschneiderte Taktik von Woche zu Woche?"
"Genau so, ja. Normalerweise spielen wir ein 4-4-3, gegen Juve zum Beispiel lies uns der Trainer aber ein 3-4-3 spielen. Dieses System liegt mir besser."
"Petric schoss dieses Wochenende zwei Tore für Dortmund, Raktic holte für Schalke auswärts mit seinem Tor ein 1:1 gegen Bayern heraus, du leiteste den Siegestreffer gegen Juve ein - so schlecht kann der Schweizer Fussball nicht sein."
"Ist er auch nicht. Nur schade, spielen Petric und Rakitic nicht in unserer Nationalmannschaft."
"Ich lass dich jetzt schlafen, obwohl: Morgen hast du ja frei, oder?"
"Nein, wir haben leichtes Training."
"Am Tag nach dem Spiel ist in Italien frei."
"Wir haben nur ein leichtes Auslaufen, aber erscheinen muss ich trotzdem."
"Als alter Juve-Fan eine letzte Frage: Mit etwas Glück hätte Juve auch gewinnen können, nicht?"
"Mit etwas Glück vielleicht. Del Piero traf zweimal den Pfosten."
"Glück, dass er den Pfosten überhaupt getroffen hat. Es läuft ihm nicht besonders."
"Wie auch immer: Mir ist es recht so."

17. September 2007, 00:52 Uhr
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15. September 2007

Living Zurich

1. Moralspritze für GC: Nach ca. 50 Minuten erzielten die Grasshoppers per Penalty das 1:0 gegen den FC Seefeld (2. Liga), am Schluss stand es 4:0 (0:0). Nachdem GC zuletzt im Testspiel Concordia Basel (Challange League) 4:3 geschlagen hatte, setzten sich die Grasshoppers im Schweizer Cup gegen den Zürcher Quartierklub klar durch - GC im Aufwind.
2. Bestätigung für den FCZ: Der Leader der Super League und Schweizer Meister FCZ schlug im Cup den FC Herrliberg (3. Liga) sogar mit 6:0 (2:0) und bestätigte damit, weiterhin klare Nummer 1 in der Schweiz zu sein.
Wir leben Zürich - Living Zurich.

15. September 2007, 19:47 Uhr
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12. September 2007

Interview Valon Behrami

Valon Behrami, Sie stehen nach dem Spiel gegen Japan im Zentrum der Kritik. Wie beurteilen Sie selbst Ihre Leistung?

Ich kann nicht behaupten, ich hätte ein Superspiel hingelegt. Die beiden Penalties, die ich gegen Japan verursacht habe, waren meiner Meinung nach keine. Ich habe noch keine Videoaufzeichnung des Spiels gesehen, aber das wären niemals Penalties gewesen in Italien.

Das Spiel fand in Österreich statt, dummerweise.

Ich möchte mich nicht herausreden, ich finde einfach, es waren zwei harte Entscheide.

Beim dritten Gegentreffer sahen Sie auch nicht besonders gut aus. "Der erste Hattrick Behramis", schrieb ein Leser dieses Blogs.

Mit solchen Sprüchen kann ich leben. Womit ich Mühe habe, ist, wenn man meine schlechten Leistungen auf meinen vermeintlich schlechten Charakter zurückführen will. Hätten Sie mich diese Woche im Trainingscamp in Österreich nicht darauf aufmerksam gemacht, ich hätte gar nicht mitbekommen, dass für die Deutschschweizer Presse meine Sonnenbrille und überhaupt die Art, wie ich mich kleide, ein Thema ist.

Wieso gehen Sie davon aus, dass Ihre Art nur in Deutschschweizer Zeitungen ein Thema ist?

Weil im Tessin, und in Italien erst recht, ein Journalist niemals auf die Idee kommen würde, sich über meine Sonnenbrille Gedanken zu machen. Bei Lazio Rom tragen meine Teamkollegen schon morgens um acht beim Frühstück eine Sonnenbrille. Na und? Heisst das, dass sie auf dem Rasen weniger professionell arbeiten als andere? Was zählt, ist allein die Leistung im Spiel.

Leistungen, die Sie in der Nationalmannschaft selten bringen.

Nach einem vermasselten Spiel wie gegen Japan fällt es mir schwer, mich zu verteidigen. Soll ich sagen, dass man ein Spiel nie alleine gewinnt oder verliert? Oder sagen, ich hätte das Gefühl, dass bei den Kritiken gegen mich oft noch anderes mitschwingt? Habt ihr gesehen, was der Valon für eine neue Sonnenbrille trägt? Logisch, spielt er auf dem Platz so einen Mist.

Kein Kausalzusammenhang zwischen Pfau und Flop?

Hören Sie doch auf! Ich biete Angriffsflächen, weil ich so bin, wie ich bin. Wenn ein Philipp Degen schlecht spielt, dann hat er einen schlechten Tag erwischt. Spiele ich schlecht, wird die Charakterfrage gestellt. Aber glauben Sie mir: Ich werde mich nicht ändern, nur damit ich bei den Journalisten oder bei sonst jemandem besser ankomme.

Köbi Kuhn wird Veränderungen verlangen.

Er wird verlangen, dass ich besser spiele. Und er hat recht, das zu verlangen.

Hat Trainer Kuhn nach dem Spiel gegen Japan schon mit Ihnen gesprochen?

Nein, hat er nicht.

Sie sind von Österreich nicht mit der Nationalmannschaft nach Zürich zurückgeflogen. Wieso nicht?

Weil ich von Klagenfurt direkt nach Udine gefahren bin. Dort habe ich ein Flugzeug nach Rom genommen.

Haben Sie eigentlich Lust, für die Schweizer Nationalmannschaft zu spielen?

Wieso sollte ich keine Lust mehr haben?

Weil es Ihnen nichts bringt. Sie brauchen die Nationalmannschaft nicht, um sich auf internationaler Bühne den grossen Klubs präsentieren zu können. Sie sind bereits bei Lazio Rom.

Lazio Rom ist ein Spitzenklub in Italien, doch ich kann mir durchaus vorstellen, irgendwann woanders zu spielen, zum Beispiel in England. Ich bin erst 22 Jahre alt. Die Nationalmannschaft ist und bleibt für junge Spieler aber nicht nur deshalb ein Karriereziel. Ich spiele für die Schweiz, weil ich glaube, dass ich dem Verband etwas schuldig bin. Ich habe mich in der Schweiz ausbilden lassen, jetzt soll der Verband davon profitieren können. Klingt nach dem missratenen Länderspiel gegen Japan vielleicht ein bisschen eigenartig, aber ich möchte meinen Beitrag leisten zum Erfolg dieser Mannschaft. Solange Herr Kuhn mich aufbietet, komme ich.

Sie sagen, Sie fühlten sich dem Schweizer Verband gegenüber verpflichtet. Gilt das auch für das Land, die Schweiz?

Meine Geschichte ist bekannt. Ich kam mit meinen Eltern 1990 in die Schweiz, wäre dreimal fast wieder in den Kosovo abgeschoben worden. Im Tessin, wo wir wohnten, regte sich Widerstand, die Bevölkerung zeigte uns gegenüber grosse Solidarität. Welcher Schweiz sollte ich mich verpflichtet fühlen - jener, die mich abschieben wollte oder jener, die sich für mich einsetzte? Ich entschied mich, für die Schweizer Nationalmannschaft zu spielen, weil dieses Land mir unterm Strich viel gegeben hat.

Ihr Entscheid, für die Schweiz zu spielen, hat auch sportliche Gründe. Als Doppelbürger wäre Ihre Alternative Albanien gewesen.

Albanien ist keine Alternative. Gäbe es hingegen einen unabhängigen Staat Kosovo, ich hätte mich gegen die sportlichen Perspektiven entschieden und würde heute für Kosovo spielen. Damit es keine Missverständnisse gibt: Ich fühle mich als Schweizer, und ich bin stolz, für dieses Land zu spielen, aber dem Kosovo hätte ich nicht absagen können. Viele meiner Verwandten leben in Pristina, ich gehe sie häufig besuchen. Ich war zwar erst fünf, als wir das Land verlassen mussten, aber wenn ich zurückkehre, ist es, als wäre ich gar nie fort gewesen.

Würden Sie sich für die Unabhängigkeit des Kosovo einsetzen?

Politik interessiert mich nicht, aber wenn ich dem Kosovo helfen kann, dann mache ich das. Ich habe mich mit Abgeordneten der Übergangsregierung getroffen, mit dem Präsidenten, sie fragten mich, ob sie meine Popularität, die ich im Kosovo und in bescheidenem Umfang auch im Ausland geniesse, einsetzen dürften für das gemeinsame Ziel eines unabhängigen Staates. Ich habe keine Sekunde gezögert und zugesagt.

Sie sagten, es schwinge immer noch etwas mit, wenn die Medien Sie als Fussballer kritisierten. Was tun Sie, um die Vorurteile, mit denen Sie konfrontiert werden, zu entkräften?

Nicht sehr viel, muss ich ehrlich zugeben. Ich bin mir dessen auch bewusst. Nur: Ich kann nicht anders. Wenn jemand sagen würde, meine blond gefärbten Haare wären ein Problem, dann würde ich sie erst recht färben, orange oder hellgrün zum Beispiel. Ich funktioniere so. Ich habe mich als Kosovo-Albaner anpassen müssen, so wie sich jeder Ausländer in der Schweiz anpassen muss. Aber irgendwo gibt es Grenzen. Ich ziehe an, was mir gefällt, nicht, was gefallen könnte oder gefallen sollte.

Sie wirken oft distanziert, in sich verschlossen. Sie wirken nicht sehr gesprächig, wenn Sie zur Nationalmannschaft stossen.

Wirken, wirken, wirken! Wieso nehmt ihr Journalisten euch nicht einmal die Zeit hinzuschauen, ob ich nur wirke oder auch tatsächlich bin? Es ist sicher nicht meine Aufgabe, auf die Journalisten zuzugehen und sie zu bitten, mir Fragen zu stellen. Es ist nicht so, dass ich darauf brenne, der Öffentlichkeit mein Wohlbefinden kundzutun. Es gibt Journalisten, mit denen ich nicht rede. Wenn mich bei den Presseterminen der Nationalmannschaft jemand etwas fragt, dann antworte ich grundsätzlich aber.

Ich fragte Sie im Trainingscamp in den USA vor einem halben Jahr, was Sie im Umfeld der Nationalmannschaft störte. Ihre Antwort löste grösste Unruhe aus. Sie bemängelten eine gewisse Unprofessionalität, worauf der Verband von Ihnen eine öffentliche Entschuldigung verlangte.

Das hätte ich nie gemacht, das weiss der Verband. Und er weiss auch, dass ich recht hatte mit meiner Kritik. Die Frage ist, ob ich damit an die Öffentlichkeit hätte gehen sollen. Sie stellten mir eine konkrete Frage, ich habe Ihnen konkret geantwortet. Vieles, was ich bemängelt hatte, wurde inzwischen verbessert, zum Beispiel müssen nicht mehr immer alle 22 oder 23 Spieler den Medien täglich zur Verfügung stehen, sondern nur noch fünf pro Tag, wir haben vermehrt geschlossene Trainings, so wie das viele von uns vom Ausland her gewohnt sind. Ich wüsste nicht, weshalb ich mich dafür hätte entschuldigen sollen. Höchstens euch Journalisten müsste ich um Verzeihung dafür bitten, dass eure Arbeit durch die Veränderungen heute vielleicht etwas erschwert ist. Ich glaube, ihr könnt trotzallem gut damit leben.

Am 13. Oktober spielt die Schweiz in Zürich gegen Österreich, vier Tage später in Basel gegen die USA. Werden Sie nach Ihrer verpatzten Vorstellung wieder dabei sein?

Mein Ziel ist es, mit diesen Jungen an der Europameisterschaft zu spielen.

12. September 2007, 20:11 Uhr
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Matchbericht CH-JAP 3:4

Nach dem Sieg gegen Holland (2:1) und Chile (2:1) gewann Ludovic Magnin heute gegen Japan sein drittes Spiel in Folge – nach seiner Auswechslung beim Stand von 2:0 ging das Match für seine Mannschaftskollegen indes weiter, leider (3:4).
P.S. Köbi Kuhn an der Pressekonferenz nach dem Spiel: "Ein falsches Offside gegen Nkufo wurde gepfiffen, und in der zweiten Halbzeit spielte der Schiedsrichter auf der Seite des Gegners." Klare Analyse?!

12. September 2007, 01:17 Uhr
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10. September 2007

Hakan Yakins Beine

Auf dem Weg ins Mannschaftshotel, die Sonne war freundlich, traf ich heute Morgen zufällig Hakan Yakin. Er sass zusammen mit Pascal Zuberbühler in einem Strassencafé. Der ehemalige Nationalspieler Toni Esposito, der für das Tessiner Fernsehen kommentiert und mit dem ich in diesen Tagen oft zusammen bin, ging auf seine beiden ehemaligen Fussballerkollegen zu. Ich ging mit, begrüsste zuerst Zubi, dann Hakan.
„Und, gefällt dir heute meine Frisur?“, fragte Hakan.
In der vorletzten Fussballkolumne der Weltwoche hatte ich Hakans Leistungen bei YB und in der Nationalmannschaft als pomadig kritisiert und dabei eine Bemerkung über seine Haare gemacht. Mir schien, dass er seine Prioritäten wieder anders setzen sollte, mehr Beinarbeit, weniger Hairstyling.
„Deine Kritik ging zu weit.“
„Deine Leistungen sind zu schwach.“
„Was hat das mit meinen Haaren zu tun?“
„Wenn deine Frisur nach dem Spiel gegen Holland diskutiert wird, dann hat etwas mit deinen Beinen nicht gestimmt.“
Wir wurden uns in diesem Punkt nicht einig, aber das frostige Gespräch erhielt nach einer Stunde frühlingshaftere Züge.
Wäre Hakan Yakin eine Pfeife, wäre er kein Streit wert. Aber gerade weil er vom Potential her die beste Nummer 10 ist, die der Schweizer Nationalmannschaft zur Verfügung steht, ärgert es, ihn im Schleichgang zu sehen. Margairaz ist keine Alternative als Spielmacher, obwohl er im Moment besser in Form scheint als Hakan. Technisch ist er aber nicht mit dem YB-Captain zu Vergleichen. Yakin ist ein anderes Kaliber.
Toni Esposito ist der Ansicht, dass Hakan mehr Vertrauen verdient, auch von Seiten von Nationaltrainer Köbi Kuhn. „Hakan ist ein Schlüsselspieler, es lohnt sich, auf ihn zu setzen.“
Offenbar ist auch Kuhn dieser Ansicht, seit dem Spiel gegen Chile.
Morgen wird Hakan Yakin gegen Japan von Beginn weg spielen, voraussichtlich. Es liegt an ihm, den Blick wieder auf seine Beine zu ziehen.

10. September 2007, 21:15 Uhr
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09. September 2007

An der Oberfläche kratzen

Im neusten Sobli wird ein Interview mit Marco Streller wie folgt angekündigt:
"SonntagsBlick kratzte gestern kurz vor dem Weiterflug von Wien nach Klagenfurt an der Oberfläche des FCB-Stürmers. Und war erstaunt, was dort zum Vorschein kam."
Frage:
1. Wieso wird erst jetzt gekratzt?
2. Und wieso nur an der Oberfläche?
3. Was kommt Erstaunliches zum Vorschein?
Zu Punkt drei gleich vorweg: Nichts. Oder wie hätte Streller auf die Frage, ob ihn Schicksale wie jenes des Entführungsopfers Natascha Kampusch berührten, antworten sollen? "Nein, solche Dinge interessieren mich nicht, die gehen mir sowas am Arsch vorbei....."
Natürlich antwortet Streller im Interview des Sobli: "Es ist furchtbar, was geschehen ist. Auch andere Dinge wie Kindesentführungen und Misshandlungen sind so etwas Schlimmes!" Das Erstaunliche an Strellers korrekter Antwort ist, dass diese Antwort erstaunt. Das Problem von Streller ist nicht, dass er mangelnde Empathie zeigt oder auf den Kopf gefallen ist (offenbar geht der Sobli aber genau davon aus, sonst wäre er nicht erstaunt über Strellers Aussagen).
Wie er in einem anderen Interview (SonntagsZeitung) von heute einmal mehr erklärt, liegt das Problem aus seiner Sicht woanders, nämlich, dass er oft "eine auf die Mütze" bekommt.
Wieso bekommt er oft eine auf die Mütze?
Vielleicht, weil er es oft verdient, eine auf die Mütze zu bekommen?
Nehmen wir seine Aussage in der heutigen SonntagsZeitung, er sei in Stuttgart nicht gescheitert. Herrgott nochmal, fällt ihm denn ein goldener Fussballstollen von der Sohle, wenn er zugibt, was offensichtlich ist?
In einem Interview, das er mir vor ein paar Wochen in der Weltwoche gegeben hat, redete er Klartext. Ja, er sei gescheitert – beim vereinbarten Gegenlesen des Interviews durch die Presseabteilung des FC Basel wurde diese Aussage dann in „nicht wunschgemässe durchgesetzt“ geändert. Vielleicht sollte Streller darauf bestehen, in Zukunft die Wahrheit sagen zu dürfen.
Eines muss man Marco Streller trotz aller Kritik zugute halten: Erstens schiesst er weiterhin seine Tore. Zweitens stellt er sich den Fragen seiner Kritiker, denen er auf dem Platz die Antwort zu geben versucht. Nicht immer gelingt ihm das, aber es ist der beste – der einige – Weg, als Profi glaubwürdig zu bleiben. Die Mimosenhaftigkeit eines Alex Frei geht ihm erfreulicherweise ab.
Nicht zuletzt auch das Spiel gegen Chile vom letzten Freitag zeigt, dass das Problem der Schweizer Nationalmannschaft im Moment aber nicht so sehr – oder nicht ausschliesslich – im Sturm liegt.
Zwei Fragen muss Köbi Kuhn dringlicher beantworten:
1. Auf welchen Torhüter will er setzen? Irgendwann muss er sich entscheiden, auch um der Hintermannschaft klare Koordinaten zu geben.
2. Kuhn fehlt eine Nummer 10, ein Stratege, der das Spiel gestalten kann, vor allem auch dann, wenn die Schweiz am Drücker ist. Der Einzige, der diese Fähigkeit besitzen würde, wäre Hakan Yakin - ein sematisches Konditional, das keine Indizien liefert, ins Imperativ zu wechseln.

9. September 2007, 17:11 Uhr
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08. September 2007

Alex Frei und das Boot

Beim Durchblättern des Pressespiegels, das die Credit Suisse den mitgereisten Journalisten jeden Morgen an der Hotelreception freundlicherweise zur Verfügung stellt, bin ich beim Interview meines geschätzten Kollegen Sven Schoch von der Sportinformation hängen geblieben. Das heisst: Es hat mich fast umgehauen.
Schoch fragte den Captain der Nationalmannschaft Alex Frei, wie er die Neuerungen im Schweizer Trainerstab, die so genannte Kerngruppe, beurteilt. Frei: „Niemand soll das Gefühl haben, dass der Auslöser für diese Änderungen die Kritik von aussen war.“ Und weiter: „Es sollen jetzt wieder alle in einem Boot sitzen – da schliesse ich die Medien übrigens mit ein.“ Schliesslich die Erkenntnis: „Wir sind nicht auf einem Schulausflug.“
So ein Schwachsinn!
Ein paar Zusatzfragen:
- Ist es ein Zeichen von Schwäche, wenn man zugibt, was offensichtlich ist, nämlich dass die Kritik von aussen gewisse Veränderungen mitprovoziert hat, oder ist es eher Ausduck einer egozentrischen Mimosenhaftigkeit, Kritik nicht zu ertragen und anschliessend als eigene Idee zu verkaufen?
- Was meint Frei mit "alle im selben Boot sitzen - inklusive Medien"? Scheitert die Schweiz an der Euro 2008, weil die Medien dagegenhalten? Ohne öffentliche Streicheleinheiten ist der moderne Profi lahm im Fuss?
- Zum Schuelreisli: Hat nicht auch die Kritik Valon Behramis, der während des USA-Camps im Frühling von "Schuelreisli" gesprochen hatte, zu genau jenen Veränderungen geführt, die der Spieler mit seiner Kritik ausgelöst hat?
Ich kann ja Frei nicht bloss kritisieren, ohne ihn mit der Kritik zu konfrontieren, dachte ich, also bat ich ihn nach dem gestrigen Spiel gegen Chile in der Mixed Zone des Stadions, dort, wo sich Journalisten und Spieler zum kurzen Gespräch treffen, um ein ebensolches. Ich solle bei Pressechef Benoit eine Anfrage deponieren, wiegelte er ab. "Es wird schwierig, einen Termin zu finden, vielleicht am Sonntag", sagte Benoit, der zu jenem Zeitpunkt schon wusste, was wir eine Stunde später erst erfahren sollten: Frei reist heute Samstag frühzeitig nach Dortmund zurück.
Vorher allerdings trifft er sich noch mit Journalisten, die seiner Meinung nach "im selben Boot sitzen".
Ich werde mich bei meinen Kollegen über den vorgegebenen Kurs des Captains informieren.
Eine zentrale Frage bleibt: Frei ist Nationalspieler, Bundesliga-Profi, er ist jung, reich, gesund (seine Muskelzerrung ist nicht lebensbedrohend). Er hat eine blendende Karriere hinter sich und vielleicht sogar noch eine vor sich. Und doch: Er wirkt, als würde er von der Hotellobby direkt in eine Kohlegrube steigen und nicht in den Bus, der ihn zum grünen Rasen fährt. Immer geladen, immer stinkig drauf, als habe er den Weltschmerz geschultert. Er nimmt die Medien wahr wie ein notwendiges Übel und merkt nicht, dass dies in seinem Fall umgekehrt ebenso gilt.
Das Geheimnis Frei wird weiterhin tief verborgen bleiben.

8. September 2007, 10:14 Uhr
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07. September 2007

Matchbericht Schweiz-Chile 2:1

Gökhan Inler!

7. September 2007, 19:56 Uhr
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Continental Breakfast gewinnt

Das "Turnier der Kontinente" begann für mich heute morgen um 10.30 Uhr. Kaffee, Orangensaft, Croissant, Spiegelei - nach einer halben Stunde war die Sache klar: Im Wiener Hotel Penta Renaissance ging der Continental Breakfast einmal mehr als klarer Sieger vom Platz. Chilenische Fleisch-Empanades haben um diese Zeit selten eine Chance (auch nicht die Variante mit Käsefüllung) und seit mir Thomas Bickel in Kobe rohen Fisch zum Zmorgen servierte, kämpft auch die japanische Spielalternative im Kontinentalvergleich für mich persönlich auf verlorenem Posten.
Zugegeben, man hätte das "Turnier der Kontinente" aus Schweizer Sicht auch etwas kostengünstiger gestalten können, zum Beispiel mit einem ausgedehnten Frühstück in Feusisberg über dem Zürichsee, wo die Nationalmannschaft regelmässig logiert. Doch angesichts der Tatsache, dass die morgendliche Mahlzeit ein kulturübergreifendes anthropologisches Phänomen ist, das etymologisch bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht, macht die Dislokation der Schweizer Nationalmannschaft nach Österreich in Hinblick auf die Euro 2008 durchaus Sinn.
Natürlich kann man einwenden, das Ganze sei auch aus sportlicher Sicht übertrieben. Muss Köbi Kuhn extra nach Wien fliegen, um seine Mannschaft heute gegen Chile und am Dienstag in Klagenfurt gegen Japan zu testen? Was lässt sich aus kontinentalperspektivischer Optik an neuen Erkenntnissen gewinnen? Wäre es nicht besser gewesen, vor eigenem Publikum zu spielen (überhaupt vor Publikum), was bei Länderspielen der Schweiz in der Schweiz normalerweise der Fall ist?
Den Kritiker des Kontinentalturniers sei Folgendes gesagt: Wo in Europa fällt das Laub schon Anfang September auf den Boden wie derzeit in Österreich? Wo lässt sich im Spätsommer bei 7 Grad im Schatten der Härtefall realitätsnaher simulieren als hier bei unserem Nachbarn? Wie lässt sich die Strapazierfähigkeit der Sponsoren, die Werbung platzieren, wo niemand hinschaut, eindrücklicher demonstrieren?
Für mich hat das "Turnier der Kontinente" am Buffet positiv begonnen.
Ab 18.00 Uhr geht's im Ernst-Happel-Stadion auf dem Rasen weiter.
Haben die perfekt servierten Spiegeleier von heute Morgen sportlich irgendwelche Aussagekraft, dann ist Zuversicht beim transkontinentalen Kulturaustausch von heute Abend durchaus angebracht.

7. September 2007, 15:24 Uhr
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06. September 2007

Latour, wie lange noch?

Ich habe gestern GC-Sportchef Erich Vogel angerufen.
"Haben Sie zwei Minuten Zeit?"
"Um was geht's?"
"Um Trainer Latour und seine beiden Assistenten. Alle reden derzeit vom Hardturm, aber niemand über das, was im Hardturm passiert. Ziemlich schwaches GC, ehrlich gesagt."
"Kommen Sie mir nicht so. Verstehen Sie eigentlich etwas von Fussball?"
"Nicht soviel wie Sie, aber bis acht kann ich zählen. Acht Spiele, acht Punkte - nur St.Gallen ist schlechter!"
Nach einer halben Stunde brach Vogel des Telefongespräch leicht genervt ab: "Sagen Sie das nächste Mal nicht, Sie wollten nur zwei Minuten reden."
Wo Vogel recht hat, hat er recht. Zwei Minuten hätten gereicht.
Dampft man die Analyse des GC-Sportchefs aufs Wesentliche ein, bleiben:
1. Mit einem bessern Torhüter hätte GC heute fünf Punkte mehr.
2. Das Budget ist knapp.
3. Latour hat drei Jahre Zeit.
Wahrscheinlich sind auch zwei Minuten zuviel, aber der Reihe nach:
1. Coltorti ist also eine Pfeiffe, doch weshalb dann ärgert sich Vogel, wenn sein Torhüter nach Spanien wechselt für immerhin 1,5 Millionen Franken, eine Summe, die für Vogel offenbar viel zu tief ist?
2. GC hat zwar zwei Millionen Franken eingespart, aber das Budget beträgt derzeit immer noch 13 Millionen Franken. Aarau, Luzern und Thun haben gleich viele Punkte wie GC, aber bei weitem ein tiefers Budget.
3. Latour hat einen Dreijahresvertrag, aber natürlich keine drei Jahre Zeit.
Letzteres gilt übrigens auch für Vogel.
Für jene Blogger, die meine Fussball-Kolumne in der aktuellen Weltwoche verpassen, hier drum die Frage: Ist nach dem Abgesang auf den Hardturm nicht bald der Abgesang des dreifältigen Trainerstabs fällig? Das Traurige für einen eingefleischten GC-Fan kann ja nicht bloss der Nachruf auf das Hardturm-Stadion sein, mit welchem sich der Tages-Anzeiger in die Nesseln setzte. Man kann die Empörung der GC-Fans über derlei Berichterstattung teilen oder nicht, aber das wirklich Traurige ist doch die Leistung, die GC bisher auf dem Rasen zeigte. Ganze zwei Punkte trennen die Zürcher vom Tabellenende!
Wenn eine Mannschaft wie GC regelmässig in den letzten Spielminuten einen Match versiebt, kann das Problem nicht allein am Torhüter festgemacht werden, so schlimm seine Fehlgriffe auch sind.
Mentale Konditionsschwäche? Bleischwere Beine? Allzu liebenswürdiger Sturm? Strategische Uneinigkeit beim Dreigestirn Latour, Yakin, Grüter?
Coltorti ist inzwischen weg. Also wird GC nach der Meisterschaftspause (Länderspiele) ab Mitte September die Tabellenspitze erklimmen?
P.S. Da ich Erich Vogel grad am Draht hatte, fragte ich ihn nach dem Zwei-Minuten-Gespräch, ob er mir nicht vielleicht etwas Nachhilfeunterricht in Sachen Fussball geben könne, zum Beispiel als Gast einer meiner nächsten Fussball-Talks im El Lokal (www.ellokal.ch). "Sie wissen, dass ich mich nie vor öffentlichen Streitgesprächen drücke. Ich werde in Ihren Talk kommen."
Ich hoffe, er schaffts noch als Sportchef.

6. September 2007, 00:16 Uhr
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02. September 2007

Nachruf Hardturm

Folgendes Email erhielt ich heute von einem geschätzten Blogger:
"Lieber WDG,
ich bin ein friedlicher Mensch und ein GC-Fan (ist nicht einfach in dieser Stadt). Aber jetzt dieser Tagi-Artikel: http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/zuerich/786307.html
Ich möchte Deine fachmännische Meinung wissen, evtl. im Blog. Ich finde das so etwas von daneben. Wenn man dann den NZZ-Artikel vergleicht. Ich habe mein Tagi gekündigt. Was sagst Du dazu? Ist das ein Alki? Kennst Du diesen Journalisten? Ist das überhaupt einer?
Gruss, Don Stufi."
Ich habe dem verärgerten Don Stufi geschrieben, dass beim Tagi, soviel ich weiss, keine Alkis angestellt sind, jedenfalls nicht mehr als anderswo, und meine fachmännische Meinung darin besteht, keine zu haben, weil ich heute auf dem Brügglifeld war und mich beim Bierausschank fragte, wann dann endlich der Nachruf zum Aarauer Stadion geschrieben werden darf.
Über das Begräbnis des Hardturms habe ich mir, ehrlich gesagt, keine grossen Gedanken gemacht - bis nun das Email kam. Don Stufi schickte mir zudem die unten aufgeführte Parallelberichterstattung Tagi/Nzz - eine Art Exzerpt helvetischer Medienvielfalt und Meinungspluralität. Offenbar sei die TA-Sportredaktion von Protest-Emails überschwemmt worden, es habe viele Abo-Kündigungen gegeben. Auf Anfrage konnte die Sportredaktion gegen Mitternacht weder bestätigen noch dementieren. Sogar im FCZ-Forum sei der Artikel im TA nicht goutiert worden, schrieben mir Blogger (http://www.fczforum.ch/phpbb2x/bye-byw-hardturm-t15095.html).
Wer hat denn nun recht - Tagi oder Nzz?

TA:Im Hardturm gehen die Lichter aus. Das Stadion hatte mit GC zu Lebzeiten den falschen Klub und die falschen Fans.
NZZ:Die Saga des Hardturmstadions. Ein glanzvolles Kapitel helvetischer Fussballgeschichte geht zu Ende
TA: Der erste Hardturm — er wurde am 28. April 1929 eröffnet — war zu grossen Teilen aus Dreck gebaut.
NZZ: Das ursprüngliche Hardturm-Areal dehnte sich weit in Richtung Üetliberg und über die heutige Autobahn hinaus. Es war eine Riesenanlage mit einem Fassungsvermögen von anfänglich 30 000, später sogar 35 000 Zuschauern mit Rasensitzplätzen einen Meter direkt hinter der Outlinie, auf einem Areal von 58 000 m², auf dem sieben Fussballfelder Platz gehabt hätten.
TA: Auch wenn der FCZ und der FC Basel heute die grösseren Budgets haben als der Grasshopper-Club, den Ruf des unterkühlten Bonzenklubs ist GC nie losgeworden.
NZZ: Die enge Verbundenheit mit dem Fussvolk einerseits und die Bereitschaft der Mitglieder, bei finanziellen Engpässen helfend einzugreifen, verhinderten, was 2005 mit Servette geschah.
TA: Falls Zürichs Herz überhaupt ein bisschen für Fussball schlägt, dann eher für den FCZ. Jahrelanges Leiden in der Erfolglosigkeit, Fussball in einem Leichtathletikstadion (Letzigrund), Millionen von ein und demselben Bau- und Immobilienunternehmer (Sven Hotz) — das feuerte die Herzen der Fans anscheinend immer noch mehr an, schaffte mehr Identität als der Hochglanz der Hoppers — der in den letzten Jahren ziemlich verblasst ist.
NZZ: Aber der Hardturm hat nicht nur als Treffpunkt und Heimstätte der GC-Mitglieder funktioniert. Er hat auch als Bindeglied zu den Fans eine soziale Funktion erfüllt. Diesen wurde bei günstigen Eintrittspreisen hochkarätiger, attraktiver und auch internationaler Fussball durch die ersten Ausländer und die damaligen legendären GC-Grössen geboten. Für diese Fussball-Liebhaber war der Grasshopper-Club, der sich in den sechziger Jahren nach aussen öffnete, schon damals nicht der Klub der «Herren und Reichen», sondern der Verein, der den Matchbesuchern Spitzenfussball bescherte und unauslöschliche Mussestunden bereitete. Zu Freundschaftsspielen gegen zugkräftige Gegner erschienen oft 20 000 Zuschauer.
TA: Den guten, alten Hardturm wird das nicht kümmern. Seinen letzten echten Höhepunkt hatte er im Frühling ohne die Grasshoppers — die Meisterfeier des FC Zürich.
NZZ: Nach 78 Jahren, 47 Länderspielen, 5 WM-Finalrundenspielen (1954), gilt es am Samstag (gegen Xamax) definitiv Abschied zu nehmen vom guten alten Hardturm.

2. September 2007, 00:22 Uhr
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30. August 2007

Einzige Überraschung: Ajax

Nichts Neues vom Besten: Der FCZ, souveräner Leader in der Schweiz, bleibt international auf der Strecke. War Salzburg letztes Jahr Endstation, so kamen die Zürcher gestern bis nach Istanbul. Das grosse Geld (und ein bisschen Ruhm) bleibt ihnen weiterhin verwehrt. Womit sich nach dem Aus gegen Besiktas Istanbul die Frage stellt, ob man die 10 Millionen Franken, die Berlin für Raffael geboten hat, nicht besser hätte annehmen sollen statt den Spieler zu halten.
"In Istanbul hat Raffael keine Akzente setzen können, was man von einem Spieler in dieser Preislage eigentlich erwarten müsste", sagte Angelo Semeraro am gestrigen Fussball-Talk im Kulturschuppen "El Lokal". Semeraro, unter anderem Berater von Johann Vogel und Johan Vonlanthen, hätte sich nach dem klaren 5:1 gegen YB mehr erhofft vom FCZ.
Ebenso Andy Egli (5 Meistertitel, 4 Pokalsiege, 76 Länderspiele), der vor dem Anpfiff in Istanbul auf die Frage, ob es ein Vor- oder Nachteil für den FCZ sei, im letzten Meisterschaftsspiel so locker gegen YB gewonnen zu haben, antwortete: "Es ist sicher ein Vorteil für den FCZ. Jeder Sieg ist eine Motivationsspritze." Statistisch gesehen, fügte Egli hinzu, habe eine Mannschaft, die zu Hause 1:1 spielt, auswärts allerdings nur eine Chance von etwa 30 Prozent, sich zu qualifizieren. Es drängt sich nicht auf, die Statistik nach dem gestrigen Rückspiel zu revidieren.
Gürkan "Gügi" Sermeter, der als dritter Gast zur Talkrunde stiess (er hatte vorher noch ein Nachtessen mit dem FC Aarau, es gab Paella), sah es anders, also richtig: "Es wäre besser gewesen, der FCZ hätte nicht so leicht gegen YB gewonnen. Ein stärkerer Gegner wäre als Vorbereitung auf das CL-Qualifikationsspiel gegen Besiktas sicher besser gewesen." Aus dem Publikum rief jemand Ex-YB-Spieler Gügi zu: "Du hättest bei YB bleiben sollen, so einfach wärs für den FCZ nicht geworden." Gelächter, Applaus. Gügis Konter: "Am Samstag empfangen wir in Aarau den FCZ. Es wird sicher wieder mindestens fünf Tore geben." "Auf welcher Seite?" "Hälftig verteilt: 3 für uns, 2 für den FCZ." Wieder Gelächter, und viel Applaus für Gügi, der diese Saison fast beim FCZ gelandet wäre. Trainer Challandes wollte ihn, Sportchef Fredy Bickel auch, von der Chefetage kam das Nein - zu alt. Mit 33!
Die einzige Überraschung am gestrigen Fussball-Abend: Ajax Amsterdam verpasste gegen Prag die Qualifikation für die Champions League (soviel zum "historischen Sieg" der Schweizer Nationalmannschaft im Freundschaftsspiel gegen Holland von letzter Woche!). Offenbar spielt auch die Weltmacht Holland mit ganz gewöhnlichen Bällen, Grund zur Euphorie besteht für Köbi Kuhn nach dem Achtungserfolg gegen die Van Bastens nicht.
Nach dem Schlusspfiff diskutierten die Gäste der "Zona Cesarini", dem Fussball-Talk im El Lokal, vor allem übers Geld. Egli: "Besiktas hat 60, vielleicht sogar 100 Millionen zur Verfügung, der FCZ hat ein Budget von 12 Millionen." Und an die FCZ-Fans im Publikum gerichtet: "Sagt eurem Präsidenten Canepa, er soll endlich die Geldschatulle aufmachen." Aus dem Publikum: "Nicht seine Schatulle, die seiner Frau." Schallendes Lachen. Ernster wurde es, als Viktor Bänziger, der Hausherr im El Lokal, Johann Vogels Berater Semararo ausdribbeln wollte: "Erzähl doch nicht so einen Seich!" Semeraro hatte zuvor auf die Frage, wie denn nun die Zukunft Johann Vogels aussehe, mit dem Hinweis auf Vogels private Situation geantwortet. Vogel sei verheiratet, habe drei Kinder, auch das gelte es bei einem Transfer zu berücksichtigen. Viktor, ein Fan von Johann Vogel und entsprechend enttäuscht, dass Vogel offenbar auch aus familiären Gründen eine Rückkehr zur AC Milan (Semeraro bestätigte gestern erstmals dieses Angebot) nicht in Betracht ziehe, meinte: "Wenn jemand die Möglichkeit hat, bei Milan zu spielen und zudem soviele Millionen verdient, dann darf die Familie gopfrestutz kein Thema sein. Die Karriere eines Spielers ist zeitlich beschränkt, er muss das Maximum rausholen." Semeraro: "Das ist eine berechtigte Frage. Ich kann Johann beraten, nicht aber zu einem Entscheid zwingen. Am Schluss entscheidet immer der Spieler allein, welche Prioritäten er setzen will. Dass Johann als Profi auch an die Familie denkt, darf ihm sicher nicht vorgeworfen werden. Im Fall von Milan hat es aber nichts mit der Familie zu tun."
"Sag mal, Gügi, wie konzentrierst du dich, zum Beispiel während der Halbzeitpause? Was heisst für dich Konzentration ganz konkret?" Die Frage stellte ein Fachmann im Publikum, Thomas Spielmann, Sportpsychologe und erfolgreicher Mentalcoach. "Ganz konkret? Ich gehe auf die Toilette und löse Wasser." Abermals hat er die Lacher auf seiner Seite, aber Gügi meinte es tatsächlich ernst. "Die ersten fünf Minuten in der Pause brauche ich absolute Ruhe, und die finde ich meistens auf der Toilette. Dort kann ich mich am besten konzentrieren." Egli: "Als Spieler ging es mir genauso. Kurz vor dem Spiel, aber auch in der Halbzeitpause, steckst du geistig in einer Röhre. Du hörst nichts mehr, sieht nichts mehr. Als Trainer weiss ich das und halte mich entsprechend zurück, auch wenn das nicht so rüberkommt. Wenn ich an der Seitenlinie wild gestikuliere, dann mache ich es nur aus psychohygienischen Gründen, Stressabbau für mich, denn die Spieler, das weiss ich, hören mich in dieser Phase nicht."
Gegen 22 Uhr war der offizielle Teil des Talks vorbei, mit freudigem Ergebnis: Spielervermittler scheuen in der Regel das Licht, Semeraro machte eine Ausnahme und ist erfreulicherweise nicht zu einem dampfenden Staubhäufchen zerfallen wie weiland Christopher Lee. GC-Legende Egli hat das FCZ-lastige El Lokal ebenfalls in bester Gesundheit verlassen und den letzten Zug nach Bern genommen. Sermeter, trotz Provokation ("Wir schlagen am Samstag den FCZ!"), hat seinen Sympathiebonus bei Freund und Feind nicht eingebüsst (zumal Freund und Feind während der laufenden Transferperiode ein relatives Koordinatensystem ist).
Der nächste Talk findet am 19. September statt, wiederum im El Lokal. Alle Infos auf diesem Blog oder auf www.ellokal.ch.
P.S. Werde versuchen, das nächste Mal ein Video ins Netz zu stellen, damit jene, die den Flieger verpassen, auch von weit entfernt (Bern, St.Gallen, Ouagadougou) nachträglich mithören und zugucken können.

30. August 2007, 12:46 Uhr
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28. August 2007

In eigener Sache

Liebe Blogger

Morgen Mittwoch, 29. August, lade ich im Zürcher Kulturspunten "El Lokal" zu meinem ersten  öffentlichen Fussball-Talk ein. Beginn: 18.45 Uhr. Anschliessend schauen wir an konventionellen Fernsehgeräten, die im Lokal zur Verfügung stehen, und auch auf Grossleinwand, wie es der FCZ gegen Besiktas in die Champions League schafft (Spielbeginn: 19.15 Uhr) und diskutieren anschliessend, wieso es am Schluss doch wieder knapp nicht gereicht hat.

Ich werde mich mit verschiedenen Gästen unterhalten, die selbstverständlich auch vom Publikum interviewt werden sollen. Und stelle mich logischerweise selber der fachmännischen Kritik. Finden ja nicht immer alle alles objektiv richtig, was ich hier schreibe, was ich wiederum falsch finde, denn es ist subjektiv richtig, auch wenn objektiv falsch, denn es ist ja meine Optik, drum subjektiv...(Alain Sutter: "Die Wahrheit ist relativ!")

Wie auch immer: Wer Lust hat, kommt auf ein Bier und ein paar Sprüche vorbei. Freue mich. Bis morgen.

Herzlich, wdg

weitere Infos unter: www.ellokal.ch

28. August 2007, 18:32 Uhr
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26. August 2007

Young Boys, indeed!

Der FCZ fertigte YB heute ab, 5:1. Es sah zeitweise aus wie im Training.
Es nähme mich wunder, wie das Spiel verlaufen wäre, wenn die Berner ihre 1. Mannschaft nach Zürich geschickt hätten.
Der eine sah zwar aus wie die Kopie von Hakan Yakin, doch so pomadig spielt nicht mal das Original.

26. August 2007, 00:03 Uhr
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25. August 2007

Nachbetrachtungen II

....und hier noch das kurze Update zu Johann Vogel.

"Ich soll fragen, wie es Ihnen geht, bitten mich Blogger. Wie geht's?"
"Ganz ordentlich."
"Also schlecht?"
"Nicht super, aber auch nicht schlecht. Ordentlich, halt."
"Trainieren Sie wieder mit Ihrer Mannschaft, Betis Sevilla?"
"Leider nicht. Am 4. September treffen sich meine Anwälte mit den Anwälten von Betis. Wir versuchen, uns aussergerichtlich zu einigen."
"In Zukunft sind Richter für das Training zuständig?"
"Die Richter werden entscheiden – falls es soweit kommen sollte -, wer recht hat. Betis ist mir immer noch einen Teil meines Lohnes für die abgelaufene Saison schuldig. Zudem habe ich noch zwei Jahre Vertrag. Und ich will wieder mit der ersten Mannschaft trainieren können."
"Die Blogger fragen auch, ob das Angebot von Everton noch gilt?"
"Das Angebot von Everton ist auf Eis gelegt. Solange die Sache mit Betis nicht bereinigt ist, bin ich blockiert."
"Wie lange kann die Wirtschaftsblockade dauern?"
"Vier, fünf Monate, wenn's schlecht läuft. Ist gut möglich, dass ich bis Ende Jahr nicht mehr spielen werde."
"Die Schweiz ist definitiv kein Thema?"
"Die Schweiz ist immer ein Thema zum wohnen. Meine Karriere als aktiver Fussballer werde ich aber im Ausland beenden."
"Denken Sie ans Aufhören?"
"Sollte ich in den nächsten Wochen keinen Verein finden, der mir neue Perspektiven bietet, werde ich in den nächsten Monaten einen Trainerkurs anfangen bis ich einen neun Klub habe. Ich kann mir durchaus vorstellen, später einmal meine Erfahrungen als Trainer einzubringen und in der Schweiz zu arbeiten."
"Köbi Kuhn geht in zehn Monaten in Pension."
"Genau. Und ich übernehme seinen Posten!"
"Zurück als Nationalspieler, meinte ich. Sie sind erst 30!"
"Ich bin Realist. Zuerst muss ich eine neue Mannschaft finden, dann müssen meine Leistungen stimmen, schliesslich muss der neue Nationaltrainer mich wollen. Gerade ein bisschen viel aufs Mal. Grundsätzlich habe ich eine Rückkehr nie ausgeschlossen, falls sich Köbi Kuhn mit Alice auf den Rigi zurückzieht."
"Hat Nkufo auch gesagt. Haben Sie das Spiel gegen Holland gesehen?"
"Nur die letzte halbe Stunde."
"Und?"
"Kompliment an die Mannschaft. Eine gute Leistung. Allerdings: Ich glaube nicht, dass die Holländer Vollgas gegeben haben, was die Leistung der Schweizer nicht schmälert. Sie haben überzeugt."
"Also hatte Köbi Kuhn doch recht, Sie auszubooten?"
"Ich habe nie gesagt, dass ich seine Entscheidung sportlich nicht akzeptieren kann. Jeder Trainer hat das Recht, die Spieler aufzubieten, die er will. Was mich enttäuschte, ist die Art und Weise, wie ich rausgeworfen wurde nach all den gemeinsamen, schönen Jahren."
"Das Jahr 2007 ist kein gutes Jahr für Sie. Sportlich schon mal so eine negative Zeit erlebt?"
"Nein, es ist das schwierigste Jahr, seit ich Fussballprofi bin. Allerdings: Es ist ein Klagen auf hohem Niveau, wie man so schön sagt."
"Leider sind mir jetzt die Fragen der Blogger ausgegangen. Könnte ich Sie später vielleicht nochmals interviewen?"
"Kein Problem, im Moment habe ich viel Zeit."

25. August 2007, 12:46 Uhr
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24. August 2007

Nachbetrachtungen

Nach dem konzisen Matchbericht im letzten Blog, hier eine etwas differenzierte Nachbetrachtung zum historischen Sieg der Schweiz über Grossmacht Holland, der - nimmt man einige Zeitungskommentare beim Wort - weltweit für eine tektonische Plattenverschiebung sorgte.

Dass es das erste Spiel der Schweizer Nationalmannschaft war, in welchem Johann Vogel nicht vermisst wurde, war als Kompliment gedacht für Inler und Gelson, die im Mittelfeld überzeugten, und nicht als Abwertung Vogels. Zur Erinnerung: Vogel war Captain der Nationalmannschaft, Meister mit PSV, Fussballer des Jahres in Holland, schliesslich Spieler beim AC Milan, wo er in einer Saison immerhin zu 23 Einsätzen kam. Eine beachtliche Leistung für einen Alibispieler. Einen Spieler, der tatsächlich anderswo (lat. Alibi) spielte, nämlich meistens auf höchstem Niveau, während andere sogenannte Schweizer Stars, kaum im Ausland, auf der Ersatzbank verglühen.

Walter Lutz, langjähriger Chefredaktor des Sport (für die jüngeren Leser dieses Blogs: das war eine Sportfibel, die Jahrzehnte lang nicht bloss im Fussball die Koordinaten festlegte), fasst Vogels Qualitäten wie folgt zusammen: "Er kann sich nach rechts drehen, er kann sich nach links drehen." Mit anderen Worten: Er ist fähig, den Ball von allen Richtungen anzunehmen und ihn in alle Richtung weiterzuspielen, weil er sowohl den rechten als auch den linken Fuss komplementär einzusetzen weiss. Sollte man von einem Profi in der Regel erwarten können, ist in der Regel aber nicht so.

Tempi passati: Vogel ist nicht mehr dabei, doch die kollektive Begeisterung von Medien, Spieler und Trainer über die ansprechende Leistung der Schweiz gegen Holland ist doch mehr als erstaunlich. Wie hiess es noch diesen Frühling? Die Leistung an der WM 2006 sei überbewertet, die Nullnummer gegen die Ukraine gar verklärt worden. Die posttraumatische Depression sei auch Resultat dieser Verblendung. Einige Spieler gaben zu, die Bodenhaftung verloren zu haben in der künstlich erzeugten Euphorie. Droht nochmals das Gleiche? Zuschauer Alex Frei nach dem Freundschaftsspiel gegen Holland: "Hohe Schule."

Zum Unentschieden gegen Argentinien vor ein paar Monaten (bei fast irregulären Platzverhätnissen aufgrund eines Platzregens) schreibt heute der Blick: "Am 2. Juni verblüfften die Schweizer beim 1:1 gegen Argentinien erstmals die Welt." Die Welt? Und weiter: "Am Mittwoch liessen sie mit dem Erfolg gegen Holland nochmals aufhorchen."

Von Nordkorea über Burkina Faso bis Patagonien und Tasmanien, Milliarden von Menschen, die sich dieser Tage nur eines fragen: Wie nur hat die Schweiz das Wunder vollbracht?

Ich wäre konkreter: Ist die Schweiz schon Europameister?

24. August 2007, 17:16 Uhr
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23. August 2007

Matchbericht CH-NED 2:1

Es ist das erste Spiel, in welchem Johann Vogel nicht vermisst wurde.

23. August 2007, 19:24 Uhr
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21. August 2007

Sonia Emerson zur AC Milan

Ein Interviewauszug aus der Römer Tageszeitung La Repubblica vom 9. August: "Mein Mann wäre bereit, sogar auf einen Teil seines Lohnes zu verzichten, um wieder in Italien zu spielen. Einzige Bedingung: Er würde gerne einen Vertrag unterschreiben, der längerfristig ist als sein jetziger Vertrag mit Real Madrid. Der läuft 2009 aus. Zu welchen Vereinen er gerne wechseln würde? Zu Juventus Turin, aber das hängt ganz vom Präsidenten ab. Bei der AC Milan hat es viele Brasilianer, und alle sind Freunde. Ich persönlich würde Milan vorziehen."
Heute Abend wurde bekannt, dass Sonia Emerson, die das Interview gab, zur AC Milan wechselt. Sie nimmt ihren Mann, den 31-jährigen brasilianischen Mittelfeldspieler Ferreira da Rosa Emerson, für eine Ablösesumme von fünf Millionen Euro mit.

21. August 2007, 22:48 Uhr
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